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Jan-Rene Hartmann mit Schafe

Weiher | „Do.What.You.Love.And.Love.What.You.Do.“

„Der Jan“ – Schafscherer, Hundetrainer und Pädagoge

Aus dem RegioMagazin WILLI 08/2017

Ein Schulbauernhof! Das ist das erklärte Ziel, auf das Jan-René Hartmann aus Ubstadt-Weiher hinarbeitet. Eigentlich schon immer. Auch wenn seine Vita zunächst einige Kurven und Ausfahrten genommen hat, ist es doch das Leben in und mit der Natur und vor allem mit Tieren, das er wirklich will. Er sieht das Bedürfnis der Menschen, Tiere näher kennenzulernen und will dafür eine Begegnungsstätte schaffen.

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Jan-René Hartmann Hütehunde
10 Welpen sind die vierte Generation Border Collies, die bei Jan-René Hartmann groß werden und denen er das Rüstzeug fürs Leben als Hütehunde mitgibt.

10 Welpen wuseln herum. Mama „Amy“ und Oma „Swifty“ schauen, dass immer alle beieinander bleiben. Und „Der Jan“ schaut, dass die Kinderstube schon von Anfang an auch Schulungszimmer ist – altersgerecht versteht sich. Die 10 Babys sind bereits die vierte Generation Border Collies, die bei Jan-René Hartmann aufwächst. Schon als Kind ist er fasziniert von dieser Hunderasse, und vor etwas mehr als 10 Jahren tritt mit „Meggy“ die erste Border-Hündin in sein Leben und – verändert es von Grund auf. Er wechselt mit 24 Jahren den Beruf, wird Schafscherer. Lernt diese Tätigkeit von der Pike auf in Neuseeland. Daneben bildet er immer wieder Hunde für die Hütearbeit an der Herde aus. Mit „Meggy“ gründet er „Das Hüteteam“. Deren Tochter „Swifty“ und bald auch Enkelin „Amy“ komplettieren das Team. Gemeinsam zeigen sie ihr Können bei vielen Gelegenheiten. Sein besonderes Händchen für Tiere führt auch dazu, dass seine Ziegen und Schafe zum Beispiel bei der Ötigheimer Freilichtbühne oder am Theater Heidelberg mit großem Erfolg für die Bühne engagiert werden. Seine „Amy“ bildet er selbst zusätzlich zum Schulhund aus. Doch dazu später mehr.

Tiere ausbilden

Wenn „Der Jan“ etwas macht, dann immer mit vollem Einsatz. „Ich liebe, was ich tue“, sagt er. „Do.What.You.Love.And.Love.What.You.Do.“ wird zu seinem Lebensmotto. So auch als er sich entschließt, in den Beruf des Schafscherers zu wechseln. In Neuseeland geht er durch eine harte Schule, die er nie bereut. Und es zieht ihn immer wieder in dieses eindrucksvolle Land am anderen Ende der Welt. Vor allem aber qualifiziert er sich mehrfach bei großen, internationalen Schermeisterschaften, wie zum Beispiel den „Golden Shears“, der WM in Neuseeland. Er wird Deutschlands bester Schafscherer und erhält in Neuseeland, Schottland, Frankreich und der Schweiz Auszeichnungen für die höchste Quali

Jan-Réné Hartmann mit Kindern
Kinder die Liebe und den artgerechten Umgang mit Tieren vermitteln, für sie Natur erleb- und begreifbar machen, das liegt Jan-René Hartmann am Herzen.

tät. Mit seinem tierschonenden Umgang und seinem Fachwissen über Tierhaltung hat er sich national und international als Berater einen Namen gemacht. Doch es gibt noch eine Facette seiner Berufung, die ihm am Herzen liegt und das ist die Arbeit mit Kindern.

Kinder lehren

„Kinder sollen die Natur erleben können“. Diese Idee verfolgt „Der Jan“ schon lange. Er lässt sich zum Fachlehrer für Technik, Sport und Wirtschaftslehre ausbilden und arbeitet jetzt an der Bruchsaler Stirumschule. „Amy“ wird ihn als Schulhund wieder begleiten, sobald ihr Mutterschutz zu Ende ist. Sie bereichere den Schulalltag, ist im Unterricht dabei, helfe Ängste und Konflikte zu lösen und begeistere Kinder, Kollegen und Schulleitung, erklärt er. Mit einigen Tieren gehört „Das Hüteteam“ auch dieses Jahr wieder zu den Highlights bei „Karlopolis“, der Kinderspielstadt in Karlsruhe. Darüber hinaus öffnet er den Stall mit Schafen, Ziegen, Pferden, Kaninchen, Enten, Gänsen, Hühnern und dem Esel immer auch für Schulklassen und Kindergartengruppen für naturnahen und begreifbaren Unterricht. Dabei erleben die Kinder den Umgang mit den Tieren, dürfen anfassen, mitmachen, lachen und lernen. „Diese Verbindung von tiergestützter Pädagogik und Naturerleben ist genau mein Ding!“, so „Der Jan“. Deshalb ist ein Schulbauernhof mit „praktischem Biounterricht“ sein erklärtes Ziel, für das er auch schon konkrete Vorstellungen hat. Da sein ursprüngliches Domizil demnächst abgerissen wird, sucht er dringend nach einer Alternative, ein Areal für seine Idee und seine Tiere und Unterstützung wäre auch nicht schlecht.

 

Text: Petra Steinmann-Plücker, Fotos: Picart by Chris und Amira Fotografie

www.hueteteam.de

 

Siehe auch

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Austauschschülerin berichtet | Trauer nach Massenmord in Neuseeland

Reportage | Ehemalige Austauschschülerin erlebt bange Stunden