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PORTRÄT :: Mit der Pferdekutsche in den Urlaub

Henry Liebgott ist ein Mann der außergewöhnlichen Urlaube. Vieles hat der Kriminaloberkommisar aus Weiher schon ausprobiert, ob auf dem Rücken seines Pferdes oder unterwegs mit dem Fahrrad.

Ziele in Spanien oder Italien sind ihm hier nicht zu weit. In diesem Jahr ging es mit der Pferdekutsche in Richtung Osten zum fränkischen Seenland. Seine beiden Pferde “Ossi” und “Fritzi” erfüllen zwar jeder für sich nicht in besonderem Maße die Anforderungen für ruhige Kutschpferde, trotzdem wagte sich Henry Liebgott in dieses Abenteuer. Am Altmühlsee gibt es ein Hotel, in dem man mit Pferden problemlos unterkommen kann, „zudem ist es eine wunderschöne Gegend“ berichtet der 53-Jährige über die Wahl seines Reiseziels.

Und dann gings los. Er spannte einen Marathonwagen – ein besonders wendiges und robustes Fuhrwerk – vor seine Pferde und startete seine Tour, beladen mit 40 Liter Wasser, dem nötigen Proviant und seinem Zelt. Die kommenden Nächte verbrachte Henry im Zelt oder in Heulagern auf Höfen, die auf seinem Weg lagen. Die Pferde durften auf Weiden nächtigen, Grünfutter und Äpfel inklusive. „An manchen Abenden bekam ich sogar Gesellschaft und in feucht-fröhlicher Runde wurden Anekdoten aus dem Leben mit Pferden erzählt“, erinnert sich der Abenteurer. Jedoch wurde er nicht immer überall willkommen geheißen. So wurde er von einem Reiterhof lauthals fortgejagt, beim nächsten Hof jedoch wieder herzlich aufgenommen – Frühstück ans Zelt inklusive.

„Wenn es sich nicht vermeiden ließ, musste ich mit meinem Gespann auch mal auf der Landstraße fahren. Die Pferde lassen sich durch den Straßenverkehr nicht irritieren, leider zeigten jedoch einige Autofahrer kein Verständnis – sie zeigten mir den Vogel oder fuhren hupend an uns vorbei.“ berichtet Henry. „Natürlich bin ich abschnittsweise auf die Radwege ausgewichen. Es ist zwar eigentlich verboten mit dem Gespann diese Wege zu befahren, trotzdem war es entspannter für Tier und Mensch, obwohl es Engstellen, über Holzbrücken oder durch enge Bahnunterführungen, gab. Ich musste weit vorausschauend fahren und immer das Umfeld nach Gefahren für die Pferde im Auge haben.“

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Nach 18 Tagen kam er am Altmühlsee an.

Es war eine tolle Reise mit vielen Eindrücken,“ schwärmt Henry, „bedeutend waren die vielen netten Menschen, die ich kennen gelernt habe. Er empfiehlt jedem, der die Möglichkeit dazu hat, eine solche Kutschreise zu unternehmen. „Man fühlt sich frei – so muss sich der Marlboro-Mann auch gefühlt haben.“

Text: Christina Notheisen, Bilder: privat

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