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TALKING HEADS :: Von Gondelsheim in den Landtag

Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp kandidiert für den Landtag. Wir haben mit ihm darüber gesprochen wie es für ihn und in Gondelsheim weiter geht.  

In seinen 18 Jahren als Bürgermeister in Gondelsheim habe Rupp schon manches Angebot erhalten sich politisch zu verändern. Sein Traum sei gewesen und sei noch immer, in den Landtag einzuziehen. Zur Kandidatur sei es gerade jetzt gekommen weil Walter Heiler als Landtagsabgeordneter ausscheide. Wenn er sich verändere und etwas anderes mache als den Bürgermeisterjob den er sehr liebe, dann müsse es schon der Landtag sein.

Er habe in Gondelsheim die ganze Zeit eine offene und transparente Politik betrieben und deshalb gleich die Bevölkerung über die Bewerbung für den Landtag informiert. Die sehe es wie er mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn sie seien zum einen stolz auf ihren Bürgermeister und haben Verständnis für den möglichen Karrieresprung. Andererseits frage man sich natürlich auch was danach kommen werde? Irgendwann müsse aber eine Zäsur sein und die komme in Gondelsheim dann eben vielleicht im Sommer 2016.

Mit ihm gebe es zwar keinen Generationenwechsel, aber es sei kein Schaden mit einer gewissen Erfahrung in den Landtag zu gehen. Mit 50 Jahren habe er jetzt das richtige Alter für dieses Amt, denn er bringe sowohl Erfahrung, als auch die Perspektive, für mindestens drei Perioden im Landtag bleiben zu können.

Eine Mischung aus SPD und Persönlichkeit

Im Landtag sei er dann nur für den Wahlkreis Bruchsal zuständig, also nicht mehr für Gondelsheim, das “hat auch seinen Charme”. Außerdem sei der Vorteil, dass er neutral entscheiden könne und keinen Fokus auf nur eine Gemeinde haben dürfe. So sei er völlig unabhängig.

Er übernehme zwar den Wahlkreis Walter Heilers, aber “man soll nie in die Fußstapfen von jemand anderem treten, dann hinterlässt man keine eigenen Spuren”, Rupp wolle seinen eigenen Weg gehen. Nach Bruchsal habe er schon jetzt einige Verbindungen und erhielt auch bisher die Unterstützung aus den SPD Ortsvereinen.

Für den Landtag habe er eine gute Ausgangsbasis, denn er wisse, dass es auch notwendig sei die Probleme der kleinen Gemeinden zu kennen. Aus seiner Aufgabe im Kreistag kenne er aber auch große Einheiten und wisse deshalb sowohl was im Großen, wie im Kleinen passiere und notwendig sei. Als Bürgermeister in einer kleinen Gemeinde sei man für fast alles zuständig und kümmere sich um ein Gesamtgefüge.

Die SPD in ihm mache vor allem der Gerechtigkeitsgedanke sowie der soziale Ausgleich aus. Da es bisher nur sehr wenige SPD Bürgermeister im alten Wahlkreis Bruchsal gab, versuche er als “Exot” im sehr konservativ geprägten Raum eine Mischung aus SPD und Persönlichkeit anzubieten.“Ich bin da ja jetzt kein Parteisoldat der zu allem “Ja und Amen” sagt”. Über die Lücke, die er in Gondelsheim hinterlasse, mache er sich zwar Gedanken, aber die gebe es ja auch wenn er irgendwann aus Altersgründen gehen müsse. Er wolle sich dann dort definitiv zurückhalten und gönne jedem anderen das Amt. Auch als Landtagsabgeordneter möchte er im Kreistag bleiben.

Auch wenn er das Amt in Stuttgart bekomme bleibe seine Heimat Gondelsheim, der er in jedem Fall treu bleibe.