Ernährung Gesundheit Donut Brokkoli Essen
Foto: Symbolbild

Landkreis | Corona-Frust nicht versüßen

Lass das deine Freunde wissen!
Hier teilen!

Foto: AOK-Mediendienst

05.05.2020 | AOK-Analyse zu stark übergewichtigen Kindern

Die Anzahl der adipösen Kinder, die wegen Fettleibigkeit ärztlich behandelt werden, ist im Stadt- und Landkreis Karlsruhe seit einigen Jahren leicht rückläufig. Im Landkreis Karlsruhe fiel die Rate von 2,5 Prozent im Jahr 2014 auf 2,1 Prozent im Jahr 2018. Im Stadtkreis sank sie im gleichen Zeitraum von 3,2 auf 3,0 Prozent.

Die Auswertung der AOK-Statistik zu Adipositas bei versicherten Kindern im Alter bis zu zwölf Jahren bestätigt damit auf regionaler Ebene die bundesweiten Ergebnisse der großen KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts. Dort war in der zweiten Erhebungswelle zwischen 2014 und 2017 festgehalten worden, dass sich die Übergewichts- und Adipositas-Raten bei Heranwachsenden in Deutschland „auf hohem Niveau stabilisiert haben“.
Einen Grund zur Entwarnung sieht Beate Gut, Ernährungsberaterin bei der AOK Mitterer Oberrhein in Karlsruhe, dennoch nicht. „Trotz stagnierender Zahlen bedeutet dies, dass 15,4 Prozent der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig sind“, entnimmt Beate Gut der KiGGS-Erhebung.

Die Risiken des oft verharmlosten „Babyspecks“ seien nicht zu unterschätzen. „Starkes Übergewicht schon im Jugendalter kann zu Bluthochdruck, Diabetes, Leberschäden, Stoffwechselstörungen oder Gelenkproblemen führen“, gibt Beate Gut zu bedenken. Hinzu kämen massive seelische Probleme verbunden mit einem höheren Risiko für Mobbing. Seit zehn Jahren berät Gut 2- bis 17-Jährige, die an Adipositas leiden.

Gerade jetzt während der Corona-Krise greifen Groß und Klein vermehrt zu Süßigkeiten, da viele Menschen die meiste Zeit des Tages zu Hause verbringen. Laut Internationalem Süßwarenhandelsverband verzeichneten die Verkäufe von Süßwaren in den vergangenen Wochen ein zweistelliges Plus. „Zum vermehrten Naschen aus Langeweile oder Frust kommen der fehlende Sportunterricht und die eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten“, gibt Beate Gut zu bedenken. Kinder und Jugendliche mit Gewichtsproblemen benötigten während der Corona-Krise deshalb eine besonders intensive Unterstützung.

„Gesunde Ernährung und Freude an Bewegung müssen einem Kind vorgelebt werden – am besten, die ganze Familie macht mit.“

Zucker sei per se nicht schädlich. Zu viel Zucker führe jedoch zu Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, die Zufuhr an freiem Zucker auf 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr zu beschränken, was bei einem Erwachsenen maximal 50 Gramm oder 10 Teelöffeln entspricht. Bei Kindern die Hälfte:  25 Gramm Zucker pro Tag. Der tägliche Zuckerverbrauch in Deutschland beträgt jedoch durchschnittlich 90 Gramm pro Person – meist versteckt in Lebensmitteln wie Müsli, Fruchtjoghurt, Tiefkühlpizza, Säften oder Saucen.

Beate Gut rät deshalb, auf Fertigprodukte und Snacks möglichst zu verzichten und auch in Corona-Zeiten einen angepassten Zeitplan mit Ess- und Bewegungspausen einzuhalten. „Jetzt ist die ideale Gelegenheit gemeinsam einkaufen zu gehen und Mahlzeiten zuzubereiten. Schon kleine Kinder finden es spannend Lebensmittel anzufassen, zu probieren und zu kochen“, regt Gut an. „So zeigen Eltern ihrem Kind ganz nebenbei, was alles zu einer gesunden Ernährung gehört, und stärken gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Familie.“

Haben Sie Tipps?
Möchten Sie kommentieren?

Hier geht es zum Kommentarfeld >>>

Siehe auch

Bruchsal | Häusliche Gewalt hat viele Gesichter!

Ob Frauen, Männer, Jugendliche oder Kinder – in der Beratungsstelle „Libelle“ wird euch geholfen 19.11.2020 …

Veranstaltungen der Stadtbibliothek Waghäusel

12.11.20 | Waghäusel Überraschungsbuch für dich | Blind Date mit einem Buch – für Kids …