STUTENSEE, 29. OKTOBER 2026 | Ein Vogel, der die Abgasleitung einer Heizungsanlage blockierte, hat in Stutensee-Büchig eine folgenschwere Kohlenmonoxidvergiftung ausgelöst. Eine 81-jährige Bewohnerin ist am Mittwoch (28. Oktober) im Krankenhaus gestorben. Ein ebenfalls schwer verletzter 84-Jähriger wird weiterhin stationär behandelt. Das teilte die Polizei Karlsruhe mit.
Der Vorfall ereignete sich am Sonntagnachmittag (25. Oktober) in einem Wohnhaus im Rumpelstilzchenweg in Stutensee. Gegen 16.40 Uhr klagten die beiden Senioren über Kopfschmerzen und Schwindel. Die alarmierte Notfallhilfe stellte erhöhte Kohlenmonoxidwerte in den Wohnräumen fest. Bei der Suche nach der Ursache wurde ein Vogel entdeckt, der die Abgasleitung der Heizung verstopft hatte.
Beide Bewohner wurden mit schweren Vergiftungen in ein Krankenhaus gebracht. Die 81-Jährige erlag dort am Mittwoch ihren Verletzungen. Der 84-Jährige befindet sich weiterhin in medizinischer Behandlung.
Tiere im Abgaserohr.
ungewöhnlich, aber nicht unbekannt
Nach Medienberichten handelte es sich bei der betroffenen Anlage um eine Gasheizung. Dass Tiere in Abgasleitungen oder Kaminschächte gelangen, kommt durchaus vor. Wie der Schornsteinfeger Volker Jobst, stellvertretender Obermeister der Schornsteinfegerinnung im Regierungsbezirk Karlsruhe, gegenüber dem SWR erklärte, haben seine Kollegen dort bereits verschiedene Vögel, Eulen und sogar einen Igel gefunden. Auch Wespen können mit ihren Nestern solche Schächte beeinträchtigen. Angesichts der Millionen Heizungsanlagen seien gefährliche Zwischenfälle dieser Art jedoch äußerst selten.
Für Schornsteine gibt es spezielle Vogelschutzgitter, sogenannte Dohlengitter. Diese müssen laut Jobst ausdrücklich für die jeweilige Anlage geeignet sein, damit die Abgase weiterhin ungehindert entweichen können. Ob an der betroffenen Anlage ein solcher Schutz vorhanden war, ist nicht bekannt. Als wirksamste zusätzliche Absicherung empfiehlt der Schornsteinfeger einen Kohlenmonoxid-Warnmelder, der bei gefährlichen Konzentrationen des geruchlosen Gases Alarm schlägt.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei bestand für angrenzende Gebäude und deren Bewohner zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.








