31.285 Meter über dem Meeresspiegel, minus 52 Grad Celsius und eine kleine Box voller Technik: Was ein wenig nach Science-Fiction klingt, ist in Huttenheim tatsächlich passiert.
Im Rahmen des Field-Day-Weekends des DARC-Ortsverbands Philippsburg schickten die Funkamateure einen Stratosphärenballon auf eine außergewöhnliche Reise – von Huttenheim bis weit über die Flughöhe gewöhnlicher Passagiermaschinen.
Ein empfindlicher Passagier Richtung Stratosphäre
Bevor es nach oben gehen konnte, war allerdings Fingerspitzengefühl gefragt. Die Hülle des Ballons besteht aus extrem dünnem Latex. Selbst Fett an den Fingern kann das Material angreifen und Schwachstellen verursachen. Deshalb wurde beim Befüllen mit Handschuhen gearbeitet.
Am Boden hatte der Ballon zunächst nur einen Durchmesser von rund eineinhalb bis zwei Metern. Mit zunehmender Höhe und sinkendem Luftdruck dehnte er sich jedoch immer weiter aus. In der Stratosphäre konnte er schließlich einen Durchmesser von rund zehn Metern erreichen.
Für den nötigen Auftrieb sorgte Wasserstoff – unter anderem, weil dieser deutlich günstiger ist als Helium.
Drei Kameras und jede Menge Funktechnik
Der eigentliche Star des Experiments hing allerdings unter dem Ballon: eine kleine Nutzlastbox, vollgepackt mit Technik.
Mit an Bord waren Amateurfunk-Sender, verschiedene Sensoren und gleich drei Kameras. Während des Fluges wurden Daten zur Erde übertragen und die Reise aus verschiedenen Perspektiven aufgezeichnet.
Fast dreimal so hoch wie ein Verkehrsflugzeug
Am höchsten Punkt erreichte der Stratosphärenballon exakt 31.285 Meter über dem Meeresspiegel.
Zum Vergleich: Verkehrsflugzeuge sind üblicherweise in etwa zehn bis zwölf Kilometern Höhe unterwegs. Der Ballon schaffte es damit fast dreimal so hoch.
Auch die gemessenen Temperaturen zeigen, in welche extremen Bereiche die Technik vorgedrungen ist: Bis zu minus 52 Grad Celsius wurden während des Fluges registriert.
Irgendwann war schließlich Schluss mit dem Aufstieg. Der Ballon platzte und die Nutzlast machte sich zurück auf den Weg Richtung Erde.
Die Box landete schließlich bei Billigheim und konnte von den Funkamateuren wiedergefunden und geborgen werden – samt Messdaten und spektakulären Kameraaufnahmen.
Ein Ballon, drei Kameras, jede Menge Funktechnik und mehr als 31 Kilometer Höhenunterschied: Wir haben die Funkamateure beim Start in Huttenheim begleitet und zeigen, was während der Reise hoch über den Wolken passiert ist.
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