Ein Bild. Ein Blick. Und plötzlich ist sie wieder da: eine Straße, ein Platz, vielleicht ein Stück Kindheit
An einem der heißesten Tage des Sommers kommen rund 50 Bruchsalerinnen und Bruchsaler ins Rathaus am Marktplatz. Draußen mehr als 30 Grad. Drinnen Kaffee, Kekse und vor allem kühle Getränke. Einige nutzen die Minuten vor Beginn für einen letzten Rundgang durch die Ausstellung „Ein Bild von einer Stadt“. Andere sind schon mitten im Gespräch.
Die Ausstellung zeigt Gemälde und Zeichnungen aus rund zwei Jahrhunderten Bruchsaler Stadtgeschichte. Zu sehen ist das alte Bruchsal mit seinen Gassen und Fassaden. Es folgen die Zerstörung am 1. März 1945, der Wiederaufbau und schließlich Ansichten einer Stadt, die sich immer weiter verändert. Doch die Bilder zeigen nicht nur Architektur. Sie öffnen Türen zu persönlichen Erinnerungen.
Ausgewählte Stadtansichten sollen den ersten Impuls geben – den Rest übernehmen die Gäste. Kaum erscheint das erste Bild, wird aus der Präsentation ein gemeinsames Gespräch. Es wird ergänzt, nachgefragt und ab und zu auch widersprochen.
An diesem Abend gibt es nicht immer nur eine Version der Vergangenheit. Erinnerungen können lückenhaft sein. Manchmal haben sich Orte verschoben oder Einzelheiten verändert. Doch genau darin liegt die Stärke des Erzählcafés: Was dem einen fehlt, weiß vielleicht die andere. Aus vielen persönlichen Blickwinkeln entsteht nach und nach ein gemeinsames Bild.
Eine Stadt verändert ständig ihr Gesicht. Bilder halten einen Augenblick davon fest. Lebendig wird er aber erst durch die Menschen, die sich erinnern – und ihre Geschichten miteinander teilen. An diesem Abend hat Bruchsal gezeigt: Manchmal genügt ein einziges Bild, damit eine ganze Stadt zu erzählen beginnt.
INFO-BOX
„So war’s …“
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Ob Straßenfest, Vereinsjubiläum oder Weindorf – bei „So war’s …“ seid ihr mittendrin, wenn in der Region etwas los ist. Woche für Woche fangen wir von KraichgauTV die Atmosphäre vor Ort ein, sprechen mit Menschen, zeigen, was Vereine und Engagierte auf die Beine stellen. Echt, lebendig, ungekünstelt – eben so, wie’s war.
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