Geschlossene Bahnschranke Regionalzug
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205 Tage mit geschlossenen Schranken – Stadt Bruchsal und die Bahn informierten

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Heidelsheim | 12.02.2020 | Schließung der Bahnübergänge in Heidelsheim und Helmsheim sorgt für Unruhe und Fragen in den Gemeinden.

Unter Kritik, aber auch Verständnis, informierten die Stadt Bruchsal und die Deutsche Bahn in der Heidelsheimer Sporthalle über die Hintergründe der Sanierung der Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart deren Folgen für die beiden Bruchsaler Stadtteile.

Präsentation Bahnübergang Heidelsheim
v.l.n.r: Vertreter der DB Netz AG (Christian Brökling, Anke England, Rüdiger Weis) und Stadt Bruchsal (BM Andreas Glaser, Oliver Krempl, Jessica Deutsch, Nina Schüssler). Durch den Abend leitete Wolfang Müller.

Für den Bahnübergang in Heidelsheim gilt als Stichtag der 5. März. In Helmsheim schließen sich die Schranken für den Kraftverkehr schon ab dem 3. März. Für Fußgänger und Radfahrer werden sich die Schranken ab dem 2. April, bis 9 Uhr, das letzte mal öffnen, und dann für ein halbes Jahr geschlossen bleiben.

Die Auswirkungen der Sanierungsarbeiten werden im Alltag der Bewohner in Heidelsheim und Helmsheim deutlich spürbar. Aber auch Pendler in Bahn und Auto können davon betroffen sein.

252 Züge täglich

Ob ICE, Güter- oder Regionalverkehr, im Laufe der Vollsanierung der 29 Jahre alten Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart werden alle Züge durch die Ortschaften Heidelsheim und Helmsheim geleitet werden. Dies betrifft ebenso Gondelsheim und Bretten-Diedelsheim.

Mit einer zu erwartenden Zunahme durch 93 Zügen täglich,also einer Steigerung von 159 auf 252 Zügen, hat das unmittelbare Konsequenzen für die Bahnübergänge vor Ort. Die DB Netz AG, verantwortlich für die Sanierung der Schnellfahrstrecke und die Umleitung, rechnet von einer möglichen Verdopplung der Schließzeiten.

Alleine während des Zeitfensters von 7 bis 8 Uhr würden die Bahnschranken in Heidelsheim, statt bisher 29 Minuten, für ganze 56 Minuten geschlossen bleiben. Dass es so schlimm kommen würde, das war selbst den Planern der DB Netz AG nicht bekannt, ehe sie mit Detailplanungen
des Fahrplanes für die Umleitung begannen.

Übergänge nicht offen zu halten

Nicht nur zeitlich, auch aus Sicherheitsgründen und wegen der Verkehrsbelastung, würde es sich daher nicht lohnen, die Bahnübergänge in kurzen Intervallen zu öffnen. Einerseits würden ungeduldige Passanten eher über die geschlossenen Schranken steigen, und sich damit in Gefahr begeben. Andererseits würde sich der wartende Kraftverkehr weit in die Ortsmitte von Heidelsheim hineinstauen, schon heute eine unzumutbare Situation.

Fahrplan Umbau Heidelsheim und Helmsheim:

24. Februar bis Anfang März: Einrichtung der Baustellen

03. März: Sperrung der Übergänge für den motorisierten Verkehr in Helmsheim

05. März: Sperrung der Übergänge für den motorisierten Verkehr in Heidelsheim

02. April, 9 Uhr: Komplette Sperrung Bahnübergänge und Eröffnung des Steges

31. Oktober: Voraussichtliche Wiederöffnung der Bahnübergänge

So sollen wenigstens während der Sperrung für die ebenerdigen Übergänge für Fußgänger Überwege geschaffen werden, um ein sicheres Überqueren der Schienen zu gewährleisten.

Für den Zugverkehr bleiben die Änderungen überschaubar, auch wenn jetzt sogar Schnellzüge mit maximal 130 km/h durch die Orte kommen würden. Die Fahrzeit auf der Strecke zwischen Stuttgart über Bruchsal nach Heidelberg würde sich um 10 Minuten verlängern, der halbstündige Takt im Nahverkehr aber bestehen bleiben.

