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Landrat Christoph Schnaudigel (rechts) zusammen mit Uwe Bartl, Betriebsleiter des AWB, bei der Pressekonferenz

Karlsdorf | „Ich will, dass die Biotonne ein Erfolg wird!“

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07.11.2019 | Landrat Christoph Schnaudigel erläutert die Eckpunkte der neuen Abfallgebührenkalkulation.

Kommendes Jahr steigen die Abfallkosten im Landkreis Karlsruhe um rund 30 Euro pro Jahr, nachdem sie zehn Jahre nahezu stabil gehalten werden konnten. Ab 2021 wird zudem die Biotonne für eine Jahresgebühr von 74,40 Euro eingeführt, um die Mülltrennung für die Verbraucher weiter zu erleichtern. Zwar entstehen auch hier höhere Kosten für den Verbraucher, gleichzeitig wird eine größere Auswahlmöglichkeit geschaffen.

Kosten stark gestiegen, Überschüsse aufgebraucht

Vor der Kreistagssitzung in Karlsdorf-Neuthard erklärt Landrat Christoph Schnaudigel am Donnerstagnachmittag in einer Pressekonferenz die Hintergründe, die die Erhöhung der Gebühren notwendig machen. Überschüsse sind aufgebraucht, die Kosten für das Einsammeln und für die Verbrennung sind gestiegen, die Erlöse aus Wertstoffen gesunken. Maß und Grundlage der Berechnung ist ein Haushalt mit vier Personen und einem Tonnenvolumen von 80 Litern. Der Beschluss gilt zunächst für zwei Jahre und sei einstimmig im Kreistag gefasst worden.

Hälfte Bioabfall im Restmüll

Die wichtigste Botschaft aber sei, dass ab 2021 die Verbraucher die Gebühren durch ihr eigenes Verhalten beeinflussen könnten. Über die Hälfte der Abfälle im Restmüll sind Bioabfall. Wird dieser zukünftig getrennt entsorgt, sinken die Gebühren für den Restmüll. Sogar nur zehn Leerungen pro Jahr seien dann möglich. Das habe ein Vergleich mit dem Rhein-Neckar-Kreis, der an Bevölkerungsdichte und Struktur dem Landkreis Karlsruhe ähnlich sei, gezeigt.

Behältergemeinschaften gründen spart Gebühren

Ausdrücklich stünde in der Satzung, dass sogenannte Behältergemeinschaften, beispielsweise mit einem Nachbarn, möglich seien und auf diese Weise die individuelle Gebühr halbiert werden könnte. „Wir wollten ein Gebührensystem schaffen, das Anreize gibt, Ressourcen zu schonen und dem Klimaschutz nützt“ so der Landrat.

11.000 Tonnen angestrebt

Uwe Bartl, der Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, gibt einen Überblick über die Phasen der Einführung der Biotonne – von der Bedarfsabfrage bis zur Auslieferung. 11.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr zu sammeln seien angestrebt. Vergäranlagen in Bad Rappenau, Sinsheim und Westheim in der Pfalz stünden bereit, speicherbare Energie in Form von Biogas sowie Dünger zu erzeugen.

Ökologischer und wirtschaftlicher Anreiz

Im Rhein-Neckar-Kreis ist die Biotonne kostenlos. Dass die Biotonne aufgrund der Gebühr nicht vom Verbraucher angenommen würde, diese Gefahr sieht Landrat Schnaudigel nicht. Im Gegenteil: „Eine kostenlose Bereitstellung begünstigt eher das Fehlwurfverhalten.“ Nichts sei für die Ewigkeit festgelegt. Man beobachte in der Nutzungsphase das Verbraucherverhalten und hätte jederzeit die Freiheit, nachzujustieren. „Der Verbraucher wird, wie beschrieben, auch den wirtschaftlichen Anreiz sehen, nicht nur den ökologischen. Ich will, dass die Biotonne ein Erfolg wird. Denn wenn die Bürger sparen, sparen auch wir!“ so Landrat Christoph Schnaudigel abschließend.

 

 

 

 

 

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