BRUCHSAL, 12. AUGUST 2026 | Wer häusliche Gewalt erlebt und deshalb die Polizei rufen muss, braucht oft auch danach rasche Unterstützung. Genau hier soll eine neue Clearing- und Interventionsstelle im Landkreis Karlsruhe ansetzen. Für ihren Aufbau stellt die Sparkasse Kraichgau 3.000 Euro zur Verfügung.
Die Idee hinter der Clearingstelle ist schnell erklärt: Nach einem Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt müssen Betroffene nicht selbst herausfinden, an welche Beratungsstelle sie sich nun wenden können. Mit ihrem Einverständnis übermittelt die Polizei die Kontaktdaten an die neue Anlaufstelle. Fachkräfte melden sich bereits am folgenden Tag, erklären vorhandene Hilfsmöglichkeiten und unterstützen bei den nächsten Schritten.
Gerade in einer akuten Krisensituation kann dieser direkte Kontakt entscheidend sein. Wer gerade Gewalt erlebt hat, soll nicht erst Telefonnummern suchen, Zuständigkeiten klären oder selbst verschiedene Stellen abtelefonieren müssen. Die professionelle Hilfe setzt möglichst unmittelbar nach dem Polizeieinsatz ein.
Für Menschen im Landkreis Karlsruhe würde damit eine Lücke geschlossen. In der Stadt Karlsruhe gibt es bereits ein entsprechendes Angebot, im Landkreis fehlt eine solche Clearing- und Interventionsstelle bislang.
Aufbauen will sie die SopHiE gGmbH, die in der Region bereits Erfahrung mit dem Schutz und der Beratung von Menschen hat, die häusliche Gewalt erleben. Der Träger betreibt seit 2010 die beiden Schutzhäuser im Landkreis sowie die Beratungsstelle Libelle. Die fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die neue Clearingstelle seien bereits geschaffen. Was für einen dauerhaften Betrieb noch fehlt, ist Geld.
3.000 Euro aus Bruchsal helfen beim Start
Einen Teil davon steuert nun die Sparkasse Kraichgau bei. Sie stellt 3.000 Euro für den Aufbau des Angebots zur Verfügung. Es ist eines jener Engagements, bei denen das regionale Kreditinstitut immer wieder Geld für gemeinnützige Vorhaben in seinem Geschäftsgebiet locker macht. Diesmal fließt die Unterstützung in ein Projekt, dessen Nutzen sehr konkret werden soll: Menschen nach häuslicher Gewalt schneller zu erreichen.
Diese Bereitschaft, regionale Projekte nicht nur mit guten Worten, sondern regelmäßig auch finanziell zu unterstützen, darf durchaus Anerkennung finden. Denn gerade soziale Angebote stehen häufig vor einem ziemlich handfesten Problem: Die Idee ist da, Fachwissen und Personal ebenfalls, doch für Aufbau und dauerhaften Betrieb muss die Finanzierung erst einmal stehen.
„Die Unterstützung der Sparkasse Kraichgau bringt uns unserem Ziel ein großes Stück näher. Jede Spende hilft dabei, die Finanzierung der Clearingstelle zu sichern und Betroffenen künftig genau dann Unterstützung anzubieten, wenn sie sie am dringendsten benötigen“, sagt Sonja Winter, Geschäftsführerin der SopHiE gGmbH.
Auch Norbert Grießhaber, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kraichgau, verweist auf die besondere Situation der Betroffenen. Häusliche Gewalt finde häufig im Verborgenen statt. Deshalb sei schnelle professionelle Unterstützung wichtig.
Weitere Spenden für den dauerhaften Betrieb gesucht
Mit den 3.000 Euro allein ist die Finanzierung allerdings noch nicht gesichert. Für den dauerhaften Betrieb der Clearingstelle benötigt die SopHiE gGmbH weitere Mittel.
Unterstützt werden kann das Vorhaben deshalb auch über die Spendenplattform WirWunder. Dort ist es unter dem Titel „Nein zu häuslicher Gewalt – Aufbau einer Clearingstelle im Landkreis KA“ als eigenes Förderprojekt eingestellt.
Foto: Sparkasse Kraichgau









