BRETTEN | Dass ein rund 250 Jahre alter Baum gefällt werden muss, tut besonders weh. Bei zwei markanten Alteichen im Brettener Lehrwald gab es jedoch keine vertretbare Alternative mehr: Untersuchungen zeigten massive Schäden im Inneren der Stämme, die Bäume waren nicht mehr standsicher.

Sie gehörten seit Generationen zum Bild an der Wegekreuzung „Vier Sitzbänke“. Am Donnerstagmorgen mussten die beiden Alteichen gefällt werden. Vorausgegangen waren regelmäßige Baumkontrollen und anschließend genauere Untersuchungen mit Zuwachsbohrungen und Schalltomographie.
Von außen mächtig, im Inneren stark zersetzt
Besonders deutlich wurde das Ausmaß bei der etwa 250 Jahre alten Eiche mit einem Stammdurchmesser von rund 140 Zentimetern. Wo sich festes Kernholz befinden sollte, kamen nach der Fällung große Hohlräume und stark zersetztes Holz zum Vorschein.
Ursache war eine durch den Schwefelporling hervorgerufene Braunfäule. Sie hatte das Holz entlang einer deutlich erkennbaren Zone erheblich geschädigt. Hinzu kamen starke Totäste in den Kronen. Damit bestand die Gefahr, dass Teile der Bäume oder die Stämme unkontrolliert brechen. An einem viel genutzten Waldweg war dieses Risiko nicht mehr hinnehmbar.
Wie groß der Unterschied zu einem gesunden Baum ist, können Besucher künftig selbst sehen. Am verbliebenen Baumstumpf wurde zum Vergleich die Baumscheibe eines gesunden Baumes angebracht.
Die alten Eichen bleiben ein Teil des Lehrwaldes
Ganz verschwinden sollen die gefällten Bäume nicht. Ein etwa sechs Meter langes Stammstück bleibt vor Ort liegen. Es erinnert an die alte Eiche und bietet als Totholz zugleich Lebensraum für zahlreiche Tiere, Pilze und andere Organismen.
Auch ein weiterer Teil des Holzes bekommt eine neue Aufgabe: Aus einem Stammabschnitt sollen Sitzbänke entstehen, die später wieder im Brettener Stadtwald aufgestellt werden.
Und dort beginnt schließlich auch die nächste Generation. Im Spätjahr sollen zwei junge Eichen gepflanzt werden. Bis sie das Alter ihrer Vorgänger erreichen könnten, würden allerdings noch rund zweieinhalb Jahrhunderte vergehen.











