Beim „Namibia-Projekt 2026“ reisten sechs Schülerinnen der Käthe-Kollwitz-Schule Bruchsal, begleitet von drei Lehrkräften, für zwei Wochen nach Namibia. Im Johanniterheim in Otavi engagierten sie sich für rund 90 Kinder und erhielten bei Schulbesuchen Einblicke in den Alltag des Landes.
Aus der Reihe: Schülerbericht von Helen Lang
Damit ließ die Käthe-Kollwitz-Schule eine langjährige Tradition wieder aufleben. Nachdem ein ähnliches Projekt mit Südafrika nach vielen Jahren und einem letzten Besuch 2019 durch die Corona-Pandemie zu Ende gehen musste, durften dieses Jahr sechs Schülerinnen erneut den Schritt ins südliche Afrika wagen. Dank unseres Schulleiters, Herrn Kußmann und des Lions Clubs Bruchsal konnte der Kontakt zu Marianne Sack in Namibia hergestellt werden. So ging es vom 23. Juli bis zum 5. August in den Norden Namibias, nach Otavi. Der kleine Ort beherbergt nicht nur das Ziel unseres Projekts, das Johanniterheim, sondern auch drei Schulen, die im Laufe des Aufenthalts besucht wurden. Gefördert wurde das Projekt zudem mit Enquete-Mitteln des Kultusministeriums und durch den Freundeskreis der Schule.
Marianne Sack war nicht nur die Kontaktperson, sondern plante auch den gesamten zweiwöchigen Aufenthalt. So machten sich die sechs Schülerinnen gemeinsam mit ihren drei begleitenden Lehrkräften Achim Benz, Lene Hunn und Steffen Maisch auf den Weg. Nach einem zehnstündigen Flug und einer mehrstündigen Autofahrt leitete eine herzliche Begrüßung mit Tanz und Musik durch die 90 Kinder des Johanniterheims in Otavi zwei ereignisreiche Wochen ein.
Die kleinen Dinge bekamen plötzlich große Bedeutung.
Gleich am ersten Wochenende stand ein großer Fun-Day für die Kinder auf dem Programm. Neben Sackhüpfen und Eierlauf konnten die sechs Schülerinnen ihre im Voraus geplanten Aktivitäten mit den Kindern durchführen. So wurden fleißig Freundschaftsarmbänder und Papptellermasken gebastelt. Eine weitere Station verwandelte die Kinder in kleine Konditorinnen und Konditoren.
An diesem Tag wurden auch die vielen großzügigen Spenden übergeben, die in den Wochen vor der Reise von den Schülerinnen selbst und mithilfe eines Spendenaufrufs von Achim Benz gesammelt werden konnten. So stellte der FC Odenheim etliche Trikot-Sets zur Verfügung, und auch Spenden des TC Odenheim wurden verteilt. Von der Bruchsaler Firma Intersport Schlenker gab‘s Fußbälle und weiteres Equipment, das den Kindern viele weitere Stunden Spiel und Spaß ermöglichen wird.

Die Tage im Johanniterheim in Otavi boten nicht nur unvergessliche Erlebnisse mit den Kindern, sondern auch Einblicke in das Schulleben und die lokale Küche. Dabei durften wir eine Sonderklasse in einer Primary School kennenlernen. Zudem brachten wir den Schülerinnen und Lehrkräften der Kochklasse in der örtlichen Secondary School bei, wie man Käsespätzle kocht.
Die Schülerinnen und die drei Lehrkräfte durften außerdem das Leben auf der Rinder- und Wildtierfarm von Marianne und Bernhard Sack hautnah miterleben.

Während die Kinder über das Wochenende zu ihren Eltern reisten, stand für die Gruppe auch ein Besuch des Etosha-Nationalparks auf dem Programm. In den zwei Tagen erlebte sie unvergessliche Momente. Neben Giraffen, Zebras, Elefanten und Impalas wurde auch ein Löwe gesichtet, der gerade einen Strauß gerissen hatte.
Da das Projekt auch das Ziel verfolgte, über die deutsche Kolonialgeschichte Namibias aufzuklären, setzte sich die Gruppe in den Museen in Grootfontein und Tsumeb mit der Geschichte des Landes auseinander. In den letzten Tagen vor dem Abflug wurde schließlich auch noch das Unabhängigkeitsmuseum in Windhoek besucht.
Doch wie jede Reise kam auch diese zu einem Ende. Am 5. August hieß es Abschied nehmen von einem einst fremden Land – allerdings nicht ganz ohne Hindernisse. Aufgrund der Verspätung des ersten Fluges musste die Gruppe den Flughafen in Johannesburg im Sprint durchqueren, um den Anschlussflug nach Frankfurt noch zu erreichen.
Nach dieser aufregenden Reise bleiben unvergessliche Erinnerungen an die Kinder und die beeindruckende Tierwelt Namibias – und eine neue Sicht auf die Welt. Vor allem die Freundlichkeit der Menschen, ihre positive Haltung zum Leben und die Wertschätzung für die kleinen Dinge im Alltag nahm die Gruppe aus diesem Projekt mit nach Hause.
Text: Helen Lang (Schülerin Käthe Kollwitz Schule)











