BERUF & KARRIERE :: Wein im Blut – Weinbauer Adrian Zimmer

Es gibt sie – eine neue Generation junger Winzer, die jung, aufgeschlossen, spritzig und voller Lebensfreude und doch fest verwurzelt mit ihrer Region, dem deutschen Wein ein frisches Gesicht geben. Adrian Zimmer ist einer von ihnen. Ein ganz Neuer, der stolz in diesem Jahr seinen ersten eigenen waschechten Kraichgauer Wein präsentiert.

„Ich habe den Wein sozusagen im Blut“, sagt der 29-Jährige von sich selbst. „Im wunderschönen Kraichgau bin ich aufgewachsen und hier wachsen auch meine Reben. Meine Eltern sind Genossenschaftswinzer im Vollerwerb, da wurde mir der Wein praktisch in die Wiege gelegt.“

Nach seiner 3-jährigen Ausbildung zum Winzer, die er beim Weingut Klumpp in Bruchsal und im schwarzen Adler im Kaiserstuhl absolvierte, entschloss er sich zum Weinbaustudium in Geisenheim und ist, nach Vollendung der sechs Semester nun als Bachelor of Science in Weinbau und Ökologie mit seinen ganz eigenen Ideen ins heimische Odenheim zurückgekehrt.

Hobby: Als Ausgleich fertigt Adrian Zimmer Skulpturen
Hobby: Als Ausgleich fertigt Adrian Zimmer Skulpturen

„Meine Eltern sind Genossenschaftswinzer, sie vermarkten ihren Wein nicht selbst. Ich mache das jetzt. Ich möchte meine ganz eigenen Weine anbieten – waschechte Kraichgauer Weine mit dem gewissen Etwas: traditionell, aufgeschlossen, jung und spritzig“, erzählt Adrian, während wir durch die Weinberge bei Odenheim schlendern. Reben wo das Auge hinsieht. Ein traumhafter Arbeitsplatz.

Adrian arbeitet bei der Winzergenossenschaft Wiesloch und betreibt seit kurzem dieses eigene Weingut im Nebenerwerb. Den eigenen Wein vermarkten – der Traum eines jeden Winzers. „Der Wein jedes Weingutes hat seinen eigenen Stil, welcher maßgeblich von der Lage der Weinberge und deren Bewirtschaftung beeinflusst wird“, erklärt der Jungunternehmer. „Ich versuche den traditionellen und den innovativen Anbau zu verbinden. Traditionell heißt altbewährte Sorten wie Spät- oder Weißburgunder auszubauen, aber auch innovativ neues auszuprobieren, beispielsweise einen Merlot.“

Der Job des Winzers kann nicht auf einzelne Jahreszeiten reduziert werden, wie das oft angenommen wird. Ein Weinjahr hat 365 Tage. Die Arbeiten auf dem Weinberg müssen gemacht werden, egal ob das Wetter gut oder schlecht ist. „Nach der Ernte verlieren die Reben ihre Blätter und müssen zurückgeschnitten werden. Dies ist der Start in das neue Weinbaujahr. Hier muss der Winzer jetzt schon über die Qualität des Weines im nächsten Jahr entscheiden“, erzählt der Jungwinzer über seinen Alltag. „Unsere Arbeit ist ein Handwerk. Auch wenn heute einiges maschinell erledigt werden kann, bleibt vieles was manuell gemacht werden muss. Ein Sprichwort sagt: der Weinberg will den Winzer einmal am Tag gesehen haben und ein Weinberg braucht Liebe, Aufmerksamkeit und vor allem Können.“

Da ist es kein Wunder, dass Adrian bei jedem Gewitter das aufzieht besorgt an seine Reben denkt. „Man lebt und arbeitet mit der Natur, aber natürlich hat man auch Angst vor ausufernden Wetterlagen. Hier hilft eigentlich nur, dass man sich in gewisser Weise finanziell etwas absichert“, sagt Adrian etwas leise. Beim Weinbau fallen natürlich auch Verwaltungsarbeiten an. Hier hilft die ganze Familie mit. Adrians Freundin Sina schmeißt das Büro. Die 27-jährige steht voll und ganz hinter seinen Zukunftsplänen.

Lässt einem der Weinberg noch Zeit für andere Hobbys? Adrian lacht: „Ich bin seit Kindesbeinen bei der freiwilligen Feuerwehr und zudem fertige ich Skulpturen. Zwei davon stehen bereits in den Weinbergen. Das ist mein Ausgleich zum Alltag auf dem Weinberg.“

Adrian Zimmer trinkt selbst leidenschaftlich gerne Wein: „Die Leidenschaft gehört beim Weintrinken in gewisser Weise dazu. Man muss viele Weine kennen und probieren nicht nur die eigenen, auch wenn die einem am besten schmecken – nur so kann man seinen eigenen Stil finden.“

Weinflaschen Adrian Zimmer


INFO-BOX

Weingut Adrian Zimmer
Nibelungenstr. 17
76684 Östringen
Telefon: +49 175 2414359
E-Mail: info@weingut- adrian-zimmer.de
www.weingut-adrian-zimmer.de


Text: Christina Notheisen, Bilder: Christina Notheisen, Adrian Zimmer

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