MANNHEIM/BRUCHSAL, 26. JULI 2026 | Rund 50 Kilometer von ihrem eigenen Einsatzgebiet entfernt haben Feuerwehren aus Bruchsal, Forst, Hambrücken und Ubstadt-Weiher die Mannheimer Einsatzkräfte unterstützt und einen ausgedehnten Flächenbrand bekämpft, um eine Übergreifen in den nahen Industriehafen zu verhindern. Rund 30 Feuerwehrfrauen und -männer aus Bruchsal waren nach Angaben der Feuerwehr mehr als 15 Stunden im Einsatz.
Als am späten Sonntagnachmittag um 17:56 Uhr die Alarmierung eingeht, liegt das Ziel nicht in einem Bruchsaler Stadtteil und auch nicht in einer der umliegenden Gemeinden. Die Einsatzfahrzeuge machen sich auf den Weg nach Mannheim – rund 50 Kilometer entfernt.
Dort kämpfen die örtlichen Feuerwehren bereits gegen einen großflächigen Vegetationsbrand. In der Nähe des Mannheimer Industriehafens stehen aufgrund der anhaltenden Trockenheit etwa 30 Hektar Wiesenfläche in Flammen. Der Wind treibt das Feuer weiter, die Einsatzleitung fordert zusätzliche Kräfte an.
Ein überregionaler Einsatz führt die Bruchsaler Kräfte bis nach Mannheim
Die Integrierte Leitstelle Karlsruhe alarmiert daraufhin den „Zug Brandbekämpfung Nord“. Zu diesem Verband gehören die Drehleiter und das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Bruchsal sowie Fahrzeuge der Feuerwehren Forst, Hambrücken und Ubstadt-Weiher.
Zunächst ist vorgesehen, dass der Zug den Grundschutz im Bereich der Feuerwache Nord in Mannheim-Käfertal sicherstellt. Sollte es während des laufenden Großeinsatzes zu einem weiteren Brand oder einer anderen Notlage kommen, müssten weiterhin ausreichend Kräfte zur Verfügung stehen.

Nach der Ankunft ändert sich die Lage jedoch rasch. Mit Ausnahme der Drehleiter werden die Fahrzeuge aus dem Landkreis Karlsruhe direkt zur Brandbekämpfung im Bereich der Max-Planck-Straße am Industriehafen eingesetzt.
Dort reicht es nicht aus, die Flammen allein mit Wasser zu bekämpfen. Teile des Geländes sind dicht bewachsen, manche Brandherde liegen verborgen im Unterholz. Drohnen suchen das Gebiet aus der Luft ab und lokalisieren mit Wärmebildkameras Glut- und Brandstellen.
Am Boden schlagen sich die Feuerwehrleute Schneisen durch den Bewuchs. Erst dadurch können sie zu jenen Stellen vordringen, die zuvor nicht erreichbar waren. Die Arbeit ist zeitaufwendig und körperlich anstrengend – und sie zieht sich bis tief in die Nacht.
Weitere Fahrzeuge und Ablösekräfte fahren in der Nacht nach Mannheim
Um 0:47 Uhr werden zusätzliche wasserführende Fahrzeuge angefordert. Aus Bruchsal rückt nun auch das Tanklöschfahrzeug TLF 24/48 nach Mannheim aus. Ursprünglich soll es vor allem Wasser transportieren, wird vor Ort jedoch ebenfalls unmittelbar in die Brandbekämpfung eingebunden.
Auch der Gerätewagen Transport macht sich auf den rund 50 Kilometer langen Weg. An Bord befinden sich Einsatzkleidung und Werkzeuge für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung. Ein Mannschaftstransportwagen bringt zudem Ablösekräfte nach Mannheim. Sie übernehmen von jenen Feuerwehrangehörigen, die bereits seit dem frühen Abend im Einsatz stehen.
Während die Nacht fortschreitet, beginnt die Suche nach verbliebenen Glutnestern. Immer wieder müssen Stellen kontrolliert, freigelegt und abgelöscht werden. Gerade bei trockenem Boden und dichtem Bewuchs könnten übersehene Glutreste das Feuer erneut entfachen.
Erst am Montagmorgen endet der Einsatz für die letzten Bruchsaler Kräfte. Gegen 9:15 Uhr treffen sie wieder am Feuerwehrhaus in Bruchsal ein. Hinter ihnen liegen 15 Stunden und 17 Minuten Einsatzdauer, eine nächtliche Fahrt über die Stadt- und Kreisgrenzen hinweg und eine Zusammenarbeit mit Einsatzkräften aus mehreren Regionen und Organisationen.
Die Feuerwehr Bruchsal war nach eigenen Angaben mit rund 30 Feuerwehrfrauen und -männern sowie fünf Fahrzeugen beteiligt. Besonders hervorgehoben wurde die Zusammenarbeit mit den örtlichen Kräften in Mannheim, den Feuerwehren aus dem Landkreis Karlsruhe und den weiteren beteiligten Organisationen.








