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v.l. Architekt Hans-Peter Seibert, Projektleiter Bernd Ballüer von enercity contracting, Bürgermeister Felix Geider, Christian Mayer (Mayer Baugesellschaft) sowie Stadtbauamtsleiter Michael Stadtmüller

UMWELT & ENERGIE | CO2-Reduzierung durch neues Östringer Heizhaus

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22.05.2020 | Besonderer Meilenstein beim Aufbau des kommunalen Nahwärmenetzes

In Östringen wurde jetzt beim geplanten Aufbau eines Nahwärmenetzes mit dem symbolträchtigen ersten Spatenstich für den Bau der Heizzentrale eine wichtige Wegmarke erreicht.

Das leistungsfähige „Herz“ des neuen lokalen Energieverbunds, der einen substantiellen Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Kohlendioxidemissionen leisten soll und zugleich den Haushalten, Unternehmen und Einrichtungen, die an den Ausbaustrecken liegen, eine Option für eine nachhaltige und wirtschaftliche Wärmeversorgung bietet, schlägt künftig am südlichen Stadtrand an der Ecke von Leiberg I  und Joseph-Haydn-Straße auf dem Gelände des Bildungszentrums.

Wichtigster Bestandteil des Heizhauses wird eine Holzhackschnitzelkesselanlage mit einer thermischen Leistung von 540 Kilowatt sein. Im Verbund mit zwei Blockheizkraftwerken kann dieses Aggregat mehr als 65 Prozent der im Einzugsgebiet zwischen dem Bildungszentrum im Süden und den Sportanlagen am Waldbuckel am nördlichen Siedlungsrand benötigten Wärmeenergie klimaschonend erzeugen. Für die Abdeckung von Spitzenlasten stehen innerhalb des Systems, das auch einen 60.000 Liter großen Pufferspeicher umfasst, darüber hinaus zwei Gaskessel mit neuester Brennwerttechnologie bereit.

Die Lagerung der Holzhackschnitzel für die Kesselanlage erfolgt, von außen nicht sichtbar, in einem unterirdischen Bunker. Die Anlieferung des Ausgangsmaterials für die Energieerzeugung erfolgt per Lastwagen über die Joseph-Haydn-Straße, wobei momentan für die kalte Jahreszeit von maximal einer LKW-Ladung pro Woche ausgegangen wird. Vor dem Holzbunker ist ausreichend Stellplatz für die Lieferfahrzeuge eingeplant, so dass beim Entladen des Holzes die Straße frei bleibt. Die Gründung des mit einer kompakten Kubatur geplanten Heizhauses erfolgt so weit wie möglich in den Hang hinein.

Realisiert wird das Heizwerk von der enercity Contracting GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der enercity AG (ehemals Stadtwerke Hannover AG). Die enercity Contracting GmbH wird das weiterhin in kommunalem Eigentum verbleibende Östringer Nahwärmenetz zukünftig auch betreiben. Seit mittlerweile über 20 Jahren betreut die enercity Contracting GmbH deutschlandweit mehr als 1.200 eigene oder gepachtete Heiz- und Energiezentralen.

„Ich freue mich sehr, dass wir bei diesem zukunftsträchtigen Projekt gut vorankommen“, sagte jetzt Bürgermeister Felix Geider beim Auftakt der Bauarbeiten für das Heizhaus.

„Bei unserem Gebäudekonzept haben wir darauf geachtet, dass sich das Heizhaus gut in die Umgebung einfügen wird“, betonte Projektleiter Bernd Ballüer von enercity contracting, der zugleich informierte, dass die Gesamtkapazität der Anlage, die bereits zum 1. Oktober betriebsbereit sein soll, auf einen Wärmebedarf von nahezu fünf Gigawattstunden pro Jahr  ausgelegt ist.

Auf Basis der Zielsetzungen des 2015 vom Gemeinderat verabschiedeten Stadtentwicklungskonzepts ist die Verlegung der Leitungen des innovativen Östringer Wärmenetzes unterdessen schon weit vorangeschritten. Zum Auftakt wurde 2017 die damals ohnehin anstehende Sanierung der Dinkelbergstraße dazu genutzt, in den Untergrund des Straßenkörpers gleich auch die neuen

Wärmeröhren mit einzubringen. Während dort schon 2018 über eine provisorische Heizzentrale erste Haushalte an eine zentrale Wärmeversorgung angeschlossen werden konnten, ist der Leitungsverbund des Nahwärmenetzes zwischenzeitlich auch in Teilabschnitten der Keltergasse sowie zwischen der Keltergasse und dem Leiberg erfolgreich verlegt worden. Auch die Unterquerung der Hauptstraße ist bereits „abgehakt“ und derzeit wird das Nahwärmenetz im Bereich der Saarlandstraße ausgebaut. Die letzten Bauabschnitte stehen in den nächsten Monaten zwischen Keltergasse und der neuen Heizzentrale beim Bildungszentrum sowie im Bereich der Hinteren Straße und weiter in Richtung Norden die Georgstraße entlang bis zum Lückenschluss mit der Dinkelbergstraße bevor.

Text & Foto: Braunecker

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