Die Aufgaben sind vorbereitet, der Parcours ist gesteckt – und die jungen Fußballer stehen pünktlich auf dem Platz.
Zwischen acht und 16 Jahre alt sind die Nachwuchskicker, die in Wiesental beim Talentwerk von Stefan Ronecker trainieren. Gleiches Outfit, Handschlag zur Begrüßung, volle Konzentration: Hier wird schnell klar, dass es um mehr geht als nur ein bisschen zusätzliches Kicken.
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Ronecker, ehemaliger Nachwuchstrainer des Karlsruher SC, hat ein Trainingsangebot geschaffen, das gezielt über das klassische Vereinstraining hinausgeht. Technik, Spielintelligenz und individuelle Schwächen stehen genauso auf dem Programm wie Pünktlichkeit, Disziplin, Ehrgeiz und respektvoller Umgang miteinander.
Wer ist eigentlich ein Talent?
Auf dem Platz stehen überdurchschnittlich gute Fußballer. Doch wer entscheidet eigentlich, wer wirklich Talent hat?
Bei Ronecker reicht dafür nicht die Einschätzung der Eltern. Nach einem Probetraining und einer persönlichen Sichtung entscheidet der Trainer, ob ein Kind in das Talentwerk aufgenommen wird. Und manchmal fällt die Antwort eben auch ehrlich aus: Es reicht noch nicht.
Wer dabei ist, bekommt regelmäßig Rückmeldung über die eigene Entwicklung. Ein besonderes Werkzeug dabei ist das „Fußballzeugnis“: Ähnlich wie in der Schule wird dokumentiert, wo die Spieler stehen und in welchen Bereichen sie sich verbessert haben.
Videoanalyse statt Leerlauf
Während des Trainings wird nichts dem Zufall überlassen. Übungen wechseln schnell, Leerlauf gibt es kaum. Mit dem iPad werden Situationen aufgezeichnet und später analysiert, hinzu kommen theoretische Einheiten. Rund 30 Nachwuchskicker nehmen derzeit am Talentwerk teil.
Trotz aller Ernsthaftigkeit soll eines aber nicht verloren gehen: der Spaß am Fußball.
„Die Kinder gehen mit einem Lächeln nach Hause.“
Mit den Heimatvereinen sieht sich Ronecker dabei ausdrücklich nicht in Konkurrenz. Seine Förderung versteht er als Ergänzung: Die Kinder bleiben Mitglied ihrer Vereine, trainieren und spielen dort weiter und sollen das zusätzlich Gelernte mit zurück in ihre Mannschaften nehmen.
Dass zum Fußball nicht nur Technik und Tore gehören, zeigt sich ebenfalls schnell. Respekt gegenüber Trainern und Mitspielern ist Pflicht – und wer sich im Ton oder Verhalten vergreift, bekommt auch schon einmal eine klare Ansage.
Wie das Training bei Stefan Ronecker aussieht, was Eltern und Spieler davon halten und warum der ehemalige KSC-Nachwuchstrainer findet, dass im deutschen Jugendfußball teilweise zu wenig und falsch trainiert wird, zeigen wir im Beitrag.
Das ausführliche Interview mit Stefan Ronecker finden Sie hier:
landfunker.de/fussballtalente-gesucht-stefan-ronecker-ueber-foerderung-disziplin-und-spass/
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