Bruchsal, 24.7.26 | Solche Fragen wirken auf den ersten Blick belanglos. Doch Millionen kleiner Kaufentscheidungen bestimmen mit, wie nachhaltig wir leben – und wie gesund wir uns ernähren. Wer schon als Jugendlicher versteht, wo Lebensmittel herkommen, warum Regionalität oft sinnvoll ist und wie sich bewusste Ernährung ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren lässt, nimmt dieses Wissen meist ein Leben lang mit.
Lernen ohne erhobenen Zeigefinger
Genau hier setzt das Schülermentorenprogramm „Nachhaltig Essen“ des Landratsamts Karlsruhe an. 15 Jugendliche aus fünf Schulen haben den Qualifizierungskurs erfolgreich nun abgeschlossen. Sie beschäftigten sich nicht nur mit gesunder Ernährung, sondern auch mit den Auswirkungen ihres Einkaufs auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Künftig geben sie ihre Erfahrungen an ihren Schulen weiter und stoßen dort eigene Projekte an – eine Idee, die Schule weit über den Unterricht hinaus wirken lässt. Denn Jugendliche erreichen Gleichaltrige oft besser als jeder erhobene Zeigefinger. Das entspricht auch dem Konzept des Programms, das die Teilnehmer dazu befähigen soll, eigenständig Projekte an ihren Schulen umzusetzen und den Schulalltag mitzugestalten.
Die angehenden Mentoren besuchten unter anderem die Klimaarena Sinsheim, den Weltladen Bruchsal und einen landwirtschaftlichen Betrieb in Gondelsheim. In der Lehrküche des Ernährungszentrums in Bruchsal wurde das Gelernte anschließend praktisch umgesetzt. Dabei ging es nicht um komplizierte Rezepte, sondern um alltagstaugliche Gerichte aus regionalen und saisonalen Zutaten.
Am Ende bleibt die Frage vom Anfang: Tomaten im Winter oder Karotten vom Hof nebenan? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Genau darum geht es im Schülermentorenprogramm. Die Jugendlichen lernen, Lebensmittel bewusster auszuwählen, Zusammenhänge zu verstehen und ihre Entscheidungen nicht nach Gewohnheit, sondern nach Wissen zu treffen. Dieses Wissen sollen sie künftig an ihre Mitschüler weitergeben.










