James Schäfer

STETTFELD :: James Schäfer, ein waschechter Krautkopf

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Mit James ist Bernhard Schäfer aus Stettfeld gemeint. Ein Tausendsassa, den fast jeder in Ubstadt-Weiher und der Region unter diesem Namen kennt. Sogar im Telefonbuch steht neben Bernhard Schäfer auch noch „James“.

Woher dieser Uzname kommt weiß er selbst nicht so genau. Irgendwann in den Jugendjahren hieß er plötzlich nicht mehr Bernhard sondern James und ist eigentlich bis heute ganz glücklich damit.

Eigentlich wollte er ja Goldschmied werden, doch dann musste er sich mit einer Lehre als Feinmechaniker bei Siemens in Bruchsal zufrieden geben. Trotzdem machte er seinen Job gerne und trat dann 2007 in den Vorruhestand. Jetzt hatte er endlich Zeit für seine Kunst und seine Hobbys.

Schon beim Hausbau 1980-82 in Stettfeld kamen die Ideen und ihre Ausführungen vom Bauherren selber. Die Führung durchs Haus gestaltete sich fast wie ein Rundgang durch eine Kunstgalerie oder ein kleines Heimatmuseum. Platz an den Wänden gibt es fast keinen mehr. Besonders seine Aquarell und Ölbilder schmücken die Wohnräume im ganzen Haus.

Mit der selbstgebauten Drehorgel tritt James zusammen mit seiner Frau Gisela auf so mancher Veranstaltung auf.
Mit der selbstgebauten Drehorgel tritt James zusammen mit seiner Frau Gisela auf so mancher Veranstaltung auf.

Am liebsten arbeitet James mit Kupfer. Er fertigt zum Beispiel Raben in Lebensgröße und verleiht ihnen durch witzige Accessoires wie Brille oder Fahrrad einen individuellen Ausdruck. Vier bis Fünf Tage braucht er für den Vogel aus Blech. Aber auch Blumen, Körbe und Käfer entstehen aus dem rötlichen Edelmetall, in der perfekt ausgestatteten Werkstatt des Hobbykünstlers.

„Schon im Kindesalter verspürte ich ganz intensiv das Gen des Jägers und Sammlers“, so der Künstler. „Im Wald sammelte ich Wurzeln, um originelle Krippen und Figuren daraus zu schnitzten. Die Müllplätze der Umgebung, die ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen konnte, wurden meine Fundgruben.“ Er konnte alles gebrauchen aus dem sich noch irgendetwas basteln lies.

„Ich hatte einen Traum – ich wollte einmal eine Dampfmaschine besitzen, wie mein damals zwölfjähriger Freund“, erinnert sich James. Es hat sehr lange gedauert, aber er erfüllte sich seinen Traum. Im Jahre 2010 baute er die „Rocket 38“, die auf Schienen durch seinen Garten fährt.

Seine zwei Enkelkinder Lukas und Mia fordern natürlich auch ihre Spielzeit mit Opa James.
„Lukas hat die Glasknochenkrankheit, ich habe ihm ein Kreuz gewidmet in der Hoffnung auf Genesung“, erzählt der gläubige Christ. Das Kreuz ziert inzwischen die Pauluskapelle zwischen Ubstadt und Zeutern, James stiftete sie dem Erbauer.

Mit seiner Frau Gisela ist er seit 39 Jahren verheiratet. Sie passen perfekt zusammen. Optisch aber auch durch ihre Lebenseinstellung und ihre künstlerische Affinität. Auch Gisela malt und ist mit Nadel und Faden sehr kreativ.

Im Jahr 2008 begann James mit dem Bau einer Drehorgel. 400 Arbeitsstunden steckte er in das Projekt. Mit der Fertigstellung folgte der erste Auftritt, im perfekten Outfit und mit seiner Gisela in der Ölmühle Stettfeld. Seitdem sind die Beiden mit ihrer Drehorgel gern gesehene Gäste auf Veranstaltungen, Festen oder Oldtimer-Treffen.

Seinem Enkel widmete er ein Kreuz. Es
ziert die Pauluskapelle zwischen Ubstadt
und Zeutern

Übrigens wäre da auch noch das Holzspielzeug, die Kerzenständer und die abstrakten Holzskulpturen zu erwähnen, die James

Den Brennofen, teils mit original Steinen aus der Römerzeit, baute James vor seinem Haus auf
Den Brennofen, teils mit original Steinen aus der Römerzeit, baute James vor seinem Haus auf

so nebenbei fertigt. Er baut Uhren oder repariert diese und stellt Replikate für den Heimatverein her um die Ausstellung des Römermuseums zu ergänzen. Vor seinem Haus hat James einen Brennofen mit teils originalen Backsteinen aus der Römerzeit wieder anschaulich aufgebaut. Besucher bekommen hier nicht nur einen interessanten Vortrag über die Brennmethoden im Römerreich, sondern auch das ein oder andere Ständchen auf einer steirischen Harmonika zu hören.

Musik liegt dem Tausendsassa nämlich auch im Blut. Er spielt die Harmonika genauso gut wie Schlagzeug, Gitarre, Mundharmonika und Maultrommel, was er bereits bei zahlreichen Festen in seiner gemütlichen Kellerbar mehrfach unter Beweis stellte.

Das nächste Projekt steht auch schon an. Bronze gießen – es könnte dem Krautkopf aus „Schteffld“  ja zwischendurch mal langweilig werden.

Text & Bilder: Gaby Müller

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