Bruchsal, im Juli | Die extremen Hitzetage schienen endlich überwunden, und auch die angekündigten Gewitter blieben glücklicherweise aus. Was könnte es da Schöneres geben, als an einem Sommerabend einem Orchester unter freiem Himmel zu lauschen – mitten im Bruchsaler Schlosspark?
Gastbeitrag von Felix Gärtner
So geschehen am 21. Juli, als das Sinfonische Blasorchester Bruchsal, ehemals Stadtkapelle, unter der Leitung von Diplom-Musiklehrer und Orchestermusiker Thomas Biel sein Sommerkonzert auf der Freilichtbühne der Badischen Landesbühne veranstaltete.
Musikalischer Auftakt mit der Bläserklasse
Das diesjährige Leitmotiv lautete: Operette, Musical und Film. Der Querschnitt durch verschiedene Jahrzehnte sorgte für abwechslungsreiche Programmpunkte und sprach ein generationenübergreifendes Publikum an. Bevor das Hauptorchester die Bühne betrat, eröffnete die „Bläserklasse der Erwachsenen“ unter der Leitung von Rainer Rücker den Abend in kleiner Besetzung. Mit den Filmmusiken aus Steven Spielbergs „Jurassic Park“, Elton Johns „Circle of Life“ aus Disneys „König der Löwen“ sowie dem bekannten Leitmotiv aus „Pirates of the Caribbean“ wurden die Zuschauer gebührend auf den bevorstehenden Abend eingestimmt.
Operettenklassiker zum Auftakt
Im Anschluss übernahm das Sinfonische Blasorchester die Bühne. Der erste Konzertteil stand im Zeichen bekannter Operettenmelodien. Mit der Ouvertüre aus Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ begann das Programm kraftvoll. Ruhigere Passagen sorgten für Kontraste und boten den Solistinnen Ingrid Holler (Klarinette) und Monika Stecher-Göbel (Oboe) Raum, ihre Instrumente zur Geltung zu bringen. Im abschließenden „Can-Can“ steigerte sich das Werk zu seinem dynamischen Höhepunkt. Mancher Zuhörer fühlte sich dabei vielleicht an ein Pariser Varieté erinnert.
Von Paris an den Wolfgangsee
Moderatorin Jutta Knell führte mit informativen und humorvollen Erläuterungen durch den Abend und leitete den musikalischen Ortswechsel von Paris an den Wolfgangsee ein. Es folgten Melodien aus der Operette „Im Weißen Rössl“. Mit Auszügen aus „My Fair Lady“ und „Porgy and Bess“ endete der erste Konzertteil.
Filmmusik und bekannte Melodien
Nach der Pause rückten Film- und Fernsehmusik in den Mittelpunkt. Den Auftakt bildeten das „Traumschiff-Medley“ sowie Musik von James Last. Die Auswahl griff bekannte Melodien auf, die viele Zuhörer mit Fernseh- und Filmerlebnissen verbinden dürften.
Ein Blick auf Charlie Chaplin
Auch Charlie Chaplin fand seinen Platz im Programm. Weniger bekannt ist, dass der weltberühmte Schauspieler auch Musik komponierte. Seine Filmmusik verbindet Einflüsse verschiedener Stilrichtungen – darunter Tarantella, Ragtime und Swing – und spiegelt seine Vielseitigkeit wider. Ein Medley aus seinen Filmen erinnerte an diese weniger bekannte Seite seines Wirkens.
Schwungvoller Abschluss
Den Abschluss des offiziellen Programms bildete ein ruhiges Arrangement aus dem Film „Chocolat“, bevor das Thema aus „Beverly Hills Cop“ den Schlusspunkt setzte. Mit der Zugabe „Berliner Luft“ verabschiedete das Orchester das Publikum in den Sommerabend.








