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Kraichtal | „Hier ist es zu laut!“ – Im Fokus: die L554 und deren innerörtliche Teilstücke

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07.11.2019 | Zum Thementag rund um die Problematik von Verkehrslärm, berichtete der SWR bereits in der vergangenen Woche über erschreckende Ergebnisse einer Lärm-Messaktion. Verschiedene Gemeinden und Städte im Südwesten wurden hinsichtlich ihrer Lärmbelastung untersucht.

Unter diesen rund 400 Messergebnissen, die von Anwohnern eingeschickt, kommentiert und teils mit Videomaterial unterstrichen wurden, befanden sich auch 5 Ergebnisse aus Kraichtal. Alle standen in Bezug zur Landesstraße 554 und insbesondere derer Teilstücke, die innerorts besser als Friedrichstraße (Unteröwisheim) bzw. als Karlsruher- und Eppinger Straße (Münzesheim) bekannt sind.

Laut an der Messaktion teilnehmenden Anwohner sei die Unteröwisheimer Friedrichsstraße eine der meist befahrensten Ortsdurchfahrtsstraßen im Kreis Karlsruhe, woraus eine hohe Lärmbelastung resultiere. Bestätigen lassen sich die Aussagen der Anwohner durch Verkehrsanalysen des Unternehmens MODUS Consult des Karlsruher Ingenieurs Frank Gericke, die bereits im Rahmen einer Lärmaktionsplanung 2014 (siehe unten) erstellt wurden:

Lärmaktionsplanung: Querschnittsbelastungen
© MODUS CONSULT; Dr.-Ing. Frank Gericke – Karlsruhe

Die Darstellung mit Daten aus dem Jahr 2014 zeigt die Anzahl der PKW, die die jeweiligen Straßenabschnitte am Tag nutzen. Bereits vor 5 Jahren wies die Friedrichsstraße mit einem Wert von rund 12700 Autos Höchstwerte auf.

Begründen lässt sich die intensive Nutzung der Verkehrsstrecke u.a. damit, da sie für die Einwohner Kraichtals die beste Verbindung nach Bruchsal sowie in nahezu alle Gemeinden der Rhein-Hardt Region darstellt und als Autobahnzubringer genutzt werden “muss”.

„Die Straße dient vielen LKW-Fahrern als Abkürzung zwischen den Autobahnen A5 und A8.“

Als problematisch hinsichtlich des Lärms gilt jedoch nicht nur der reguläre PKW Verkehr. Vor allen Dingen der Schwerlastverkehr bereitet den Anwohnern der stark befahrenen Straßen Sorgen. Die L554 und ihre innerörtlichen Teilstücke werden für Lastkraftwagen als gern genutzte Abkürzung und Ausweichmöglichkeit zwischen den Autobahnen A5 und A8 genutzt, so erklären Anwohner die für sie belastende Verkehrssituation.

Eine Anwohnerin ergänzt die Lärmproblematik um Aspekte der Sicherheit und kommentiert die aktuelle Situation:
„Eine starke Zunahme insbesondere des Schwerlastverkehrs mit einer ebenso deutlichen Zunahme des Lärmpegels und der damit einhergehenden Erhöhung des Sicherheitsrisikos bereitet uns große Probleme. Das überqueren der Straße wird mitunter zum gefährlichen Unterfangen. Beim Herausfahren aus der Garage wird zuweilen sehr viel Geduld abverlangt.“

Kein unbekanntes Problem

Die Problematik rund um die hohe Lärmbelastung ist jedoch keine Neue. Bereits vor einigen Jahren wurde auf die Thematik seitens der Anwohner aufmerksam gemacht und im Auftrag der Stadt Kraichtal der “Lärmaktionsplan 2014″erstellt. Dieser Lärmaktionsplan beeinhaltete eine Analyse der damaligen Verkehrssituation, mögliche Maßnahmen zur Lärmminderung sowie die geschätzten Kosten der Vorhaben. Im Plan verankerte Maßnahmen stellten beispielsweise die Einrichtung von Halteverbotszonen für einen stetigeren Verkehrsfluss oder die Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzungen dar.

Erhoffte Verbesserung bleibt aus

Die geplanten Maßnahmen blieben laut einigen im Rahmen des SWR Thementags befragten Anwohnern jedoch ohne Wirkung – die erhoffte Verbesserung der Situation blieb aus. Einige Anwohner Kraichtals unterstellten den Behörden die fehlende Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Betroffenenen. Anstelle dessen werde ein störungsfreier Ablauf des Verkehrs priorisiert – ganz unabhängig der verursachten Lautstärke.

Dass diese Besserung ausblieb, beweisen nun auch die Messergebnisse des Lärmpegels. 70 Prozent der Messwerte lagen über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO (53 dB tagsüber und 45 dB nachts), was auf Dauer zu ernsthaften Schädigungen der Betroffenen führen kann und Lösungen erfordert.

Denn angesichts der angespannten Situation auf deutschen Autobahnen, der aktuellen Unzuverlässigkeit des Öffentlichen Nahverkehrs der Region sowie der Relevanz der L554 als wichtige Verbindungsstraße werden sich die Beschwerden der betroffenen Bürger nicht von selbst lösen. Und bis Lösungen gefunden sind, bleibt das idyllische Kraichtal ein lautes Kraichtal.

 

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