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Radweg Wiesental

Wiesental | Better bicycle – Piktogramme und Sharrows


Icon-Stadtmagazin WILLISicherheit | Ist man in Wiesental sicher mit dem Fahrrad?

Aus RegioMagazin WILLI 12/18

 

Wie sicher ist man auf dem Rad. In Wiesental scheiden sich die Geister.

Mario Herberger
Mario Herberger

Mario Herberger hats nicht leicht. Der Leiter des Fachbereichs soll ein Radverkehrskonzept umsetzen und die Radfahrer machen nicht mit. Unser Kraichgau TV-Beitrag mit der Darstellung der Umsetzung löste bei ihm Kritik an unserer Kritik aus. Wir sollten sogar die Goldene Zitrone für die Berichterstattung erhalten. Das wollten wir nicht auf uns sitzen lassen und trafen uns zum Ortstermin.

Die Regel sagt, dass die Radfahrer auf die Straße gehören und nicht auf den Gehweg. Auf der Fahrbahn muss der Autofahrer auf die Radfahrer Rücksicht nehmen. Nichts Neues! Mit den Piktogrammen auf der Fahrbahn wird dies sensibilisiert; mit den Sharrows (Share The Road oder Teile die Straße) soll verdeutlicht werden: hier sind neben Autos auch Radfahrer! Auch nichts Neues. Aber gut so.

Um dem Radfahrer darüberhinaus auch noch einen Schutzraum zu geben, werden Schutzstreifen (gestrichelte Linien) angelegt, die dem Radfahrer zeigen „hier bin ich geschützt“ und dem Autofahrer „Achtung der Radfahrer braucht diesen Platz für sich“. Anders gesagt: hier kann man Radfahrer nur überholen, wenn man den Schutzstreifen nicht benötigt.

Jetzt wird’s aber kompliziert: Der Schutzstreifen darf nur angelegt werden, wenn die Fahrbahnbreite mindestens knapp acht Meter beträgt. Anders gesagt: wird die Fahrbahn enger dürfen keine Schutzstreifen eingezeichnet werden. Gleichwohl bleibt’s bei der Regel, dass Radfahrer nicht überholt werden dürfen, wenn man nicht ausreichenden Sicherheitsabstand hat.

Gerade wo es eng wird, verliert der Radfahrer seinen Schutzraum.

Für Lieschen Müller heißt das nun, dass zwar Überholen verboten bleibt (weil der Abstand nicht ausreicht), der Schutzstreifen aber nicht eingezeichnet werden darf. Aha?! Fragt sich das gleiche Lieschen: warum nicht den Schutzstreifen gerade dort anlegen, um zu signalisieren, dass es eng wird? Also gerade dort wo es eng wird, verliert der Radfahrer seinen Schutzraum.

Das hat nun der Fachbereichsleiter nicht zu verantworten. Das steht im Gesetz. Gleichwohl gebe es laut Herberger Gutachten die diese Lösung als diejenige befürworten, die den größten Schutz biete. Dem Gutachten wollen wir nicht widersprechen; als Radfahrer würde ich mich dennoch mit Schutzstreifen wohler fühlen, gerade wenn es eng wird um sicher zu sein, dass ein Automobiler ohne Schutzstreifen knapp an mir vorbei fährt.

Das Radkonzept trägt die Überschrift Gleichberechtigung. Wir sehen im Moment den Schutz der Radfahrer im Vordergrund, weil man die schützen sollte, wenn sie schon vom gewohnten Gehweg auf die Straße müssen. Auch auf dem Gehweg sei es mitunter kritisch gewesen, so Herberger. Hätte es auch dort Begegnungen zwischen Fußgänger und Radfahrern gegeben, die auch nicht zimperlich miteinander verkehrten.

Wiesental hat nun einige Altlasten zu bewältigen.

-> Eine vor 25 Jahren neu gestaltete Ortsdurchfahrt, die den Verkehr eigentlich verbannen wollte.

-> Eine daraus entstandene Radwegkultur, die Radfahrer auf dem Gehweg sah.

-> Eine Verkehrsbelastung die keinen Verkehrsberuhigten Verkehr zulässt, weil u.a. Linienbusverkehr dort durchgeht.

-> Ein Fahrbahnbelag, der für die Radfahrer Ecken du Kanten aufweist, die durchaus für Unfallgefahr sorgen.

-> Und eine Fahrbahnbreite, die manche kreative Lösung schon in der Vergangenheit erforderte, um das Schlimmste zu verhindern. Eine Situation, die auch in der Vergangenheit mache „Verschlimmbesserung“ brachte.

Nun soll der Zuständige für Öffentliche Sicherheit und Ordnung für dieselbe sorgen. „Ausbaden“ was man ihm vor Jahrzehnten in die Wiege legte. Das verdient keine Vergnügungssteuer.

Schutzsstreifen | Radfahrer
Schutzstreifen: Darf nur angelegt werden, wenn die Fahrahnbreite mindestens acht Meter bertägt.

Wir bleiben dabei: wie es ist, ist es kein Modell, das uns überzeugt. Allerdings ist es auch nicht fertig!
Wir warten also gerne geduldig bis zur Fertigstellung im Sommer, wenn alle Kanten geschliffen und alle Markierungen gesetzt sind. Wir sehen uns aber mit unserer Kritik bestätigt und lagen schon richtig damit, dass da manches ziemlich tricky ist.

Das konnte Mario Herberger nicht entkräften. Die Tatsache, dass er sich an die Regeln des Ministeriums hält, sei ihm genehmigt. Vielleicht, und da waren wir uns einig, wären Regeln, die Spielräume lassen manchmal auch gut, um auf individuelle Situationen besser eingehen zu können.

Im Sommer soll die Aktion beendet werden. Wir freuen uns darauf. Dann kommen wir nämlich wieder.

   WILLI Ausgabe 12/18 | WILLi das RegioMagazin

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