WILLI-Reportage | Superfood – Es muss nicht immer exotisch sein!

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Eine Acai-Bowl, getoppt mit Goji-Beeren, Kokosraspeln, Kakao-Nibs und Granola, dazu ein Chia-Pudding, mit Spirulina-Algen himmelblau gefärbt, obendrauf ein Ingwer-Shot – serviert zum grünen Smoothie: Essen muss heutzutage nicht nur gesund, sondern möglichst ausgefallen sein!

Wir wollen glatte Haut, einen strahlenden Teint, unser Körper soll schlank und definiert sein, keinerlei Angriffsfläche für Zivilisationskrankheiten bieten: Entsprechend hoch sind die Anforderungen an unsere tägliche Ernährung: wenig kalorienreich soll sie sein, möglichst nährstoffreich und nebenbei auch noch schmecken.

Die sogenannten Superfoods treffen da den Nerv der Zeit. Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel bezeichnet „Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel haben“, als Superfood. Selbst wenn wissenschaftliche Studien den Superfoods oft positive Wirkungen auf die Gesundheit bescheinigen, können die Resultate nicht 1:1 auf die alltägliche Ernährung übertragen werden. Denn die Mengen, in denen wir Superfoods zu uns nehmen, sind viel zu gering, um einen Effekt auf unser Wohlbefinden zu zeigen.

Antioxidantien, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe heißen die Allheilmittel, die unter anderem in Chia-Samen, Açai-Beeren und Spirulina-Algen enthalten sind. In der Kritik stehen die Flugmeilen, die die südamerikanischen Beeren & Co. Aus Mittel- und Südamerika und auch aus Afrika zurücklegen bis sie bei uns im Smoothie landen.

Doch wozu in die Ferne schweifen und Unsummen an Geld ausgeben, wenn gesunde Lebensmittel so nah sind?! Die Nahrungsmittel in unseren Breitengraden können durchaus mit den exotischen Superfoods mithalten. Sie sind günstiger, frischer und damit auch gesünder, da sie auf dem Weg in die heimische Küche deutlich weniger ihrer Nährstoffe einbüßen.

Also worauf warten Sie noch? Schauen Sie sich auf den Wochenmärkten unserer Region um – und tun Sie sich einen Beerendienst.  Und denken Sie daran: Gegen das Älterwerden ist noch kein Superfood gewachsen!

Leinsamen

sind reich an Vitaminen und Folsäure. Ballaststoffe binden Giftstoffe im Darm und helfen dem Körper zu „entgiften“.Die ungesättigten Omega 3-Fettsäuren unterstützen Herz, Kreislauf, köpereigenen Abwehrzellen, Hirnfunktion und haben eine positive Wirkung auf Blutgefäße und den Cholesterinspiegel. Antioxidantien und natürliche Phytoöstrogene wirken sich positiv auf den Hormonhaushalt aus.

Hirse

gehört zu den wenigen glutenfreien Getreidesorten. Sie liefert Vitamin C, E und B-Vitamine, Eisen und Magnesium. Silizium sorgt für schöne Haut und Haare, weshalb Hirse auch als Beauty-Food gilt.

Brombeere

enthält wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Eisen, Vitamin C und A und ist durch den hohen Ballaststoffanteil sehr sättigend

Kirsche

enthält Vitamin C, Folsäure, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Kirschen halten jung und schön, wirken sanft entwässernd, schützen die Zellen, beugen Rheuma vor und tun Schwangeren gut.

Walnüsse

enthalten Omega-3 Fettsäure und sind voller Antioxidantien. Sie enthalten Vitamin A, B, C und E, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Eisen und Phosphor. Sie schützen die Zellen vor Krebs und einer frühzeitigen Alterung, stärken Herz, Muskeln und Knochen sowie den Kreislauf, die Nerven und die Abwehrkräfte. Sie verbessern die Blutbildung und beeinflussen unsere Psyche positiv.  Der Cholesterinspiegel wird gesenkt und die Arterien werden frei gehalten.

Schwarze Johannisbeere

ist reich an Fruchtsäuren, sie hat viele Ballast- und Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen, sowie viele Vitamine. Sie ist gut für Augen und Haut, fördert die Blutbildung, schützt die Zellen, Stärkt Knochen und Zähne, hält jung und wirkt sanft entwässernd.

Exotisches Superfood und heimische Alternativen

Der Verzehr von Superfood liegt im Trend. Die häufig exotischen Lebensmittel sind jedoch meist teuer, und eine hohe Belastung mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht auszuschließen. Eine gute Alternative ist heimisches Obst und Gemüse, denn auch im eigenen Garten wachsen Superfoods.

Avocado vs Walnüsse

Avocados werden wegen ihres hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren als Superfood angepriesen. Wer allerdings denkt, die wertvollen Fette sind nur in Avocado enthalten, liegt falsch. Walnüsse haben einen höheren Gehalt an der einfach ungesättigten Ölsäure sowie an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Walnüsse gibt es bei uns und sie sind lange lagerfähig.

Chiasamen vs Leinsamen

Für Chiasamen stellen die Anbieter gerne den hohen Gehalt an Protein und Omega-3-Fettsäuren heraus. Leinsamen toppt die Gehalte jedoch noch. Und auch hinsichtlich Ballaststoffen steht Leinsamen den Chiasamen in nichts nach und sättigt ebenso gut. Bitte auf die Herkunft achten: Leinsamen gibt es auch als Importware aus fernen Ländern.

Goji-Beere vs Schwarze Johannisbeere

Goji-Beeren gelten mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt als wahre Wunderfrucht. Doch heimische Beeren können sehr gut mithalten. Schwarze Johannisbeeren oder Sanddornbeeren enthalten nicht nur mehr Vitamin C, sie sind auch deutlich preiswerter als Goji-Beeren. Zudem werden die heimischen Alternativen als frische Ware oder Saft angeboten. Goji-Beeren hingegen sind meist nur getrocknet erhältlich. Wer nicht auf Goji verzichten möchte, kann diese im Garten anbauen, das ist preiswert und frisch.

Açai-Beere vs Blaues Obst und Gemüse

Açai-Beeren gelten vor allem aufgrund des hohen Gehalts an Anthocyanen als Superfood. Anthocyane sind blaue Pflanzenfarbstoffe, die den Körper vor schädigenden Oxidationsprozessen schützen können. Aber auch heimische blaue und violette Obst- und Gemüsearten enthalten große Mengen der Pflanzenfarbstoffe und stehen der exotischen Beere somit in nichts nach. Reich an Anthocyanen sind zum Beispiel Heidelbeeren, Holunderbeeren, blaue Trauben oder Rotkohl.

Aus RegioMagazin WILLI 6/21

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