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AUSFLUGSTIPP | Waldbaden im Kraichgau

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Shinrin Yoku – ein neuer Trend im Wald
von Benedikt Siegel

Gerade in der aktuellen Zeit befinden wir uns im Dauerstress. Homeoffice, Kinderbetreuung und steigende Coronazahlen lassen einem keine Ruhe. Aufgrund der Reisebeschränkungen entdecken immer mehr Menschen ihre Heimat neu. So werden Spaziergänge in Parks und Wäldern immer populärer. Seit einiger Zeit gesellt sich dazu auch ein neuer Trend: das japanische Shinrin Yoku, zu deutsch Waldbaden.

Damit ist kein echtes Bad im Wald gemeint, vielmehr sollen die Waldbesucher in die Waldatmosphäre eintauchen. Hierzu eignet sich ein langsamer Spaziergang. In Japan wird das Waldbaden oft mit Atem- und Achtsamkeitsübungen und den Bewegungsabläufen nach Tai-Chi und Qigong ergänzt. Für einen längeren Aufenthalt im Wald kann man ein Sitzkissen und eine Thermoskanne Tee mitnehmen und es sich auf einer Bank oder auf dem Boden gemütlich machen.


Die heimische Natur wiederentdecken

Waldbaden lässt sich theoretisch in jedem Wald oder auch Park ausüben. Die Wälder und Landschaften in unserer Heimat sind sehr vielseitig und lassen sich gut zu Fuß erkunden. Vom Ungeheuerklamm mit seiner abenteuerlichen Holzbrücke, über den weiten Ausblick des Michaelsberg bis hin zu den charakteristischen Hohlwegen des Kraichgaus ist für jeden (Natur)Geschmack etwas dabei. Nach dem Bundeswaldgesetzes §14 ist es Jedermann gestattet, den Wald zu Erholungszwecken zu betreten und sich dort aufzuhalten. Das befürwortet auch Revierförster Michael Durst auf Nachfrage von Landfunker.de:

„Der Wald ist ein großes Stück Heimat, dass jederzeit und kostenlos genutzt werden kann“

Vor allem die Markierung neuer Wanderwege im Land der 1 000 Hügel sind gut und zukunftsfähig, sie ermöglichen es Besuchern, ihre Heimat neu zu entdecken. Dennoch sollte nicht zu viel Remmi-Demmi im Wald veranstaltet werden. Übermäßig viele Downhillstrecken, neue Trimm-dich-Pfade oder gar Segway-Routen durch den Wald wären zu viel des Guten.

Gesundheitliche Vorteile eines Waldaufenthaltes

Das die Umgebung des Waldes den Menschen gut tut, hat mehrere Gründe. Zum einen ist ein Waldbesuch eine Entschleunigung und eine Reizminderung. Gedämpfte Lichtverhältnisse, das leichte Rauschen der Kronen und der Vogelgesang wirken beruhigend auf den Waldbesucher. Der Körper schaltet von Stress und Bereitschaft auf Entspannung und Erholung. Die positiven Körperreaktionen sind messbar: Der Puls beruhigt sich, der Adrenalinspiegel und die Konzentration des Stresshormons Cortisol sinken. Die Luft im Wald ist besonders rein. Zum einen filtern Bäume mithilfe ihrer Nadeln und Blätter Feinstaub wie ein Sieb aus der Luft. Zum anderen geben Bäume sogenannte Terpene, sekundäre Pflanzenstoffe ab. Diese aromatisch riechende Botenstoffe dienen der Immunabwehr von Bäumen und sorgen bei Menschen für eine erhöhte Aktivität der Killerzellen und stärkt so auch unser Immunsystem.

Der heilende Effekt der Bäume wurde auch medizinisch bewiesen!

Der schwedische Forscher Dr. Rodger Ulrich bewertete den Heilungsprozess von 50 Patienten und Patientinnen, welche sich einer Gallenblasenoperation unterzogen hatten. Während die eine Hälfte im Krankenhaus einen Fensterplatz mit Aussicht auf eine Grünfläche mit Baum besaß, schaute die andere Hälfte der Patienten auf eine kahle Hauswand.

Die Patienten mit „Baumblick“ benötigten wesentlich weniger Schmerzmittel und befanden sich in einem besseren psychischen Zustand als die Vergleichsgruppe mit Blick auf die Wand. Dieses Experiment zeigt, dass schon der alleinige Anblick von Grünräumen einen erholenden Effekt hat.

No Go´s im Wald

Dem Wald und seinen Bewohnern zuliebe sollte man sich respektvoll verhalten. Daher sollte man:

  • Keinen Müll hinterlassen
  • Keinen unnötigen Lärm machen
  • Kein Feuer entfachen
  • Im Frühling vermehrt auf den Wegen bleiben, da viele Waldtiere ihre Jungen bekommen
  • Hunde im Wald anleinen

Quellen:

  • Klimawald 2.0- das Magazin der Bayrischen Staatsforsten 15./ Juli 2020, Gerber Print GmbH, München, S. 44-47
  • Maximilian Moser, KERNGESUND mit der Kraft des Waldes, Servus Verlag, 1. Auflage 2020
  • Clemens G. Arvay, Wir können es besser- Wie Umweltzerstörung die Corona-Pandemie auslöste und warum ökologische Medizin unsere Rettung ist, GGP Media GmbH, Pößneck, 31. Juli 2020
  • Anette Bernjus mit Anna Cavelius, WALDBADEN- Mit der heilenden Kraft der Natur sich selbst neu entdecken. Mvgverlag, 1. Auflage 2018
  • Healing Architecture | Gesundheit aktuell – das Gesundheitsmagazin (ukv.de)
  • Autoritätsquelle: Revierförster Michael Durst

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