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UNSER KARLSDORF | 40 Jahre Heimatverein

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Bertram Fuchs: Vorstand des Heimatvereins Karlsdorf

Der Heimatverein Karlsdorf hätte in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen gerne so richtig gefeiert. „Das holen wir im nächsten Jahr nach“,  verspricht Bertram Fuchs, der bereits seit 1998 Vorstand des Heimatvereins ist.

„Heimat“ und „Verein“. Was verbinden Sie mit diesen Begriffen? Heimat ist die Grundlage unseres Vereins. Ich würde Heimat so definieren, dass es ein Ort ist, an dem man sich wohlfühlt und der mit der eigenen Identität in Verbindung steht. Wir wollen ein Teil der Gesellschaft sein und das Leben in der Gemeinde aktiv mitgestalten, weshalb wir uns bewusst für den Begriff „Verein“ entschieden, um dies zum Ausdruck zu bringen.

Warum tritt man einem Heimatverein bei? Mein Interesse an der Ortsgeschichte war mein Anlass zum Eintritt. Auch sei gesagt, dass zur Zeit der Gründung allgemein eine Aufbruchstimmung herrschte, historische Gegenstände zu sammeln und Bildmaterial zu archivieren. Wir betraten dahingehend Neuland, was mich sehr motivierte. Ich wollte durch meinen Beitritt auch die Verbundenheit zu Karlsdorf zum Ausdruck bringen, da der Verein in der Bevölkerung auch als eine Art „Traditionswahrer“ angesehen wird.

Wie kam es eigentlich zur Gründung des Heimatvereins Karlsdorf? Die Idee zur Gründung entwickelte sich aus einem kirchlichen Arbeitskreis, in dem sich mehrere Bürger trafen, um sich mit der Heimatgeschichte zu befassen. Im Kreis gab es auch einen sehr engagierten Heimatforscher, der sich mit der Geschichte Dettenheims und Karlsdorfs befasste und hierüber Vorträge gehalten hatte.

Wie viele Mitglieder hat der Verein derzeit? Der Verein hat momentan 540 Mitglieder. Überblickend kann man sagen, dass die Mitgliederzahl stetig nach oben wuchs und wächst.

Wie kann man sich die Arbeit eines Heimatvereins vorstellen? Wir sammeln nicht nur Gegenstände, sondern wollen diese auch sichten, katalogisieren, beschreiben und archivieren. Das ist ein sehr zeitintensives Hobby. Auch der laufende Betrieb des Heimatmuseums ist arbeitsintensiv, da wir in regelmäßigen Abständen neue Sonderausstellungen veranstalten, um weiterhin ein abwechslungsreiches Programm bieten zu können.

Nächste Vorherige
Alte „Detteheimer“ Familien.
Ausstellung im Heimatmuseum
Archivierung im Heimatmuseum
Nächste Vorherige
Müssen sich Heimatvereine auch um die Gegenwart und  Zukunft einer Gemeinde kümmern? Selbstverständlich. Man erreicht nichts, wenn man sich nur um die Vergangenheit kümmert. Ein Verein, der nur nach hinten blickt, hat keine Zukunft. Daher ist es uns wichtig, vor allem auch die jungen Menschen anzusprechen. Wir haben beispielsweise eine Fußballgruppe, in der Jung und Alt zusammenspielen. Hierfür spricht letztlich unsere Mitgliederzahl.

Karlsdorf entstand aus einer Umsiedlung Alt-Dettenheims. Wie ist heute der Kontakt nach Dettenheim? Bis vor zwei Jahren haben wir jährlich ein Heimatfest in Dettenheim veranstaltet. Viele Karlsdörfer haben dieses besucht. Das hat die bestehende Verbundenheit spürbar gemacht. Mittlerweile veranstalten wir das Fest in Dettenheim nicht mehr. Dennoch nutzen viele Karlsdörfer Alt-Dettenheim als Ort zum Radfahren oder Spazierengehen. Ich würde also sagen, dass die Beziehung nach wie vor besteht. Da wir noch die Straßennamen wissen, oder wo welche Häuser standen, fühlt man sich immer noch daheim.

