Tag 2 in Kordel-Gruppenbild | Foto: Kevin Scholz

Kreisfeuerwehrverband | Hochwasserzug des Landkreises Karlsruhe in Katastrophengebiet nach Rheinland-Pfalz abberufen

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21.07.2021 | Weite Teile der Eifel waren in dieser Woche von einem schweren Unwetter heimgesucht worden.

Bekannt war, dass im Bereich Ahrweiler bis zum dortigen Zeitpunkt mindestens 40 Tote zu beklagen waren und mehr als 60 Menschen vermisst wurden. Über 200.000 Menschen hatten keinen Strom, Telefon oder Mobilfunk. Auch der Notruf konnte zum Teil nicht genutzt werden.

Ein Anruf der Leitstelle Karlsruhe erreichte am Donnerstagabend gegen 19 Uhr die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren Bad-Schörnborn, Ubstadt-Weiher, Bretten und Graben-Neudorf. Mit einem Marschbefehl für den Hochwasserzug des Landkreises Karlsruhe mussten innerhalb 1 1/2 Stunden Fahrzeuge und Personal für diesen Zug organisiert werden.

Der Hochwasserzug des Landkreises Karlsruhe besteht aus dem Kommandowagen aus Ubstadt-Weiter, dem LF KatS aus Bretten, Abt. Diedelsheim, dem RW2 + Boot aus Graben-Neudorf und dem GW-T + MTW aus Bad-Schönborn, Abt. Mingolsheim.

Alle Fahrzeuge mit entsendeter Besatzung trafen sich ab 20.30 Uhr auf dem Sportplatzgelände in Mingolsheim für eine Vorbesprechung. Unter der Führung von Zugführerin Susanne Rein machte sich der Zug gegen 21.15 Uhr auf den Weg in das Katastrophengebiet im Bereich Ahrweiler. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt 15 Hochwasserzüge aus Baden-Württemberg angefordert.

In der Nacht auf Freitag hatten die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Karlsruhe gegen 00.30 Uhr Hermeskeil erreicht. Dort standen Übernachtungsmöglichkeiten in einer ehemaligen Bundeswehrkaserne bereit. Die Ruhephase dauerte nicht lange.

Bereits in den frühen Morgenstunden erhielten die Einsatzkräfte ihre Aufträge und wurden in dem Ort „Kordel“ eingesetzt. Ein Teil des Zuges arbeitete mit Tragkraftspritzen und pumpten Wasser aus vollgelaufenen Senken ab.

Der Rüstwagen aus Graben-Neudorf war zeitweise als autarke Einheit unterwegs und beseitigte mit Tauchpumpen das Restwasser, welches mit den Tragkraftspritzen nicht weiter abgepumpt werden konnte. Weiter hatte man die Möglichkeit mit den Stromaggregaten Strom, z.B. zur Ladung eines Elektrostablers, zur Verfügung zu stellen.

Die Truppe aus dem Landkreis Karlsruhe berichtete, dass sie vor Ort eine gute und solidarische Unterstützung und Versorgung durch die Einwohner erfahren durften.
Am Samstag folgten weitere Einsatzaufträge. Straßen und Grundstücke mussten von Schlamm und Unrat freigeräumt werden.

Nach der Mittagspause war der weitere Einsatzablauf noch nicht bekannt. Erst um 17:30 Uhr war gewiss, dass der Hochwasserzug aus dem Landkreis Karlsruhe das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz wieder verlassen und noch am selben Abend in die Heimat zurückfahren konnte.

Eine kleine Delegation bestehend aus den Kommandanten der betroffenen Feuerwehren, des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Dominik Wolf, Bürgermeister Christian Eheim (Graben-Neudorf) und weiteren Vertretern des Landratsamtes Karlsruhe, hielt sich in Graben-Neudorf am Feuerwehrhaus Neudorf bereit und empfing die Truppe um 21.00 Uhr.

Während alle einen kleinen Imbiss einnehmen konnten, begrüßte der stellvertretende Kreisbrandmeister Dominik Wolf und Bürgermeister Christian Eheim mit Dankesworten die wohlbehalten zurückgekehrten Einsatzkräfte. Kreisbrandmeister Jürgen Bordt sowie dem Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende des Landkreises Karlsruhe, Eckhard Helms, war es terminlich möglich, etwas später zu dieser Begrüßung dazu zustoßen und ebenfalls ihren Dank auszusprechen.

Zwei Ansprechpartner der Einsatznachsorge boten zudem die Möglichkeit für die ehrenamtlich eingesetzten Feuerwehrangehörigen, das Erlebte der vergangenen Tage in Gesprächen aufzuarbeiten.

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