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Talking Heads | Neuauflage der historischen Komission?

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Icon-Stadtmagazin WILLI Interview | Werner Schnatterbeck möchte die Historische Kommission Bruchsal wieder zum Leben erwecken. Es gab sie schon einmal, dann wurde es für lange Zeit ganz still… und nun soll mit frischem Elan und neuen Leuten das ursprüngliche Ziel weiter verfolgt werden: Die Geschichte Bruchsals aufarbeiten.

Aus RegioMagazin WILLI 05/18

Vieles dreht sich im Leben von Werner Schnatterbeck um die Vergangenheit. Als junger Geschichtslehrer kam er 1976 in den Gemeinderat Bruchsals und spätestens ab diesem Zeitpunkt war es ihm ein Anliegen, die besondere Geschichte Bruchsals mit dem Fokus auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 intensiver aufzuarbeiten.

So startete er schon damals mehrere Initiativen und erreichte damit schließlich eine Historische Kommission. Nachdem diese aufgelöst wurde war es einige Jahre still – nun will der ehemalige Schulpräsident des Regierungspräsidiums Karlsruhe eine Neuauflage.

Ulrich Konrad fragte nach den Ursachen für die Auflösung der Historischen Kommission. Laut Schnatterbeck habe es hauptsächlich daran gelegen, dass sich zunehmend eine politische Polarisierung ergeben hatte:

„Die Kommission war recht erfolgreich, viele interessante Menschen haben dort mitgearbeitet und eine Vielzahl an Publikationen wurden veröffentlicht, ich bedauere es sehr, dass dies beendet werden musste.“

Danach habe sich Schnatterbeck wegen seiner beruflichen Tätigkeit erst einmal aus der Politik zurückgezogen, ehe ihm 2014 nach seiner Pensionierung eine erneute kommunalpolitische Aufgabe zuteil wurde.

„Mein erstes Ziel war wieder nachzuhaken, was mit einem erneuten Anlauf für eine Historische Kommission sei“, sagt er.

Dass diese Kommission aus neuen Menschen besteht, erklärt sich von selbst. Manche Menschen von damals sind bereits verstorben, andere können eine solche Tätigkeit nicht mehr ausüben. Aber mit den vielen guten, geschichtsinteressierten, jungen Leuten, die es hier in der Region gibt, sei jetzt die richtige Zeit für eine Neuauflage einer solchen Kommission.

Die Beschäftigung mit der Lokalgeschichte – außerhalb der Schule – sei sehr wichtig. „Man muss den Menschen deutlich machen, dass Solches nie wieder vorkommen darf“ sagt Schnatterbeck zum Thema Nationalsozialismus. Und da sieht er in Bruchsal noch Nachholbedarf in der Aufarbeitung. Aufgefallen sei ihm das so richtig bei einer Barockausstellung in Bruchsal im Jahre 1981.

Nicht nur die Barockzeit habe Bruchsal geprägt. Es sei doch wichtig, alle Facetten von Bruchsal zu zeigen.

„Das ist eine Aufgabe für die Heimatgeschichtler, die sich damit beschäftigen könnten“.

Mit seinen neuen Forderungen und Ideen wolle er die bisherige Arbeit nicht schlecht reden. Vieles wurde schon bearbeitet und es gab schon früh Bücher, die die Geschichte aufzuarbeiten versuchten. Trotzdem gibt es noch mehr zu tun; vor allem zwischen 1933 – 1945.

Für die heutigen geschichtlichen Forschungen stelle sich dann auch die Frage nach den Quellen. Viele Zeitzeugen der ersten Generation sind bereits verstorben, die meisten Interviewpartner könnten also nur noch davon berichten, was ihnen erzählt wurde. Deshalb müsste man die Archive noch stärker befragen.

Ein anderes Thema ist die „Schuldfrage“.

„Ich finde nicht, dass sich unsere Generation schuldig fühlen muss. Das Zitat von Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 im Deutschen Bundestag aus Anlass des 40. Jahrestags der Kapitulation kann ich nur unterschreiben: Kaum einer der heute Lebenden ist schuldig, aber wir alle sind verantwortlich für das, was daraus in Zukunft gemacht wird! Dieser Verantwortung können und sollen wir uns nicht entziehen.

Auch wenn aus der Verwaltung noch kein Signal kam, sieht er die Initiative schon jetzt als Erfolg.

„Viele Menschen sprechen mich auf das Thema an und fragen nach. Ich sehe durchaus eine große Gruppe von Interessierten.“

Die Menschen, die sich hauptberuflich damit beschäftigen, sollten ebenfalls entlastet werden, also im besten Falle mehr Personal an die Seite bekommen. Dadurch könnten auch schnellere Ergebnisse erzielt werden, meint Schnatterbeck.

Zusammen mit einer Historischen Kommission, besetzt mit kompetenten Menschen, könne dann wieder gestartet werden. Dieses Personal sei einfach erforderlich, um die Arbeit in der gewünschten und erforderlichen Qualität abliefern zu können.

Werner Schnatterbeck versucht es also ein weiteres Mal, die Menschen an die Bruchsaler Geschichte heranzuführen.

„Die Menschen sollen sich mit der Vergangenheit befassen, um eine Haltung zu entwickeln, die das Gemeinwohl positiv beeinflusst!“

Wir wünschen ihm dabei gutes Gelingen!

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