Schlosshof 2020 mit Blick nach Westen auf den Ort Unteröwisheim (Foto: Martin Stock)

Kraichtal | CVJM Baden weihte vor 25 Jahren „Schloss Unteröwisheim“ als Lebenshaus ein

Lass das deine Freunde wissen!

03.05.2021 | Hell loderten 1989 die Flammen über dem als „Schloss Unteröwisheim“ bekannten und auch als Schulhaus, Vereinsheim und Behelfswohnung genutzten Gebäude und beschädigten es schwer. Hell lodert heute in den historischen Mauern, die zum CVJM-Lebenshaus wurden, die Flamme der Begeisterung junger Menschen für Jesus Christus.

1989 wurde das Schloss in Unteröwisheim durch einen Brand schwer beschädigt, bevor es der CVJM 1991 für seine Lebenshausarbeit erwarb. (Foto: CVJM Archiv)

In mühevoller und jahrelanger Arbeit, mit vielen ehrenamtlichen Baueinsätzen und hohen Spendensummen hat der CVJM Baden, aus der Brandruine ein denkmalgeschütztes Juwel für Unteröwisheim geschaffen. Vor 30 Jahren, 1991, hat der CVJM Baden das „Schloss“ als Brandruine von der Stadt Kraichtal gekauft, trotz aller finanzieller Risiken, die damit verbunden waren. Man hatte ein Haus gesucht für die wachsende Lebenshausarbeit des Verbandes und letztlich ein Schloss gefunden.

Am 1. Mai feierte der CVJM mit einem Gottesdienst aus dem Schlosskeller übertragen via Internet 35 Jahre Lebenshausarbeit, 30 Jahre Schlosskauf, 25 Jahre Schlosseinweihung und fünf Jahre Schlosserweiterung. Geplant war der Gottesdienst im Schlosshof mit Gästen, überschaubar zwar und registriert, aber doch in einer gewissen Öffentlichkeit. Corona hat es anders entschieden.

Dennoch blickte man in diesem Gottesdienst dankbar zurück auf diese drei Jahrzehnte und konnte mit Christian Herbold auch den dritten „Schlossherrn“ und ab 1. September 2021 neuen Leiter des CVJM-Lebenshauses begrüßen. Weit mehr als 100.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden seien beim Wiederaufbau geleistet worden, sagte Georg Rühle der zweite und derzeitige „Noch-Schlossherr“.

Im Hintergrund der Ostflügel, das Schulhaus, das noch nutzbar war. (Foto: Hermann Kölbel)

Das „Schloss“ war in früherer Zeit ein Pflegehof zur Versorgung des Klosters Maulbronn. Ab 1908 diente der Ostflügel als Schule, die viele Unteröwisheimer selbst noch besucht haben.
Heute gibt es durch den Neubau zweier Gebäude 120 Übernachtungsplätze im „Schloss“, mehrere Seminarräume, die mit moderner Tagungstechnik ausgestattet sind und einen großen Gewölbekeller als Veranstaltungsraum.

Zentrum ist und bleibt die Lebenshausarbeit, die Hermann und Ruth Kölbel bereits vor 35 Jahren in Maulbronn in ihrem Privathaus begonnen hatten. Sie gibt dem CVJM-Zentrum eine große Ausstrahlung für ganz Baden. Antrieb war seinerzeit die Frage junger Menschen: Wie kann ich meinen Glauben im Alltag leben? „Wir waren überzeugt, dass man dies in einer Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft einüben und praktizieren muss zusammen mit den jungen Menschen“, sagen Hermann und Ruth Kölbel. „Dies war der Auslöser für die Lebenshausarbeit.“

Mehr als 300 junge Menschen konnten bisher im CVJM-Lebenshaus mitleben, mitarbeiten und lebendigen Glauben erfahren. Die Lebenshausarbeit hat viele junge Menschen geprägt. Im Gottesdienst kamen einige zu Wort. „Wir haben Praktisches gelernt in Werkstatt und Küche“, war zu hören. „Gemeinsames Leben und Arbeiten in der Gruppe war eine wichtige Erfahrung.“

„Glaube und Alltag miteinander zu verzahnen, das nehme ich aus dem Lebenshaus mit.“

Hansjörg Kopp, Generalsekretär des Deutschen CVJM, schilderte in seiner Predigt, den Werdegang des CVJM-Lebenshauses „Schloss Unteröwisheim“ unter dem Bibelwort „Gott will Neues schaffen. Seht ihr‘s denn nicht?“ aus dem Prophetenbuch Jesaja. Er nannte es die „Größe des kleinen Anfangs“. Und verglich die Geschichte des Lebenshauses mit einem Stein, den man ins Wasser wirft und der immer weitere Kreise zieht.

Axel Wermke aus Ubstadt-Weiher, Präsident der Landessynode der Evangelischen Kirche in Baden, dankte dem CVJM Baden in einem schriftlichen Gruß „für die wichtigen und positiven Impulse, die vom CVJM Baden ausgehen und die für unsere Landeskirche eine große Bedeutung haben.“

Zum CVJM Baden gehören heute 72 Vereine vom Main bis an den Bodensee. Der Verband erreicht wöchentlich rund 11.000 Menschen. Neben dem CVJM Lebenshaus in Unteröwisheim gibt es seit einigen Jahren ein zweites Zentrum mit dem Marienhof in der Nähe von Offenburg. Dies ist ein ehemaliger Gutshof mit besonderen Möglichkeiten der Natur- und Umweltpädagogik sowie Angeboten für Kinder und Familien. Der CVJM Baden bietet jedes Jahr ein umfangreiches Programm von Seminaren und Freizeitmaßnahmen an, muss aber derzeit durch die Corona-Schutzmaßnahmen völlig neue Wege gehen.

Kommentieren?
Ja bitte, denn eine offene Diskussion fördert das Miteinander.
Bitte achten Sie dabei auf unsere Kommentarregeln (Info)

Hier geht es zum Kommentarfeld >>>

 

Lass das deine Freunde wissen!

close

Kurze Unterbrechung!

Schon gewusst? Der Landfunker-Newsletter informiert dich über die Region zwischen Kraichgau und Rhein.

Unser Newsletter erscheint jeweils freitags für alle, die das Wichtigste zusammengefasst haben möchten.

Hier kannst du einen Beispiel-Newsletter sehen!

Bei Nichtgefallen kannst du ihn jederzeit mit einem Klick am Ende des Newsletters abbestellen.

_

Anzeige

saluveganshop

_

Siehe auch

Gochsheim | Leckerer Duft in Gochsheims Gassen

06.09.2021 | Die Besucher kamen aus Kraichtal, aus der Hardt und dem Bruchsaler Raum ins …

Kraichtal | Offizielle Einweihung neuer Grenzsteine und Informationstafel am alten Friedhof Münzesheim

26.08.2021 | Schon lange Zeit hatte die Sammlung historischer Grenzsteine, die von verschiedenen Orten der Kraichtaler …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.