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WAGHÄUSEL :: Aylin Arabaci-Pfab – Die Frage nach dem C

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Fernsehinterview mit Aylin Arabaci-Pfab, ehemalige CDU Stadtverbandsvorsitzende
in Waghäusel.

NOVEMBER 2014

Was macht eine Muslima in der CDU? Die Frage stellte sich auch die Bevölkerung von Waghäusel, als vor 16 Monaten Frau Arabaci-Pfab als erste muslimische CDU-Stadtverbandsvorsitzende gewählt wurde. Für manche war dieser öffnende Schritt wohl ein Schritt zu viel, denn seit Frau Arabaci-Pfab im Amt ist, bekam sie anonyme E-Mails und sogar Briefe direkt in ihren Briefkasten eingeworfen mit rassistischen und beleidigenden Botschaften. Sie zog die Konsequenz und sich zurück aus der Politik.

Ihr reiche es. Sie wollte der CDU ein neues Gesicht geben, für frischen Wind sorgen. Was die SPD und Grünen könnten, könnte die CDU schon lange. Sie hätte nichts gegen die Waghäusler Bevölkerung machen wollen, sondern für sie. Viele Menschen, besonders ältere, schätzten ihr Engagement sehr und seien ihr dankbar für die Arbeit, die sie geleistet habe. Die CDU hätte wieder gelebt.
Politik und Religion seien in Deutschland voneinander getrennt und für sie sei Religion Privatsache. Was hätte ihr politisches Einbringen mit ihrer Religion zu tun? Plötzlich würden alle das C bei CDU in den Vordergrund stellen. Sie fühle sich auch nicht als Migrantin, wie auch, wenn man den deutschen Pass hat und hier aufgewachsen ist. Die junge Mutter und Lehrerin hätte auch zuvor nie mit rassistischen Anfeindungen zu kämpfen gehabt. Das sei erst eine Begleiterscheinung zu ihrem politischen Amt gewesen.

Manchen Menschen fehle es noch ein bisschen an der Einstellung, aber verallgemeinern will sie nicht. Sie fühle sich immer noch wohl mit ihrer Familie in Waghäusel, denn diese anonyme/n Person/en nehme sie auf keinen Fall ernst. Auf eine Gesprächseinladung sei nie eine Rückantwort gekommen.

Zum Abschied bekam sie nochmals eine E-Mail, in der wurde ihr gedankt, dass sie endlich geht und sie solle doch gleich ihre „Integrationsministerin“, ihre CDU-Kollegin Ebru Baz-Karasu, mitnehmen, denn man könne ihr Gesicht in der wöchentlichen Amtsblattausgabe nicht länger ertragen. Ihre Kollegin sei bei der Polizei gewesen, um wenigstens die Vorfälle zu melden und zu dokumentieren. Den Urheber habe man nicht ausfindig machen können. Sie persönlich wollte den Schritt nicht gehen, um das Thema nicht größer zu machen, als es sei. Im Nachhinein sei es ein Fehler gewesen, es nicht publik zu machen.
Die Diffamierungen könnten aus jeder Ecke stammen, von Neidern, Rechtsradikalen oder auch von CDU-Mitgliedern, wobei Frau Arabaci-Pfab die fehlerhaften Briefe eher keinem Gemeinderat zutraue.

Rassismus als Begleiterscheinung

Doch den mangelnden Rückhalt parteiintern, den moniere sie dann doch. Sie habe die Tür zur CDU nicht zu gemacht und sie hätte auch ein tolles Team hinter sich gehabt, jedoch tragen innerparteiliche Veränderungen, welche sie nicht genauer benennen möchte, und Gegenstimmen aus den eigenen Reihen, die sich ebenfalls auf ihre Religion versteifen, zu einem Großteil zu ihrem Rücktritt bei. Menschen, die nicht selbst betroffen seien, könnten sich auch nicht in ihre Lage versetzen und nicht verstehen, wie es sich anfühle einen Migrationshintergrund zu haben und deswegen Anfeindungen zu erleben.

Für Frau Arabaci-Pfab war es eine Prüfung, die sie bis zur Kommunalwahl durchhalten wollte. Die vielen Gründe, die sich hauptsächlich gegen ihre Person und nicht gegen ihre Politik richteten, ließen sie nun zurücktreten. Sie wolle ihre Zeit nun wieder verstärkt auf ihre Familie und ihren Lehrberuf an einer neuen Schule konzentrieren.

Das Fernsehinterview finden Sie hier:

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