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Servicecenter H7 in der Hoheneggerstraße in Bruchsal

WILLI-Reportage | Nachgedacht – Wiedererlangte Freiheiten und neue Bürgernähe

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Nach dem zweiten, pandemiebedingt bleiernen Winter sehnt man nicht nur in Bruchsal mehr Leben und Aktivität zurück. Und zwar eher durch Menschen, die Geschäfte, das Kino, die Kneipen und Cafés frequentieren als von Demonstrierenden, gleich welcher Couleur. Sicherlich, das hohe Gut der Versammlungsfreiheit muss auch in Bruchsal gelten, und sei der Anlass für den Außenstehenden noch so schwer verdauliche Rückwärtsgewandtheit oder moralingesäuerte, weltverbessernde Zukunftsangst.

Gleich zu Beginn der Pandemie schien es ja, als ob einige Zeitgenossen, die schon vorher mental angeschossen waren, nun, befeuert durch allerlei Verschwörungstheorien, intellektuell endgültig in der Versenkung verschwanden. Wenigstens war mit einigen von ihnen kein Austausch auf rationaler Ebene mehr möglich. Ähnlich den sendungsbewussten Rettern und Erlösern von allerlei tatsächlichen wie imaginierten Widrigkeiten des Lebens, wussten auch sie genau, was im vermeintlich Verborgenen schiefläuft und hatten Patentrezepte für allein seligmachende Allheilmittel parat!

Wird dieses Treiben sich nun zunehmend verflüchtigen oder gar gänzlich verschwinden? Man kann gespannt sein, denn zu befürchten ist, dass eine gewisse Klientel ohne versatzstückhaft zusammengezimmerte Weltbilder gar nicht leben will oder kann…

Davon aber abgesehen, ist einiger Optimismus angebracht; selbst mit Blick auf die Stadt Bruchsal, wo einige Veränderungen im Bürgerservice vorgenommen wurden, die wenigstens teilweise tatsächlich von Nutzen sind. So hat die Bruchsaler Wirtschaftsförderung, die gerüchteweise unter Einzelhandelsleerstandsmanagement firmiert, seit letzten Herbst eine potenzielle Lücke weniger zu verzeichnen, da in der Hoheneggerstraße 7, nun H7 genannt, das neue Servicecenter einzog.

Dem Besucher wird es fast wohlig ums Herz

Betritt man die schmucken Räumlichkeiten, wird es dem Besucher an einem stürmischen Vorfrühlingstag fast wohlig ums Herz. Vielleicht ist es Corona geschuldet, jedenfalls ist wenig los in den großzügig ausgestatteten Räumen, in denen die Stadtwerke, die Tourismus- und Marketinggesellschaft (BTMV) und die Stadt Bruchsal selbst ihre Dienste gemeinsam anbieten.

Als einziger Kunde bekommt man zügig und prompt die gewünschten Auskünfte. Geholfen werden kann einem allerdings nur zum Teil, denn Personalausweise oder Reisepässe lassen sich hier nicht beantragen. Das geht nur im alten Bürgerbüro, denn, so die Erklärung, nur dort lassen sich Fingerabdrücke nehmen. Im Bürgerbüro und in den (wahrlich nicht überlaufenen…) Verwaltungsstellen der Stadtteile müssen allerdings seit Corona vorab Termine vereinbart werden, und dies, so ist zu erfahren, wird wohl auch nach der Pandemie so bleiben. Es hätte sich bewährt, wird als Erklärung nachgeschoben.

Dies mag ja zweifellos der Fall sein, liebe Verwaltung. Allein, es sollte schon sichergestellt werden, dass die telefonische Terminvereinbarung nicht immer so abläuft, dass dem Anrufer selbst zu den Geschäftszeiten per Ansage lapidar mitgeteilt wird, dass alle Beschäftigten im Gespräch seien; die Möglichkeit, auf eine Verbindung zu warten hat der Kunde erst gar nicht. Er wird schlichtweg abgewimmelt! Sollte die Gemeinde diesen Eindruck aber nicht eher vermeiden?

Früher war manches schlechter organisiert!

Sei es drum, einiges lässt sich in der Tat in H7 recht unbürokratisch erledigen. Nicht verwunderlich, dass die BTMV dort auch ihre Veranstaltungstickets vertreibt. Wenn dann noch die Abläufe bei den jeweiligen Events selbst auch reibungsloser klappen sollten, wäre dies ein weiterer, geradezu bahnbrechender Schritt hin zu mehr Bürgerservice! Derzeit haben Besucher (in Corona-Zeiten) aber bisweilen das Vergnügen, bei den wenigen, eher spärlich gebuchten Veranstaltungen wie Trauben ohne Abstand um die Bühne platziert zu werden; um eine aufgelockerte Sitzverteilung scheren sich die Verantwortlichen wenig.

Ähnlich ist es, wenn in den Veranstaltungspausen ein einziger Bediensteter  des zuständigen Caterers Getränke ausgibt, während das Aufsichtspersonal interessiert zuschaut, welche Besucher wohl den Durst löschen können und wer sich vielleicht notgedrungen in den Toiletten den Mund benetzt. Ja, liebe BTMV, nicht alles ist direkt von Ihnen zu verantworten und früher war manches schlechter organisiert! Dennoch hinterlässt dies bei Gästen einen nachhaltig negativen Eindruck.

Hubert Hieke

Deshalb sollte klar sein: Es ist noch Luft nach oben! Gerade auch angesichts des hoffentlich ereignisreichen Veranstaltungssommers, der nicht nur anlässlich der Schlossgrundsteinlegung vor 300 Jahren von der BTMV groß beworben wird. Man hört ja von weniger informierten Kreisen, dass das diesjährige Schlossfestival nur das Vorglühen auf das in drei Jahren epochale Fest zum fünfzigsten Jahrestag des Wiederaufbaus des Bruchsaler Schlosses ist. Dann kämen tatsächlich die Weltstars…

Text: Hubert Hieke

Aus RegioMagazin WILLI 03/2022

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