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Flamingos, Fahnen, bunte Laune – Bruchsal dreht am Farbregler

In aller Kürze

• 300 feiern Brusl Pride
• Parade Schloss → Rathaus
• Familienfest im Anschluss

Bruchsal, 21.06.25 | Rund 300 Menschen tanzen und laufen beim zweiten „Brusl Pride“ vom Barockschloss quer durch die Kaiserstraße bis vors Rathaus – begleitet von der ein oder anderen Polit-Prominenz, Infoständen und rosa Flamingos mit Gute-Laune-Liedern.

Juni ist weltweit PrideMonth: Überall erinnern Paraden an den Stonewall-Aufstand vom 28. Juni 1969 in New York, als queere Menschen erstmals massenhaft gegen Polizeigewalt protestierten – die Geburtsstunde der modernen LGBTIQ+-Bewegung.

Während Metropolen Zehntausende mobilisieren, ist die Zahl der Teilnehmenden in der Stadt mit geschätzt 300 auf dem Marktplatz überschaubarer. Bunt geschmückt mit Regenbogenfahnen, Schirmen und Fächern setzte sich die Parade um 14:30 Uhr im Ehrenhof des Bruchsaler Schlosses in Bewegung, bog über die Schlosstraße in die Kaiserstraße ein und erreichte schließlich das Rathaus. Die Botschaft  „Familie ist Vielfalt“ kam an: In Bruchsal präsentierte sich die Veranstaltung sympathisch, bunt und freundlich. An zahlreichen Ständen gab es Informationen rund um die Themen der freien Selbstentfaltung, Toleranz und Menschenrechte. Eine Veranstaltung, die umso mehr Zustimmungen findet, je toleranter man aufeinander zugeht. Initiiert wurde der Umzug erneut von Christian Holzer und Alexandra Nohl, beide als lokale SPD-Akteure bekannt. Unter den Demo-Teilnehmenden marschierten Bruchsals Ober­bürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (Grüne) sowie die OB-Kandidaten Sven Weigt (CDU), Helge Viehweg (SPD) und Vanessa Schulz (Die Partei). Zum späteren Zeitpunkt des Familienfestes sollen es laut Veranstalter Holzer insgesamt um die 1.300 Besucher gewesen sein.

„LGBTIQ+“ – Eine Buchstabensuppe mit Augenzwinkern

Ins Deutsche übersetzt, einmal zum Mitschreiben: Lesbisch, Schwul, Bi, Trans*, Inter* und Queer – das Plus hält die Tür für weitere Identitäten offen. „Queer“ fungiert dabei als Sammel- und Selbstausdruck für alle jenseits der cis-heteronormativen Schublade (cis ist gemeint, wenn sich die Geschlechtsidentität mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht deckt). Wer sich in keine Box pressen lassen will, sagt einfach „divers“ – seit 2019 sogar amtlich möglich. Der Ausdruck „cis“ stammt ursprünglich aus dem Lateinischen: cis- bedeutet „diesseits“, also „auf derselben Seite“, und ist das Gegenstück zu trans- („jenseits“).

Pride ist mehr als Party

Hinter Schirmen, Glitzer und Regenbogenfarben steht ein jahrzehntelanger Kampf um Selbstbestimmung: Viele queere Menschen erleben bis heute offene und versteckte Diskriminierung, homofeindliche Sprüche am Arbeitsplatz und manchmal auch körperliche Übergriffe. Die Parade erinnert daran, dass Rechte wie die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, Personenstands­änderung oder das Recht, einfach man selbst zu sein, hart erstritten wurden – und an manchen Orten noch immer verteidigt werden müssen. Pride bedeutet deshalb nicht nur Feiern, sondern fordert die vorbehaltlose Anerkennung jedes Menschen, unabhängig von Geschlecht, Identität oder Liebe.

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