Bruchsal-Büchenau | Die geplante Gütertrasse zwischen Mannheim und Karlsruhe beschäftigt viele Menschen in den Ortsteilen Büchenau und Untergrombach. Jetzt startet die offizielle Beteiligung der Öffentlichkeit. Bis Ende Juli können Bürger ihre Meinung, Sorgen und Einwände direkt beim Regierungspräsidium Karlsruhe einreichen.
Die Bahnstrecke ist noch Zukunftsmusik. Gebaut wird frühestens in etwa zehn Jahren. Trotzdem geht das Projekt jetzt in eine entscheidende Phase. Denn erstmals können Bürger offiziell Stellung beziehen – und genau das könnte später wichtig werden.
Wo soll die Trasse überhaupt verlaufen?
Nach den bisherigen Plänen der Deutschen Bahn soll die sogenannte Vorzugsvariante R4 von Norden kommend an Hambrücken vorbei bis zur A5 geführt werden und dann entlang der Autobahn Richtung Karlsruhe verlaufen. Für Bruchsal bedeutet das: Die neue Gütertrasse würde direkt an Büchenau und Untergrombach vorbeiführen.
Besonders in Büchenau sorgt ein Abschnitt für Diskussionen. Dort soll die Strecke zwischen der A5 und dem Baggersee „Alte Allmend“ verlaufen – auf engem Raum. Die Bahn geht derzeit davon aus, dass eine technische Lösung möglich ist und genügend Platz vorhanden ist.
Was bedeutet das für die Menschen vor Ort?
Viele Anwohner fragen sich schon jetzt, wie sich eine zusätzliche Bahnstrecke auf ihre Lebensqualität auswirken könnte. In Untergrombach ist das Thema Lärm besonders präsent. Dort ist die Autobahn bereits deutlich zu hören. Die Bahn plant zwar Lärmschutzwände, konkrete Ausführungen gibt es bislang aber noch nicht.
Auch andere Fragen stehen im Raum: Wie wirkt sich die Trasse auf Natur und Landschaft aus? Reicht der Platz tatsächlich aus? Und welche Folgen könnte das Projekt langfristig für die betroffenen Ortsteile haben?
Warum wird das jetzt geprüft?
Aktuell läuft eine sogenannte Raumverträglichkeitsprüfung. Dahinter steckt vereinfacht gesagt die Frage: Passt diese Trasse überhaupt an diesen Ort? Geprüft werden unter anderem mögliche Konflikte mit dem Lärmschutz, mit Naturflächen oder mit anderen Planungen in der Region.
Noch ist also nicht entschieden, wie die Strecke am Ende aussehen wird. Aber die jetzt eingehenden Stellungnahmen fließen in das weitere Verfahren ein.
Wie können Bürger mitreden?
Die Unterlagen zur Prüfung liegen seit dem 1. Juni öffentlich aus und können bis zum 19. Juli eingesehen werden. Wer seine Meinung abgeben möchte, hat dafür noch etwas länger Zeit: Stellungnahmen können bis zum 31. Juli 2026 beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht werden.
Auch die Stadt Bruchsal will eine eigene Stellungnahme erarbeiten. Diese soll im Juli in den Ortschaftsräten von Büchenau und Untergrombach sowie im Gemeinderat beraten werden.
Wo gibt es weitere Informationen?
Alle Unterlagen zur Gütertrasse finden Bürger auf der Internetseite der Stadt Bruchsal sowie auf der Seite des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Dort steht auch das Formular bereit, mit dem Stellungnahmen eingereicht werden können.
Für viele Menschen in der Region ist die Gütertrasse noch ein abstraktes Großprojekt. Doch die aktuelle Beteiligungsphase zeigt: Wer Fragen, Sorgen oder Anregungen hat, kann sie jetzt einbringen – und damit mitentscheiden, wie die Diskussion um die künftige Bahnstrecke weitergeführt wird.