Nur zwei Züge würden nach dem Fahrplan pro Tag ausfallen, die Regionalbahn 19590, die zwischen 14:23 bis 14:52 Uhr zwischen Bretten nach Bruchsal verkehrt, sowie die Regionalbahn 19591, die zwischen 15:05 bis 15:26 Uhr zwischen Bruchsal nach Bretten unterwegs wäre. Beide Linien sollen mit einem Schienenersatzverkehr kompensiert werden.

Ihre Sorgen äußerten die Bewohner von Heidelsheim und Helmsheim aber dennoch über die Pünktlichkeit des Regionalverkehrs, vor allem in Hinsicht mit den Erfahrungen nach der Umstellung zu Abellio.

Heidelsheims Anwohner sorgen sich um Umleitung

Die durch Heidelsheim geplanten Umleitungen für PKW (blau) und LKW (grün).

Viel Bedeutender war für die Besucher bei der Informationsveranstaltung die von der Stadt Bruchsal veranschlagte Umleitung des Kraftverkehres durch Heidelsheim. Dafür soll die Brücke an der Altenbergstraße genutzt werden, welche dafür einspurig umgebaut wird. Befahrbar wäre sie für Fahrzeuge bis zu 30 Tonnen, wofür die Brücke auch begutachtet wurde.

Damit würde aber auch einiges an Verkehr aus und in das Kraichtal durch bisher ruhige Gebiete führen. Auch entlang des Kindergartens an der Kastellstraße.

 

Um die Durchfahrt von Abfallwirtschaft und Feuerwehr zu gewährleisten werden Parkverbote in Heidelsheim eingerichtet. Eine Ausweichfläche ist Marktplatz vorgesehen.

Besondere Sorge bereitet die Vorstellung der Zunahme des Schwerverkehrs entlang der ausgeschriebenen Umleitung, auch wenn die Landstraße 618 zwischen Heidelsheim und Oberacker eigentlich für LKW gesperrt ist.* Um die Zufahrt der Feuerwehr und Abfallwirtschaft durch die neue Umleitung zu bewerkstelligen, werden weiterhin auch Parkverbote entlang der Umleitung eingerichtet, und entsprechend der Entwicklung erweitert.

Gleichzeitig habe sich die Stadt auch mit Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und der Abfallwirtschaft abgesprochen, um zu gewährleisten,
dass die Umleitung diese nicht zu sehr beeinträchtigt.

Um die Verwendung von Schleichwegen über die Felder zu unterbinden hätten sich die Ordnungsämter der Gemeinden Bruchsal und Gondelsheim über regelmäßige Kontrollen abgesprochen.

Parkverbote auch für Helmsheim

In Helmsheim muss lediglich eine Bushaltestelle verlegt werden, was ebenfalls Parkverbote mit sich führt.

Zu einer Verlegung der Bushaltestelle für den Schulbus führt die Schließung des Bahnüberganges in Helmsheim. Anstelle des Bahnhofes werden die Schülerinnen und Schüler schon in der Haltestelle Kurpfalzstraße aussteigen müssen.

Damit der Bus darauf wieder nach Obergrombach wenden kann, werden auch in Helmsheim Parkverbote entlang der Kantstraße und Hinter der Mauer installiert.

 

*Klarstellung: Die L618 zwischen Heidelsheim und Oberacker ist und bleibt für die Dauer der Sanierungsarbeiten für den LKW-Verkehr gesperrt.
Das “eigentlich” bezieht sich auf die Aussagen von Heidelsheimer Anwohnern, dass trotz des Durchfahrtsverbotes die L618 rechtswidrig von LKW benutzt wird. Diese Situation dürfte sich allerdings ohne regelmäßige Kontrollen auch nicht verbessern.

Für die Dauer der Sanierungsarbeiten bietet die Deutsche Bahn online Bautagebuch an, welches über die aktuellen Bauarbeiten informiert: bauprojekte.deutschebahn.com/p/mannheim-stuttgart

Ebenso können akute Fragen an die E-Mail Adresse DBNetz.Suedwest@deutschebahn.com gestellt werden.

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