BRUCHSAL/KARLSDORF-NEUTHARD, 21. Juli 2026 | Nach jahrelangen Beschwerden über Geruchsbelästigungen aus der Kunststoffsortieranlage der Xplastics GmbH wurden die Aktivkohlefilter der Abluftanlage ausgetauscht. Oberbürgermeister Sven Weigt und Bürgermeister Dr. Gunter Carra erwarten gemeinsam mit dem Betreiber und dem Regierungspräsidium Karlsruhe eine deutliche Verringerung der Geruchsemissionen.
Vor allem im nordöstlichen Bereich von Karlsdorf klagen Anwohner seit Jahren insbesondere bei hohen Temperaturen und entsprechender Windrichtung über unangenehme Gerüche. Nachdem sich die Beschwerden zuletzt erneut häuften, vereinbarten Sven Weigt, Dr. Gunter Carra und Vertreter der Xplastics GmbH, den ursprünglich später geplanten Austausch der Aktivkohlefilter vorzuziehen.
War der Filter wirklich die alleinige Ursache?
Mit dem vorgezogenen Filterwechsel verbinden die Verantwortlichen die Hoffnung auf eine spürbare Entlastung. Gleichzeitig wirft genau das Fragen auf: Wenn ein verschlissener Aktivkohlefilter tatsächlich die Hauptursache der Geruchsbelastung gewesen sein sollte, warum wurde erst gehandelt, nachdem die Beschwerden erneut massiv zunahmen? Die zwischenzeitliche Erklärung, ein neuer Filter sei kurzfristig nicht lieferbar gewesen, dürfte viele Betroffene kaum zufriedenstellen.
Ebenso offen bleibt, ob der Filter tatsächlich die einzige Ursache war. Die Kommunen verweisen selbst darauf, dass bereits Anpassungen an den Hallentoren und der Abluftführung vorgenommen wurden. Das spricht dafür, dass mehrere Faktoren Einfluss auf die Geruchsentwicklung haben könnten.
Aus der Bürgerschaft wird zudem immer wieder die Vermutung geäußert, dass auch die Lagerung der Kunststoffabfälle eine Rolle spielen könnte. Sollten Materialien zeitweise nicht vollständig hermetisch abgeschlossen gelagert werden, könnte dies insbesondere während Hitzeperioden das Ausgasen geruchsintensiver Stoffe begünstigen. Dafür gibt es bislang jedoch keine behördliche Bestätigung.
Die nächste Hitzewelle wird zum Praxistest
Ob der Filterwechsel ausreicht oder weitere Ursachen bestehen, dürfte sich bei der nächsten längeren Hitzeperiode zeigen. Sven Weigt und Dr. Gunter Carra haben angekündigt, die Entwicklung gemeinsam mit der Xplastics GmbH und dem Regierungspräsidium Karlsruhe genau zu beobachten. Fest steht: Für viele Bürger bleiben trotz des Filterwechsels noch einige Fragen offen.










