Bruchsal, 17. Juli 2026 | Vor zahlreichem Publikum und musikalisch begleitet vom brillanten Raimund Glastetter las der ehemalige Leiter des Oberschulamts Karlsruhe und langjährige Vorsitzende der Bruchsaler Kommission für Stadtgeschichte Werner Schnatterbeck aus seinem Buch „Getrost die Spatzen pfeifen lassen“, das mit „Über das Leben, Viktor E. Frankl, die Schule, den Fußball und über Gott und die Welt“ untertitelt ist.
Und genau mit diesen Themen beschäftigt sich Schnatterbecks Replik. Es ist ein Versuch, den Blick über sich selbst hinaus zu richten, ganz im Sinne des Wiener Psychiaters und Überlebenden des Holocausts Viktor E. Frankl, dessen Menschenbild Schnatterbecks Denken schon in jungen Jahren prägte und faszinierte. Daran ließ der Autor die Anwesenden in Auszügen teilhaben. Und während der Lesung wie auch im Buch ist dies Schnatterbeck gelungen.

Nach lobenden Worten durch Verleger Thomas Lindemann und einer Einführung von Martin Besinger in Vertretung von Hajo Kurzenberger, der das Vorwort schrieb, kam Werner Schnatterbeck selbst zu Wort und trug den anwesenden Familienmitgliedern, Angehörigen, zahlreichen Freunden und politischen Weggefährten eindrucksvoll aus seinem Buch vor. Wie im Buch wechselte der Autor dabei zwischen Passagen zum persönlichen Werdegang und Reflexionen zu eher philosophischen Aspekten.
So finden sich auch im Buch recht kurzweilige Ausführungen, gefolgt von nachdenklichen, aber immer anregenden Passagen. Dabei ist Werner Schnatterbeck stets angenehm zurückhaltend. Überbordendes Eigenlob, wie man es aus Autobiographien anderer Altvorderen der Bruchsaler Kommunalpolitik kennt, ist ihm fremd. Und wenngleich sich mancher vielleicht noch etwas tiefere Einblicke in die Irrungen und Wirrungen aus Schnatterbecks jahrzehntelangen Erfahrungen in der Bildungs- und Kommunalpolitik erhofft hätte, nimmt der Autor davon Abstand. Schmutzige Wäsche zu waschen oder gar nachzukarten, ist offensichtlich nicht sein Ding.
Ohne erhobenen Zeigefinger
Selbst seine Ausführungen zu Erziehung und Pädagogik sind gut lesbar, recht flüssig und durchaus erhellend, aber dennoch meist frei von Belehrungen oder gar oberlehrerhaftem Duktus. Der Autor vermeidet langatmige Ausführungen, was das Buch gut lesbar macht. Ganz entgegen der Gewohnheit vieler Lehrer hielt sich Werner Schnatterbeck auch während der Buchpräsentation strikt an den vorgegebenen Zeitplan.
Förderung und Veröffentlichung
Schnatterbecks Buch wurde von der Stiftung der Sparkasse Kraichgau und der Bildungsstiftung Bruchsal gefördert. Es ist im Lindemann-Verlag in Bretten (gebunden, 208 Seiten) erschienen und ab sofort im Buchhandel erhältlich.










