Schwimmen in Zeiten von Corona: im Kreisverkehr

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18.06.2020 | „Urlaub am schönsten Strand… der Stadt.“ – Ein Satz, der in diesem Jahr wohl einen ganz neuen Stellenwert bekommt. Urlaub im Ausland ist in vielen Fällen noch gar nicht möglich, umso wichtiger werden die kleinen Wohlfühloasen in der eigenen (Wahl-)Heimat.

Das Badeerlebnis gehört zum Sommer wie der Stiel zum Eis

Ein Sommer ohne Urlaub ist wie eine Sonnenblume ohne Kerne. Auf den ersten Blick ist die Schönheit ungetrübt. Es ist nicht ersichtlich, doch es fehlt etwas. Ein Sommer ohne Schwimmbadbesuch dagegen ist wie ein Rasensprenger, der den Dienst versagt hat. Mit ihm ist nichts mehr anzufangen. Das dachten sich auch Stadt und Stadtwerke Bruchsal und verkündeten in einer Pressekonferenz am 16. Juni, die Freibäder in Heidelsheim und Obergrombach am 22. Juni sowie das Bruchsaler SaSch! am 29. Juni zu eröffnen.

„Extrem kompliziert, komplett unwirtschaftlich!“ – 91 Restriktionen

2020 wäre nicht 2020, wenn in diesem Jahr nicht auch das Badeerlebnis zu einem anderem würde. Unbeschwertheit war gestern. In dieser Saison ist der Besuch im Schwimmbad streng getaktet, unterliegt strikten Regeln und bedeutet dennoch Risiko: für Besucher, Mitarbeiter sowie Betreiber. In Bruchsal beschlossen Stadt und Stadtwerke entgegen der Vernunft dieses Risiko einzugehen. Eine Entscheidung, die einer gehörigen Portion Mut, eines Willens, ein Stück Normalität zu schaffen, sowie eines Appells an die Vernunft aller Beteiligten bedarf.

Auch beim Schwimmen kommt es auf den Abstand an

Die Eröffnung der Freibäder in Bruchsal, Heidelsheim und Obergrombach versetzte die Stadtwerke in die schwierige Lage, ein Konzept zu erarbeiten, das der „Verordnung des Lenkungskreises der Landesregierung vom 4. Juni 2020“ gerecht wird. Diese erlaubt den eingeschränkten Betrieb unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zum Gesundheitsschutz. Eine Richtlinie, die für öffentliche Bäder nur schwer umzusetzen ist und für Bruchsal einen Rückgang der Besucherzahlen um mindestens 80% bedeutet.

E-Tickets zum Einheitspreis

Aufgrund der „aktuellen Situation“ müssen Hallenbad und Sauna weiterhin geschlossen bleiben. Des Weiteren werden alle bestehenden Verträge mit Schulen, Sportvereinen, der Polizei sowie der Bundeswehr ausgesetzt. Es gelten bis auf weiteres einheitliche Eintrittspreise pro Kopf, was in der Folge bedeutet: keine Saisonkarten, sowie kein kostenloser Zutritt. Kinder zahlen einen ermäßigten Eintrittspreis. Mit der Installation eines neuen e-Ticketing-Systems ist der Zugang zum Bad nur nach vorheriger Online-Buchung und Bezahlung über die Homepage der Stadtwerke Bruchsal möglich. So werden lange Warteschlangen vermieden und gleichzeitig die Kontaktdaten der Badegäste hinterlegt, um bei Bedarf eine Kontaktnachverfolgung gewährleisten zu können. Tickets können mit einer Vorlaufzeit von bis zu drei Tagen gekauft werden. Besucher können sich in Bruchsal zwischen einem Früh- oder Abend-Slot (9:00- 11:00 Uhr oder 18:00-20:00 Uhr) für Schwimmer sowie dem großzügigen Mittags-Slot (12:00-17:00 Uhr) für Familien mit Kindern entscheiden. In Heidelsheim gibt es von Montag bis Freitag einen Slot (13:30-19:30 Uhr) sowie am Wochenende und Feiertagen jeweils zwei Slots (10:00-12:30 Uhr und 13:30-19:30 Uhr). In Obergrombach gibt es von Montag bis Freitag einen Slot (13:30-19:30 Uhr) sowie am Wochenende und an Feiertagen jeweils zwei Slots (10:00-12:30 Uhr und 13:30-19:30 Uhr). Kinder bis 14 Jahre erhalten nur in Begleitung eines Erwachsenen Einlass.

Im SaSch! Freibad Bruchsal
drei Slots – jeweils von Montag bis Sonntag:

Öffnungszeiten 9:00-11:00 Uhr 12:00-17:00 Uhr 18:00-20:00 Uhr
Preise Erw. 3,50 Euro 4,50 Euro 3,50 Euro
Preise Erm. 2,00 Euro 3,00 Euro 2,00 Euro

In den Freibädern Heidelsheim und Obergrombach

Montag – Freitag Samstag – Sonntag
Öffnungszeiten 13:30-19:30 Uhr 10:00-12:30 Uhr  13:30-19:30 Uhr
Preise Erw. 3,50 Euro 2,50 Euro 3,50 Euro
Preise Erm. 2,00 Euro 1,50 Euro 2,00 Euro

Aus Fairnessgründen kann maximal ein Slot pro Tag und Gast gebucht werden

Die maximale Besucheranzahl in den Bädern ist von der Wasser- und Liegefläche abhängig. In Bruchsal ergibt sich durch die drei Time Slots eine maximale Zahl von 800 Badegästen pro Tag, von denen sich maximal 600 zeitgleich im Bad aufhalten dürfen. Am Ende eines jeden Time Slots werden Kontaktflächen sowie Toiletten und Schließfächer gereinigt. E-Tickets für Heidelsheim und Obergrombach gelten aufgrund der vorgeschriebenen begrenzten Anzahl von Badegästen nicht für Bruchsal.

Geregelter Badespaß mit Kreisverkehr

Um die maximal erlaubte Anzahl der Badegäste im Bad und in den Becken im Blick zu haben, wird es jeweils einen Zu- und einen Ausgang sowie räumlich voneinander getrennte Becken-Ein- und Ausstiege geben. Im Schwimmerbecken wurden jeweils zwei Bahnen zu einer zusammengefasst, innerhalb derer im Kreis geschwommen wird. Maximal 80 Personen dürfen hier zeitgleich ins Wasser, im Erlebnisbecken sind es 300. Rutschen und Sprungtürme sind zugänglich. Geduscht werden kann nur am Beckenrand, die Bänke fehlen.
Ein Mund-Nasen-Schutz muss im Eingangsbereich, beim Warten am Schwimmbadkiosk, ebenso wie in den überdachten Bereichen, in denen sich Toiletten und Schließfächer befinden, getragen werden. Um die vorgegebenen Mindestabstände festzulegen, ist im Innen- und Außenbereich der Boden markiert. Ergänzend weisen Aufsteller auf die Hygiene- und Abstandsregeln hin.

Freibaderöffnung bis spätestens 29. Juni

Wem der Besuch unter diesen strengen Auflagen nicht behagt, der muss bedenken: eine Badesaison im Wasser ist besser als eine Badesaison, die
ins Wasser fällt.

Die Freibäder in Heidelsheim und Obergrombach freuen sich ab Montag, 22. Juni über einen Besuch, das SaSch! ab dem 29. Juni.

Text: Yasemin Wüstenhagen, Bilder: Landfunker

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