OBERHAUSEN-RHEINHAUSEN, 18. AUGUST 2026 | Sie suchen sich Menschen aus, bei denen sie offenbar leichte Beute vermuten: alt, vertrauensvoll und körperlich oft weniger in der Lage, sich zu wehren. In Oberhausen-Rheinhausen wurde nun eine 86-Jährige Opfer eines Mannes, der sich laut Polizei als Physiotherapeut ausgab.
Es ist das besonders Schäbige an solchen Taten: Die Täter setzen nicht auf Zufall, sondern auf Vertrauen und vermeintliche Hilfsbereitschaft. Während Schockanrufe inzwischen vielen Menschen ein Begriff sind, zeigt der Fall in Oberhausen-Rheinhausen eine andere Variante. Der Täter sitzt nicht irgendwo am Telefon. Er steht direkt vor der Haustür.
Schmuck und Bargeld im Wert von 2000 € gestohlen
Am Montagmittag gegen 12.05 Uhr sprach der Unbekannte die 86-Jährige vor ihrem Wohnhaus in der Wilhelmstraße an. Er gab sich als Physiotherapeut aus. Die Seniorin ließ ihn in ihre Wohnung.
Dort verwickelte er sie in ein Gespräch und bat um ein Glas Wasser. Als die Frau in die Küche ging, durchsuchte der Mann nach bisherigen Erkenntnissen mehrere Schränke. Bargeld und Schmuck im Wert von rund 2.000 Euro verschwanden. Anschließend verließ der Unbekannte die Wohnung und ging in Richtung Rhein davon.
Vertrauen als Türöffner: Der angebliche Physiotherapeut soll etwa 1,90 Meter groß und zwischen 25 und 40 Jahre alt sein.
Der Mann wird als hellhäutig, mit kurzen dunklen Haaren und schlanker Figur mit Bauchansatz beschrieben. Er trug eine beige Hose, ein weißes Polo-Shirt und schwarze Schuhe. Zudem hatte er eine schwarze Aktentasche dabei.
Ob sich damit tatsächlich eine neue, systematisch eingesetzte Masche neben den bekannten Schockanrufen entwickelt, lässt sich aus diesem Fall allein nicht ableiten. Das Prinzip aber ist ähnlich: Ältere Menschen sollen mit einer glaubwürdigen Geschichte dazu gebracht werden, einem Fremden zu vertrauen.
Die Polizei rät deshalb eindringlich, unangemeldete Fremde nicht in die Wohnung zu lassen. Bei Zweifeln sollte über selbst recherchierte Telefonnummern beim angeblichen Auftraggeber nachgefragt werden. Bei Verdacht gilt: 110 wählen.
Zeugen können sich beim Polizeirevier Philippsburg unter 07256 93290 melden.
Die Botschaft an ältere Alleinstehende weitergeben:
Niemand muss einen unbekannten Mneschen in seine Wohnung lassen
Fast jeder kennt jemanden, der älter ist und allein lebt: die Mutter, den Vater, die Großeltern, einen ehemaligen Kollegen oder die ältere Nachbarin ein paar Häuser weiter. Vielleicht lohnt sich in diesen Tagen ein Besuch, ein Kaffee und ein Gespräch darüber, mit welch schäbigen Methoden Kriminelle versuchen, gerade ältere Menschen um Geld und Erinnerungsstücke zu bringen.
Zehn Minuten Aufmerksamkeit können mehr bewirken als die nächste Warnmeldung. Und ein Satz sollte dabei hängen bleiben: Niemand muss einen unbekannten Menschen in seine Wohnung lassen.









