Verliebt, verlobt, CORONA

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Der eigentlich schönste Tag im Leben entwickelt sich gerade für viele Brautpaare in der Region zum Albtraum. Auch Angelina Betschka und ihr Verlobter Mario Sturz müssen ihre Hochzeitspläne umwerfen. Die 29-Jährigen sind seit elf Jahren zusammen und wollten im Juli eigentlich den Bund fürs Leben eingehen. Und jetzt?

WILLI: Angelina, ihr habt eure Hochzeit wegen Corona abgesagt. Wie und wann kam die Entscheidung dazu?

Ich hätte es ehrlich gesagt niemals übers Herz gebracht eine Entscheidung zu treffen. Aber unsere Location hat uns ihre rationale und professionelle Einschätzung gegeben, dass eine Hochzeitsfeier Ende Juli niemals normal ablaufen können wird. Nach vielen Tränen und schlaflosen Nächten hat dann letztendlich doch die Vernunft gesiegt und wir haben den Polterabend, die kirchliche Trauung und Hochzeitsfeier abgesagt. Den Standesamt Termin haben wir auf Ende Juli verschoben, in der Hoffnung, dass man bis dahin wenigstens nicht mehr alleine heiraten muss.

Manche Brautpaare feiern eine Corona-Hochzeit – mit Mundschutz und nur zu zweit im Standesamt. War das für euch eine Option?

Das wäre überhaupt keine Option für uns. Wir hatten uns für ein großes Fest entschieden und wollten mit all unseren Freuden und Familien feiern. Für Mario und mich war klar, dass wir dann lieber länger warten, als so einen riesigen Kompromiss einzugehen.

Ihr hattet sicherlich schon viel geplant, gekauft, vielleicht sogar schon Dienstleister angezahlt oder Flitterwochen gebucht. Welche Auswirkungen hatte die Absage kostentechnisch für euch?

Die Kosten halten sich bei uns zum Glück im Rahmen. Unsere Location hat auf ihre Anzahlung verzichtet, sodass wir dort auf keinerlei Kosten sitzen bleiben. Unser DJ war auch sehr verständnisvoll. Beide Dienstleister waren sehr zuvorkommend. Einzig die Deko-Artikel hatten wir schon gekauft, aber die kann man ja auch zu einem späteren Zeitpunkt noch benutzen. Die Flitterwochen sind für Dezember gebucht und falls man reisen darf, werden wir diese auch ohne großes Hochzeitfest antreten.

Sicherlich können die meisten verstehen, dass ihr die Hochzeit erstmal absagt. Gab es trotzdem auch unangebrachte Reaktionen?

Nein, überhaupt nicht! Alle haben vollstes Verständnis und sind auch bei allen möglichen Feiervarianten dabei. Ob zu einem späteren Zeitpunkt oder nur klein – ganz egal. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.

Im Moment kursieren viele Gerüchte zu Lockerungen des Kontaktverbots. Private Feiern sollen im Juni oder Juli wieder erlaubt sein. Kommt eine Last Minute Hochzeit für euch in Frage?

Eine Last Minute Hochzeit kommt in Frage, ja. Aber nur, wenn auch richtig gefeiert werden darf. Also ohne lästige Einschränkungen. Wir lassen es auf uns zukommen und versuchen optimistisch zu bleiben.

Text: Michael Flick
Foto: privat

Aus RegioMagazin WILLI 6/20

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