ZEUTERN, 25. Oktober 2026 | Wissen Sie, was eine Schleppjagd ist? Wer am Sonntag rund um den Martinushof bei Zeutern unterwegs war, bekam darauf eine ziemlich anschauliche Antwort: Sieben Reiter der Badischen Dragoner aus Forst, eine Meute Foxhounds jagten auf rund 16 Kilometer Strecke durch die herbstliche Kraichgaulandschaft. Dazu Jagdhornklänge und einige Hindernisse, die es im Sattel zu überwinden galt. Nur einer fehlte bei dieser Jagd: der Fuchs. Und das war ihm vermutlich ziemlich recht.
Stattdessen folgte die Meute einer künstlich gelegten Duftspur. Ein sogenannter Schleppenreiter war dem Feld vorausgeritten und hatte mit einer Mischung aus Anis und Fenchel die Fährte ausgelegt. Für menschliche Nasen maximal wie Kräutertee, für die Foxhounds dagegen eine klare Arbeitsanweisung. Schnauzen runter, Spur aufnehmen, Erster sein.
Dahinter folgten die Reiter, die ihre Pferde über Wege, Wiesen und die vorgesehenen Sprünge führten. Was von außen nach einem gemeinsamen Ausritt aussehen mag, verlangt einiges an Können. Pferde, Hunde und Reiter müssen zusammenspielen. Die Strecke lässt nicht immer viel Zeit zum Überlegen.
Ausgangspunkt war der Martinushof, eine etwas abseits gelegene Reitanlage zwischen Zeutern und Östringen, die vor allem im Dressursport bekannt ist. Hier trafen sich die Teilnehmer und Zuschauer, bevor sich das Geschehen in die umliegende Landschaft verlagerte.
Für den traditionellen Klang sorgten die Bläserfreunde St. Eustachius aus Menzingen. Ihre Jagdhörner begleiteten das Geschehen und waren nach der Rückkehr der Reiter noch einmal bei einem Konzert auf dem Martinushof zu hören. Während die Pferde ihre Geländerunde da bereits hinter sich hatten, waren die Musiker also noch nicht ganz fertig. Zum Abschluss bedankten sich die Veranstalter bei den Helfern, den teilnehmenden Reitern, den Bläserfreunden aus Menzingen und den Gastgebern des Martinushofs.
Fotos: Andreas Christmann












