Die Freibadsaison ist eröffnet. Für die Badeaufsicht beginnt damit die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Denn hinter jedem entspannten Badetag stehen Menschen, die aufmerksam beobachten, Risiken erkennen und im Notfall innerhalb von Sekunden handeln müssen.
Aus der Reihe: Summertime
Am Beckenrand ist kein Tag wie der andere. Während die Gäste ihre Bahnen ziehen, vom Sprungturm ins Wasser sausen oder auf der Liegewiese entspannen, läuft hinter den Sonnenbrillen der Aufsichtskräfte ein hochkonzentrierter Job ab. Die wichtigste Arbeit passiert dabei oft unbemerkt: ein kurzer Hinweis, ein aufmerksamer Blick oder ein rechtzeitiges Eingreifen verhindern viele kritische Situationen, bevor überhaupt jemand merkt, dass es hätte gefährlich werden können.
Das SASCH:
Gut vorbereitet in die Saison

Im SASCH Bruchsal blickt man gelassen auf die kommenden Sommermonate. Das Team ist vollständig besetzt, zwischen zwölf und sechzehn Mitarbeitende sorgen täglich dafür, dass der Badebetrieb sicher abläuft. Wer hier Verantwortung am Beckenrand übernimmt, braucht mehr als nur gute Schwimmkenntnisse. Das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber, ein aktueller Erste-Hilfe-Nachweis und regelmäßige Schulungen gehören zum Standard.
Stillstehen gibt es dabei kaum. Die Aufsichtskräfte wechseln regelmäßig ihre Standorte, beobachten das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven und behalten das gesamte Bad im Blick. Besonders häufig müssen sie eingreifen, wenn Kinder unbeaufsichtigt unterwegs sind oder Badegäste ihre Schwimmfähigkeiten überschätzen.
„Unsere Mitarbeitenden tragen eine hohe Verantwortung und müssen möglichst alles im Blick haben.“ Vor allem an heißen Sommertagen, wenn die Besucherzahlen steigen und jede Liegewiese besetzt ist, wird diese Aufgabe zur echten Herausforderung. Umso erfreulicher: Echte Rettungseinsätze sind selten. Das liegt auch daran, dass viele Risiken bereits im Vorfeld erkannt werden. Oft genügt eine freundliche Ansprache oder eine Durchsage über die Lautsprecher, um eine Situation zu entschärfen.
Besonders stolz ist man in Bruchsal auf die eigene Nachwuchsarbeit. Die Stadtwerke bilden selbst Fachangestellte für Bäderbetriebe aus und sichern damit langfristig qualifiziertes Personal. Für die laufende Saison fühlt sich das Team bestens aufgestellt. Der Wunsch an die Badegäste ist dabei einfach: „Wir wünschen uns einen rücksichtsvollen und respektvollen Umgang miteinander – sowohl gegenüber anderen Badegästen als auch unserem Bäderpersonal.“
Die Badewelt: Prävention hat oberste Priorität

Auch die Badewelt Bretten startet mit einem starken Team in die Saison. Zwölf festangestellte Mitarbeitende und vier zusätzliche Aushilfen kümmern sich um die Wasseraufsicht. Je nach Besucheraufkommen sind in Stoßzeiten bis zu sieben Aufsichtskräfte gleichzeitig im Einsatz.
Dabei geht es längst nicht nur darum, auf das Wasser zu schauen. Die größte Herausforderung sieht das Team in einem Bereich, den viele Besucher vermutlich nicht erwarten würden: im Verhalten mancher Badegäste. „Das absolute Nichtwissen und die Verantwortungslosigkeit der Besucher“ erschwere die Arbeit zunehmend, heißt es aus Bretten. Hinzu komme, dass Regeln immer häufiger diskutiert oder schlicht ignoriert würden.
Für die Mitarbeitenden bedeutet das ständige Aufmerksamkeit. Innerhalb von Sekunden müssen Situationen eingeschätzt und Entscheidungen getroffen werden. Das erfordert nicht nur Fachwissen, sondern auch Erfahrung und ein starkes Team. Deshalb setzt die Badewelt auf regelmäßigen Austausch unter den Mitarbeitenden und hat zusätzlich ein eigenes Krisenmanagement für belastende Einsätze eingeführt.
Auch hier sind echte Rettungseinsätze glücklicherweise selten. Die Philosophie lautet: Prävention statt Aktion. Alle notwendigen technischen Hilfsmittel stehen bereit, die Mitarbeitenden werden regelmäßig geschult und arbeiten nach klar definierten Gefahren- und Rettungsplänen.
Von den Gästen wünschen sich die Verantwortlichen vor allem eines: „Ein offenes Ohr für die Mitarbeitenden und deren verantwortungsvolle Arbeit sowie den notwendigen Respekt, damit alle etwas von der schönsten Sache der Welt haben: dem Schwimmen.“
Die Freibäder Östringen:
Prävention und Aufmerksamkeit

Auch die Bäder in Östringen fühlen sich für die laufende Saison gut vorbereitet. Im Rahmen des neuen Betriebsführungsvertrags mit der Firma Plan P GmbH & Co. KG steht ein qualifiziertes Team aus Meistern für Bäderbetriebe, Rettungsschwimmern und Reinigungskräften bereit.
Für die Arbeit am Beckenrand sind ein gültiger Rettungsschwimmschein in Silber, ein aktueller Erste-Hilfe-Nachweis und regelmäßige Schulungen Voraussetzung. Die Aufsicht wird durch feste Zuständigkeitsbereiche mit regelmäßigen Wechseln organisiert, damit alle Bereiche des Freibads kontinuierlich im Blick bleiben.
Zu den häufigsten Risikosituationen zählen Übermut beim Springen, die Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten sowie unbeaufsichtigte Kinder. Deshalb setzt das Team vor allem auf Prävention: Gefährliches Verhalten wird frühzeitig angesprochen, bevor kritische Situationen entstehen können.
Echte Rettungseinsätze sind auch in Östringen eher selten. Für den Ernstfall stehen technische Hilfsmittel wie Defibrillatoren bereit, zudem bestehen klare Abläufe für die Zusammenarbeit mit Rettungsdienst und Feuerwehr. Von den Badegästen wünscht sich das Team vor allem Rücksichtnahme, die Beachtung der Badeordnung und eine aufmerksame Beaufsichtigung von Kindern.
Mehr als nur ein Sommerjob
Die Menschen am Beckenrand sind weit mehr als nur die „mit Sonnenbrille und Pfeife“. Sie sind Aufsichtspersonen, Ersthelfer, Ansprechpartner, Konfliktlöser und manchmal auch Retter in der Not. Dass die meisten Badetage ohne Zwischenfälle verlaufen, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis von Aufmerksamkeit, Erfahrung und Teamarbeit – Tag für Tag, oft unbemerkt, aber immer unverzichtbar.









