Das HRB am Humsterbach Foto @Barbara Lohner

Oberderdingen | Starkregenmanagement in der Gemeinde – Hochwasserschutz wird weiter optimiert und ausgebaut

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30.07.2021 | Mitte Juli ist Tief Bernd über Deutschland mit Dauerregen und Unwetter hinweg gezogen und hat zahlreiche Städte und Gemeinden überflutet, Existenzen zerstört und Menschenleben eingefordert. In der Gemeinde Oberderdingen ist im Vergleich sehr wenig passiert. Dennoch waren die Mitarbeiter des Baubetriebshofs rund um Leiter Horst Simmel in Bereitschaft und haben täglich vor Ort die Starkregen- und Hochwasserschutzmaßnahmen kontrolliert.

Es sind bei uns keine größeren Schäden durch Starkregen aufgetreten. Dennoch sind Anschwemmungen entstanden, die über das Feld am Neubaugebiet Storchenäcker in Richtung Torre-Pellice-Weg im Ortsteil Großvillars liefen. Dort drohte das Wasser in ein Haus und eine Garage zu laufen. Jedoch konnte es durch vorsorgliche Maßnahmen abgewendet werden, so dass kein Schaden entstanden ist. Die Mitarbeiter des Baubetriebshofs haben rechtzeitig einen Damm aus Folie und Sand gebaut, der das Wasser in einen Einlaufschacht lenkte.

Das Ufer am Kraichbach am Seniorenpark „Alte Mühle“ im Ortsteil Flehingen ist durch die Starkregenereignisse teilweise unterspült. Ein Fachbüro war bereits vor Ort und ist beauftragt eine Lösung für eine Uferbefestigung aufzuzeigen.

Die Verantwortlichen des Bauamts, des Baubetriebshof und des Abwasserverbands waren täglich unterwegs und kontrollierten die Pegelstände der insgesamt drei Hochwasserrückhaltebecken (HRB). Alle HRB sind angesprungen und konnten zigtausende Kubikmeter Wasser zurückhalten.

Der Hochwasserschutz in der Gemeinde Oberderdingen ist gut und wird trotz seines guten Zustandes weiter optimiert. Bei Starkregenereignissen werden sowohl vor Ort bauliche Lösungen gesucht als auch Wetter-, Niederschlags- und Hochwasserabflussdaten ausgewertet.

Derzeit ist infolge der umfangreichen Maßnahmen vor ca. 10 Jahren ein 100-jähriger Hochwasserschutz sichergestellt. Infolge der Häufung der Starkregenereignisse wird in der Statistik zukünftig ein Klimafaktor mit berücksichtigt werden, der die Jährlichkeiten nicht unerheblich beeinflusst. So zeigte sich, dass der Hochwasserschutz laut dem durch die Gemeinde Oberderdingen in Auftrag gegebenem Gutachten zur bereits vorgelegten Planung schon für einen Lastfall HQ 100 Klima nicht mehr ausreicht.

Die Gemeinde Oberderdingen plant die Erweiterung der drei vorhandenen HRB Kraichbach vor Flehingen, Humsterbach vor Flehingen und Kohlbach vor Flehingen. Der Lastfall „HQ 1ooK.lima“ ist Grundlage für die Nachbemessung der 3 HRB in Oberderdingen und der vorliegenden Planung des neuen HRB Breitwiese vor der Ortslage in Oberderdingen am Kraichbach.

Das HRB Kraichbach soll eine Volumenerhöhung durch Schwellenhebung am Überfallbauwerk bekommen. Seit 2007 hat es ein Volumen von 64.800 m³. Nach der Erhöhung soll es ein Volumen von 99.930 m³ bekommen. Am HRB Humsterbach ist eine Volumenerhöhung durch Schwellenerhöhung und Nachjustierung des Drosselflusses auf die neue Einstauhöhe geplant. Das HRB fasst 69.600 m³ und soll nach der Erhöhung 102.220 m³ fassen. Eine Volumenerhöhung durch Schwellenerhöhung des überströmbaren Dammbauwerkes und Nachjustierung des Abflusses am Auslassbauwerk soll am HRB Kohlbach durchgeführt werden. Es fasst 34.800 m³ Wasser. Nach der Erhöhung sollen es 46.240 m³ sein.

Außerdem soll das HRB Breitwiesen mit einem Volumen von 24.100 m³ neu gebaut werden. Dadurch soll der Kraichzufluss auf Oberderdingen reduziert werden. Mit dem Bau soll vor allem im Bereich bis zur Hauptstraße/Bachstraße die Sicherheit innerorts gegen Überborden des Kraichbaches erhöht werden. Selbst bei einer Erhöhung des innerörtlichen Zuflusses infolge fortschreitender Bebauung und unter Berücksichtigung des Klimafaktors hat das Becken noch einen abmindernden Einfluss auf den Zufluss Richtung Flehingen. Zu beachten ist jedoch bei allen Beckenmaßnahmen, dass die Gesamtwassermenge nicht reduziert wird. Die Spitzen der Flutwellen werden gebrochen und zeitlich gestreckt nach unterhalb abgegeben.

Die vorliegende Planungsvariante wurde mit der Gemeinde sowie mit dem Landratsamt Karlsruhe abgestimmt. Es soll ein überströmbarer Damm auf einer gesamten Länge von circa 100 Meter entstehen.
Bereits seit 2017 liegen die Planungen der Erhöhung der vorhandenen drei HRB sowie die des Neubaus des HRB Breitwiesen der Gemeinde Oberderdingen vor. Die Anträge sind beim Landratsamt eingereicht. Jedoch steht bis heute die Genehmigung aus.

Auf erneute Nachfrage von Bürgermeister Thomas Nowitzki teilte das Landratsamt Karlsruhe mit, dass das Verfahren der drei bestehenden HRB laufe. Nachdem die Offenlage beendet sei, werde das Landratsamt noch in den Sommerferien 2021 das Vorhaben bearbeiten, so dass die Gemeinde die Plangenehmigung erhalte und für 2022 die Maßnahmen ausschreiben könne.
Auch das Verfahren für den Bau des HRB Breitwiese geht dem Abschluss entgegen. Bürgermeister Thomas Nowitzki geht davon aus, dass im Herbst 2021 Gespräche mit dem Land zur Finanzierung von Hochwasserschutzmaßnahmen auf-genommen werden können. Hat doch die Gemeinde schon mehr als 80.000 Euro an Verfahrenskosten getragen.

 

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