WAGHÄUSEL | PM | Der Schuh drückt bei Bürokratie und Fachkräftemangel

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08.09.2021| Beim ersten Waghäuseler Unternehmen-Speeddating ging der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting auf Informations- und Gesprächstour durch die Große Kreisstadt Waghäusel.

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Beim ersten Waghäuseler Unternehmen-Speeddating ging der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting auf Informations- und Gesprächstour durch die Große Kreisstadt Waghäusel. Zusammen mit der Waghäuseler CDU-Vorsitzenden Ursel Scheurer und ihrem Stellvertreter Heiko Mail besuchte der Abgeordnete verschiedene Unternehmen zum Austausch. Ziel war vor allem, zu erfahren „wo sie der Schuh drückt“ und was die Unternehmer von der Bundespolitik erwarten.
Bei der Firma Kirrlacher Heizungsbau konnte sich Olav Gutting über eine gelungene Unternehmensnachfolge informieren. Firmengründer Walter Heiler hat sein Unternehmen an seinen jungen Mitarbeiter Andre Fritsch übergeben, den er jetzt noch tageweise unterstützt. Größtes Problem neben den aktuellen Lieferengpässen beim Material sei jedoch der akute Fachkräftemangel. Man suche dringend qualifiziertes Fachpersonal, erklärte Walter Heiler dem Bundestagsabgeordneten. Dies sei ein grundsätzliches Problem des Handwerks, dem die Politik auch im Verhältnis zu anderen Berufen oder einem Studium wieder mehr Ansehen verschaffen müsse. Im Heizungsbau zeige sich, dass positive Anreize durch Förderprogramme durch die Kunden angenommen würden und besser wirkten als immer neu Vorschriften, beispielsweise das Wärmegesetz.

Unterbrochen wurden die Firmenbesuche durch einen Unternehmer-Mittagstisch im Hotel Cristall. Dabei informierte sich Olav Gutting bei Waghäusels Bürgermeister Thomas Deuschle und dem Vorsitzenden der Vereinigung der Selbstständigen, Bernd Klein, über den Stand des Breitbandausbaus und Möglichkeiten der Digitalisierung für die Unternehmen in Waghäusel. „Waghäusel profitiert, wie andere Kommunen im Landkreis auch, erfreulicherweise von Fördermitteln des Bundes für den Breitbandausbaus“, erklärte Olav Gutting dabei. Thomas Deuschle hofft, dass die Stadt dadurch auch für Startups und Digitalunternehmen attraktiver werde.

Auszubildende wieder für einen Handwerksberuf zu gewinnen ist für Bauunternehmer Stefan Lichtblau ein zentrales Anliegen. Er wünscht sich bessere Rahmenbedingungen für das Handwerk und mehr Wertschätzung bei Lehrern und Behörden für die Handwerksberufe. Zu seinen Erwartungen gehört auch der Abbau der immer weiter ausufernden bürokratischen Hemmnisse für mittelständischen Betriebe. Diese verhinderten Innovationen und Wachstum.
Ganz oben auf der Agenda der Bundespolitik muss nach Auffassung von Torsten Schwarz und Gabriele Braun von der Marketingbörse das Thema Digitalisierung stehen. Die von Waghäusel aus agierenden und international gefragten Marketingexperten befürchten, dass Deutschland gegenüber „hungrigeren“ Ländern schnell den Anschluss verlieren könne, wenn man bei der Digitalisierung nicht beweglicher und schneller werde.

Die Umsetzung der Energiewende mit marktwirtschaftlichen Instrumenten war Gegenstand der Diskussion mit den Mitarbeitern von Wirsol Roof Solutions. Geschäftsführer Johannes Groß regte einen größeren Spielraum bei der Vermarktung von selbst produziertem Strom aus Photovoltaikanlagen auf Dächern von Privathaushalten und Gewerbebetrieben an. Die Regulierungsvorgaben seien zu eng und behinderten den zügigen Ausbau von Stromerzeugungskapazitäten aus Erneuerbaren Energien.

„In den Gesprächen habe ich den Eindruck mitgenommen, dass es drei klare Anforderungen der Unternehmen an die Politik gibt: Mehr Geschwindigkeit bei der Digitalisierung, ein spürbarer Abbau der Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für qualifizierte Fachkräfte“, so das Fazit von Olav Gutting.
Jürgen Scheurer

 

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