Schlindwein, Riffel sind Karlsdörfer Namen, entstammen diese tatsächlich aus Dettenheim? Ja, Riffel, Schlindwein und einige weitere typische Karlsdörfer Namen kommen aus Dettenheim und dem Großraum Sondernheim, Hördt und Bellheim, auf der gegenüberliegenden Rheinseite.

Damals wurden Häuser in Alt-Dettenheim abgeschlagen um sie in der Gemarkung Altenbürg wieder aufzustellen. Gibt es davon noch Originalhäuser in Karlsdorf? Vereinzelt gibt es noch einige Häuser. Das „Dettenheimer Haus“ beispielsweise ist im Besitz der Gemeinde und soll zukünftig als begehbares Museum eingerichtet werden, dass ein Wohnhaus um die Jahrhundertwende darstellen soll. Dieses renovieren und restaurieren wir als Verein.

In den Jahren zwischen 1858 und 1863 wanderten rund 250 Karlsdorfer nach Brasilien aus. Gibt es hier noch Kontakte? Ja, es besteht sehr guter und intensiver Kontakt. Es finden immer wieder gegenseitige Besuche zwischen Karlsdörfern und den brasilianischen Nachkommen statt. Aufgrund von Corona ist dies im Moment leider eingeschränkt. Wir hatten als Gründungsmitglied auch einen entschiedenen Anstoß für die Entstehung der Badisch-Südbrasilianische Gesellschaft e.V. gegeben.

Das Heimatmuseum: Es fand seine Herberge im ehemaligen Torturm der Altenbürger Schlossanlage, später diente es als Rathaus.
Was waren die Höhepunkte der vergangenen 40 Jahre Heimatverein? Seit unserem Bestehen haben wir ein Museum aufgebaut und 4 heimatkundliche Bücher veröffentlicht. Das sind mit Sicherheit Meilensteine. Auch hervorzuheben war unser Engagement bei den Ortsjubiläen. Als momentanen vereinsinternen Höhepunkt sehe ich die Fertigstellung und Eröffnung des neuen Vereinsheims. Die neuen Räumlichkeiten bieten uns für das Vereinsleben, als auch für die Archivierung der Gegenstände ganz neue Möglichkeiten.

Welche Schwerpunkte setzt der Verein bei seiner künftigen Arbeit? Unser nächstes Ziel ist, die 50er und 60er Jahre aufzuarbeiten, da sie auch Teil unserer Geschichte sind und zu Gründung des Vereins noch zur jüngeren Historie gehörten. Nächstes Jahr wollen wir ein weiteres heimatkundliches Buch veröffentliche, dass sich mit der Grundstücksentwicklung in Alt-Dettenheim befasst.

Wie sehen ihre Jubiläums-Aktivitäten in Zeiten von Corona aus? Wir hatten für das 40-jährige Bestehen eine Jubiläumsfeier in diesem Jahr geplant. Dies wollten wir über mit einigen Vorträgen und einem abschließenden Fest begehen. Dieses mussten wir leider absagen. Im September hatten wir eine Jubiläumsfahrt nach Paris geplant. Wir haben die Hoffnung, dass diese stattfinden kann. Unser Plan ist, unsere Jubiläumsfeier auf das kommende Jahr zu verschieben.

Heimatmuseum

Amalienstraße 35 in Karlsdorf

Öffnungszeiten
April bis Juni, Oktober bis Dezember
jeweils am 1. und 3. Sonntag des Monats von 14 – 17 Uhr geöffnet.

Text: Tim Materna
Bilder: Tim Materna/Heimatverein Karlsdorf

Aus RegioMagazin WILLI 8/20

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