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Heidelsheim | Gisela Schmitt – Musik von der Steirische

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Icon-Stadtmagazin WILLIMusizieren ist Wellness und Balsam für die Seele, so die Musikerin Gisela Schmitt aus Heidelsheim.

Gespielt werden von ihr Lieder, Melodien und Balladen, mal emotional-melancholisch, aber auch gepaart von Fröhlichkeit und Lebenslust, auf einer Steirischen Harmonika.

Dieses einzigartige alpenländische Volksmusik-Instrument, eine Bauart des Akkordeons, so 1870 herum in Wien erfunden vom Klavier- und Orgelbauer Cyrill Demian, spielt diese Frau in der Region so virtuos und leidenschaftlich, wie keine andere. Ihre Auftritte mit unterschiedlichen Musikerformationen bei einer feuchtfröhlichen „Hocketse“ in einem Kraichgauer „Besen“, oder auch in Altenheimen und bei Seniorennachmittagen, sind für die Musikerin hochemotional, gerade dann, wenn sie sieht und fühlt, wie die vitalen und noch lebenslustigen Senioren begeistert mitsingen, klatschen und auch mal Tränen in den Augen haben.

O-Ton der Musikerin: „Dieses Instrument öffnet Herzen und lenkt ab von den Alltagssorgen“. Die Steirische, auch als Ziehharmonika, Zugorgel und Ziach bekannt, die quasi ohne klassische Noten, nur mittels Griffschrift gespielt wird, populär geworden auch durch Hubert von Goisern und Andreas Gabalier, ist ein diatonisches, wechseltöniges Handzuginstrument mit Knopf-Tastatur.

Die Story ihrer sehr späten Musikerin-Karriere im Alter von 60 Jahren begann im Jahre 2012 im legendären Metzgerwirt beim „Brusler Urgestein Günter Böser“. An einem feuchtfröhlichen Abend, fasziniert von den Klängen der Steirischen, die von Günther mal wieder mit Schmackes gespielt wurde, hat Gisela entschieden: I lern‘ die Steirische, und zwar sofort!

Gesagt getan, Günther übergab ihr spontan das Instrument und Gisela probierte gleich mit Herzenslust zu musizieren und war von nun an verliebt und vernarrt in die Ziach. Mit Herzblut und autodidaktischem Ehrgeiz hat Gisela, die bis dato keine Musikinstrumentenerfahrung hatte, aber schon immer Volksmusik-affin war, die Steirische und deren typische Griffschrift in Kürze erlernt und hat sich auch dann kontinuierlich mit Seminaren in Tirol mit großem Erfolg musikalisch weitergebildet.

Das eigentümliche Griffschriftblatt sieht aus wie normale Noten; es ist eine sogenannte Tabulatur. Jedes Notensymbol bedeutet einen bestimmten Knopf auf der Harmonika, zeigt also nicht die wirkliche Tonhöhe, sondern die zu drückende Taste. Die Musikerin, begeistert von der alpenländischen Volksmusik und dem Brauchtum, ist auch mächtig stolz, Vereinspatin in einem Tiroler „Kinderplattlerverein“ zu sein, denn der soziale Aspekt ist ihr sehr wichtig.

Gisela Schmitt – Musik von der Steirische

Kontakt: schmittgisela@web.de 

Text und Bild: Friedrich Kästel

Aus RegioMagazin WILLI 4/20

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