Windpark im Wald
Symbolbild Windpark Landfunkerarchiv

Menzingen | Kraichtaler Perspektiven für die Windenergie

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20.02.2020 | Befürworter, Gegner und Experten präsentierten ihre Standpunkte zu den Möglichkeiten der Windkraft in Kraichtal.

Die Windenergie scheint ein Thema zu sein, an dem aktuell so manche Meinungen auseinandergehen möchte. Umso größer ist damit natürlich die Nachfrage für Informationen und Redebedarf. Dafür bot der Infoabend Windkraft eine Plattform, welche diesen Donnerstag, dem 20. Februar, vom Initiativkreis Energie-Kraichgau e.V. in der Mehrzweckhalle Menzingen veranstaltet wurde.

Als Ziel 100% erneuerbare Energie

Als Standort im Gespräch: das Gebiet K6 ziwschen Menzingen und Gochsheim.

Angesprochen wurde Grundlegendes zu der Energiegewinnung aus Wind, dem aktuellen Planungsstand für Windkraft im Kraichtal sowie die Erfahrungen anderer Betreiber. Für den Initiativkreis ist das Ziel klar, man möchte den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien erreichen, und damit sei auch der Bau von Windkraft im Kraichtal ein wichtiges Teil.

Für die Suche nach möglichen Standorten sei vor allem das Gebiet K6 auf dem Kamm zwischen Münzesheim, Gochsheim und Menzingen besonders aufgefallen. Dabei wurden nicht alleine die Abstände zu den Ortschaften berücksichtigt, sondern auch die Lage von Naturschutz- und Brutgebieten, so Kraichtals Bürgermeister Ulrich Hintermayer.

Vier Anlagen im Gespräch

Für die Genossenschaft Prokon, welche die Anlagen gerne betreiben würde, wären damit vier Windräder realisierbar, allesamt auf bestehendem Ackerland. Mit diesen ließen sich nach ersten Schätzungen 12.700 4-Personenhaushalte mit Strom versorgen. Aber auch für Prokon stehen die Planungen hier erst am Anfang und bedürfen weiterer Tests der Windkapazität vor Ort.

Pro und Contra

Die Redner Benjamin Friedle, Klaus Schiestag, Manuel Wagner (Prokon), Christiane Berberich sowie Moderator Dr. Volker Behrens (v.l.n.r.).

Durchzogen war der Abend allerdings auch von einer grundsätzlichen Diskussion des Für und Gegen die Windkraft. Gewollt, denn für Dr. Volker Behrens vom Initiativkreis sei die notwendige Energiewende nur gemeinsam machbar. Eine positives Beispiel, wie die Windenergie auch im Kraichtal genutzt werden könnte, stellte Benjamin Friedle vor, der seine Erfahrungen als langjähriger Betreiber von Windkraftanlagen in der Hohenlohe beschrieb. Für die Gegenseite war Christiane Berberich von der Bürgerinitiative Gegenwind Obergrombach-Helmsheim-Kraichtal e.V. auf dem Podium. Sie äußerte ihre Bedenken gegenüber der Windkraft aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Umweltschutzes.

Ein Thema – Zwei Lager

Bis auf die Stehplätze war die Mehrzweckhalle Menzingen gefüllt.

Mit weit unterschiedlichen Standpunkten zwischen den Rednern, aber auch im Publikum, war eine gewisse Unruhe nicht von der Hand zu weisen. Bis auf einige wenige Zwischenrufe und Anmerkungen liefen die Vorträge mit der anschließenden Fragerunde dennoch geordnet ab.

Gegenwind verspürte dabei Christine Berberich, die mit ihren Aussagen zu der Effizienz von Windkraftwerken und deren Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu fossilen Energieträgern deutliche Widersprüche von den anderen Podiumsteilnehmern und aus dem Publikum erhielt.

Aussagen, welche den Bau von Windkraftanlagen mit der Zerstörung des zweiten Weltkrieges verglichen, oder das Kohle und Öl für die nächsten 200 Jahre als Energiequellen problemlos nutzbar seien, provozierten allerdings größeres Raunen im Saal.

Angeregte Diskussionen

Im Anschluss an die Veranstaltung bildeten sich noch viele Diskussionsrunden.

In der bis auf die letzten Reihen gefüllten Mehrzweckhalle herrschte mit einer Fragerunde an die Sprecher reger Redebedarf zu dem Thema Windkraft. Im Anschluss konnten sich die Zuhörer direkt mit den Sprechern austauschen.

Das Thema bewegt die Leute, denn nicht nur aus dem Kraichtal kamen Interessierte angereist, sondern auch aus umliegenden Gemeinden.

 

 

Windenergie im Kraichtal?

Für den Initiativkreis Energie Kraichgau ist die Windenergie ein wichtiger Bestandteil eines Strommixes aus Solarenergie und Bioenergien.

Zwischen Menzingen und Gochsheim hat die Stadt Kraichtal ein Gebiet für den Bau von Windkraftanlagen eingeplant.

Derzeit fängt der Betreiber Proton damit an, 4 mögliche Windräder an dieser Stelle zu prüfen. Diese könnten genug Energie für 12.700 4-Personen Haushalte liefern. Das würde immerhin einen Teil des Strombedarfs im Kraichtal decken.

Allerdings, mit den Energieintensiven Bereichen Verkehr und Wärme noch nicht abgedeckt, wäre damit nur ein erster, kleiner Schritt in Richtung vollständiger Energieautonomie im Kraichtal getätigt.

Maximilian Dümler

Siehe auch

Menzingen | Windenergie – ein Thema, zwei Lager

 60-sec-Video | Infoabend regt Diskussionen bei Befürwortern und Gegner an 28.02.2020 | Die Windenergie scheint …