Foto: AOK-Mediendienst

KARLSRUHE | Beschäftigte seltener, dafür länger krank in der Pandemie

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22.09.2021 | Eine Analyse der Krankmeldungen von 41.826 AOK-Versicherten in der Stadt Karlsruhe hat ergeben, dass im ersten Halbjahr 2021 der Krankenstand gegenüber dem Vergleichszeitraum vor der Pandemie gesunken ist – und zwar um 5,1 auf 4,3 Prozent.

Auch im Landkreis Karlsruhe ging der Krankenstand spürbar zurück – von 6 Prozent im ersten Halbjahr 2020 auf 5,2 Prozent in 2021. Mit dem Krankenstand wird der Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr gemessen.

„Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsalltag vieler Menschen grundlegend verändert“, beobachtet Christian Bikowski, der bei der AOK Mittlerer Oberrhein das betriebliche Gesundheitsmanagement betreut. Dieser Umbruch in der Arbeitswelt spiegle sich auch in den Fehlzeiten wider. „Homeoffice und die Flexibilisierung von Arbeitszeiten können sich positiv auf die Work-Life-Balance auswirken. Sie haben beispielsweise dazu beigetragen, dass die Grippewelle in diesem Jahr ausgefallen ist und Magen-Darm-Erkrankungen rückläufig waren“, erklärt er den auffallend niedrigen Krankenstand. Außerdem falle die sogenannte Bettkanten-Entscheidung „Bin ich krank – oder gehe ich arbeiten?“ häufiger pro Arbeit aus, wenn die Möglichkeit besteht, im Homeoffice zu arbeiten.

Eine weitere Spur der Pandemie erkennt Bikowski im Anstieg der durchschnittlichen Krankheitsdauer. Während der Anteil der AOK-Mitglieder, die sich einmal oder mehrfach krank meldeten, in der Stadt Karlsruhe von 40,7 auf 33,5 Prozent und im Landkreis Karlsruhe von 44,9 auf 37,9 Prozent fiel, verlängerte sich die durchschnittliche Krankheitsdauer von 11,9 auf 12,1 Kalendertage in der Fächerstadt und von 13,1 auf 13,8 Kalendertage im Landkreis. Dies führt Bikowski darauf zurück, dass Muskel-Skelett-Erkrankungen den höchsten Anteil an allen Arbeitsunfähigkeitsfällen ausmachen: „Diese Erkrankungen sind oft von langer Dauer und werden durch die Arbeit im Homeoffice begünstigt. Das viele Sitzen im nicht immer ergonomisch korrekt eingerichteten Homeoffice sowie das eingeschränkte Sportangebot während der Pandemie haben dazu geführt, dass Muskel-Skelett-Erkrankungen bei der Krankheitshäufigkeit wie auch Krankheitsdauer aktuell den ersten Platz belegen.

Zugenommen haben auch psychische Erkrankungen. „In der Stadt Karlsruhe stieg der Anteil der psychischen Erkrankungen an allen Arbeitsunfähigkeitsfälle von 5,2 im ersten Halbjahr 2020 auf 5,5 Prozent im gleichen Zeitraum 2021“, entnimmt Bikowski der Statistik. „Im Landkreis Karlsruhe verzeichnen wir eine Zunahme von 4,9 auf 5,7 Prozent.“ Gleichzeitig sank die Dauer einer durchschnittlichen psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Karlsruhe-Stadt um 1,5 Tage – von 26,8 Tagen im Jahr 2020 auf 25,3 Tage je Fall in 2021, im Landkreis stieg sie dagegen von 26,8 Tagen auf 28,5 Tage je Fall. Generell verstärke sich damit der Trend der vergangenen Jahre zu immer längeren Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen.

 

 

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