WILLI-Reportage | Das Kneipp Jahr 2021

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Icon-Stadtmagazin WILLIIn diesem Jahr feiert die Kneipp-Bewegung den 200. Geburtstag von Pfarrer Sebastian Kneipp. Dieser ist für sein ganzheitliches Gesundheitskonzept bekannt. Seine Therapie basiert auf fünf Säulen, die den Menschen nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch stärken und so zu einem gesünderen Lebensstil beitragen sollen.

Sebastian Kneipp war kein Mediziner, sondern Theologe. Den Ruf als „Wasserdoktor“ hatte er seiner eigenen Krankengeschichte zu verdanken. Als Student erkrankte er an der Lungenkrankheit Tuberkulose. In einer Bibliothek stieß er auf ein Buch, das den damaligen Wissensstand zur Kaltwassertherapie zusammenfasste. Weil die Ärzte ihm nicht weiterhelfen konnten, machte sich der junge Mann an einen Selbstversuch. Er nahm regelmäßig kurze Bäder in der eiskalten Donau – und wurde gesund.

Überzeugt von der Methode, begann der Pfarrer, auch andere Kranke zu behandeln. Der Kirche wurde das Treiben suspekt. Eine Versetzung ins schwäbische Wörishofen, damals ein Bauerndorf, im Jahr 1855 konnte die Erfolgsgeschichte der Wassertherapie jedoch nicht stoppen.

Kneippen wurde im Jahre 2015 als immaterielles Kulturerbe durch die UNESCO anerkannt.

Ob arm oder reich, Kneipp machte bei seinen Patienten keinen Unterschied. Durch eine scharfe Beobachtungsgabe und die große Zahl der behandelten Patienten konnte Kneipp ein immenses Wissen über Diagnostik und Naturheilkunde gewinnen. Schließlich veröffentlichte er 1886 sein erstes Buch ‘Meine Wasserkur‘, welches binnen kurzer Zeit in 14 Sprachen übersetzt und in der ganzen Welt verbreitet wurde. Der Grundstein des Kurortes Wörishofen, heute Bad Wörishofen wurde gelegt.

Kneipp starb mit 76 Jahren. Nach seinem Tod wurde ihm in der Ärztezeitung ein wohlwollender und anerkennender Nachruf gewidmet. Dies war bemerkenswert, hatten die studierten Mediziner doch jahrelang versucht, den erfolgreichen Rivalen wegen Kurpfuscherei ins Gefängnis zu bringen.

Kneipp hinterließ der Nachwelt viele Schriften und bis heute ist die gesundheitsfördernde und -erhaltende Wirkung der Anwendungen und der Kneipp-Kur unumstritten. Es gibt zahlreiche Kneipp-Kurorte in Deutschland und viele Kneipp-Vereine, die sich dieser Bewegung angeschlossen haben.

Die fünf Säulen der Kneipp Therapie:

  1. WASSER
    Indem verschiedenste Körperregionen im Wechsel mit Kalt- und Warmwasser behandelt werden, werden sowohl die Nerven als auch die Haut und die Blutgefäße angeregt. Dies führt zu einer besseren Durchblutung im Körper, kräftigt zudem das Immunsystem und entspannt den ganzen Körper.
  2. ERNÄHRUNG
    Die Gesundheit wird unter anderem dadurch beeinflusst, was der Mensch zu sich nimmt. Kneipp riet dazu tierische Produkte auf dem Speiseplan zu reduzieren und vermehrt Gemüse und Obst zu essen, um durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost das Wohlbefinden des Körpers zu stärken.
  3. PFLANZEN
    Kneipp war überzeugt, dass Menschen mithilfe von Kräutern ihren Körper heilen und stärken können. Er selbst behandelte zahlreiche Kranke mit bis zu 50 verschiedenen Kräutern in Tees, Salben, Tinkturen oder Badezusätzen. Heute ist die Wirkung der Heilpflanzen wissenschaftlich erwiesen.
  4. BALANCE
    Das Innerste im Gleichgewicht – Als Menschenkenner und Seelsorger hat Pfarrer Kneipp schnell gelernt, dass zur Gesundheit eines Menschen eine gesunde Seele gehört. Er erkannte, dass es wichtig ist, eine innere Balance zu finden, neue Kraft zu tanken, den Blick fürs Wesentliche zu schärfen und mehr Lebensfreude zu finden.
  5. BEWEGUNG
    Ein gesundes Maß an Bewegung gehört laut Kneipp zu einem guten Lebensstil dazu. Unser Leben in Bewegung. Er wandte sich gegen Hektik und Stress, da beides auf Kosten der Gesundheit geht – er empfahl daher maßvolle Bewegung.

Text: Iris Weindel
Quellen: Kneipp Bund e.V./Kneipp2021.de

Aus RegioMagazin WILLI 10/2021

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