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Neues Präventionskonzept des Landkreises | Fehlentwicklungen bei Kindern frühzeitig erkennen und gegensteuern

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05.10.20 | Dem Jugendhilfe- und Sozialausschuss des Kreistags wurden in seiner jüngsten Sitzung vom 21. September Präventionsangebote vorgestellt, die allesamt zum Ziel haben, Kinder bzw. deren Eltern möglichst früh zu erreichen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden oder zumindest abzuschwächen. Speziell für die Altersgruppe der drei-bis Siebenjährigen beschloss das Gremium ein neues Konzept.

Im Rahmen der Vorschuluntersuchungen stellt das Gesundheitsamt bei 25 % bis 35 % der Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren Entwicklungsverzögerungen beim Sozialverhalten und bei der Sprache fest. 87 % der Eltern aller untersuchter Kinder hatten generellen Beratungsbedarf zu Gesundheit, Entwicklung und Erziehung.

Hemmschwellen bei der Beratung sollen abgebaut werden

So sollen die Kindertagesstätten im Landkreis mit einem Angebot der Organisationsentwicklung im Hinblick auf Gesundheits- und Teilhabeförderung unterstützt werden. Ein entsprechendes Curriculum zur Weiterbildung speziell für die anvisierte Altersgruppe soll die Handlungssicherheit der pädagogischen Fachkräfte erhöhen. Und um das Leistungs- und Unterstützungsangebot transparent zu machen, soll eine Öffentlichkeitsarbeitsstrategie erarbeitet werden, die gleichzeitig niederschwellige Zugangswege fördert und vorhandene Hemmschwellen abbaut.

Regionale Lotsen beraten Erziehungseinrichtungen

Entsprechend erweitert werden sollen die bestehenden Strukturen und Partner des Netzwerks Frühe Hilfen und es soll der sensible Übergangsphase von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule verstärkt in den Blick genommen werden. Dazu sollen lokale Runde Tische gebildet werden. Regionale Präventionsbeauftragte sollen als „Lotsinnen“ bzw. „Lotsen“ die Kindertageseinrichtungen beraten, Unterstützungsangebote vermitteln und lokale Netzwerke aufbauen. Ein Fachbeirat soll unter Einbindung interner und externer Schlüsselakteure wie z.B. Vertreter der Sozialversicherungsträger und Träger der Kindertageseinrichtungen steuern.

Dem Konzept voraus ging eine umfangreiche Bestands- und Bedarfsanalyse, die Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff, Professor für Klinische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der Evangelischen Hochschule Freiburg dem Gremium vorstellte. Als Gründer und Leiter des Forschungsinstituts Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) unter dem Dach des Forschungs- und Innovationsverbundes FIVE e.V. an der Evangelischen Hochschule Freiburg hatte er bereits den Aufbau eines Präventionsnetzwerks im Ortenaukreis begleitet.

 

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