GONDELSHEIM | Neues Schuljahr, neue Schulleiterin

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11.10.2021 | Friederike Ridtahler will Erfolgsmodell gemeinsam mit Kollegium und Gemeinde weiterentwickeln

Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs hat Friederike Ridtahler die Leitung der Kraichgauschule in Gondelsheim übernommen. Wohin sich die Gemeinschaftsschule entwickeln soll, davon hat die Pädagogin und vierfache Mutter klare Vorstellungen: „Erklärtes Ziel ist es, den Schulstandort noch interessanter zu machen.“ Damit liegt sie auf einer Linie mit Bürgermeister Markus Rupp: „Wir wollen gemeinsam erreichen, dass möglichst viele Gondelsheimer Eltern ihre Kinder auch nach der Grundschule hier im Ort zur Schule schicken.“ Schließlich bietet die Gemeinschaftsschule nicht nur – wie die Realschulen – den Hauptschul- und Realschulabschluss an, sondern bereitet mit Gymnasiallehrerinnen und -lehrern im Team auch gezielt auf die gymnasiale Oberstufe vor. Wobei die neue Rektorin eines klar stellt: „Die Kraichgauschule sowie die Gemeinde als Schulträger genießen in der Region einen überaus guten Ruf.“ Das belegen auch die aktuellen Zahlen. Mit knapp 430 Schülerinnen und Schüler sind die Kapazitäten nahezu erschöpft. Und dass der Nachwuchs aus 20 benachbarten Gemeinden und Ortsteilen den Weg nach Gondelsheim findet, zeigt für Rupp vor allem eines: „Die Kraichgauschule ist und bleibt ein Erfolgsmodell.“

Aber auf den Lorbeeren will sich niemand ausruhen. Deshalb arbeiten beide Seiten bereits intensiv an der Weiterentwicklung. Inhaltlich geht es unter anderem darum, die Schülerinnen und Schüler noch mehr Angebote zu unterbreiten zur Förderung der individuellen Neigungen und Talente. Ausbau des musischen Zugs, Aufbau eines Chors, Technik im Allgemeinen wie die Informationstechnologie im Besonderen sowie die Robotik sollen vermehrt Einzug in den Unterricht halten. Dafür sucht Ridtahler den Kontakt zu den Unternehmen im Ort, um beispielsweise Schüler-Praktika in Betrieben zu ermöglichen. Ebenso strebt sie Kooperationen mit regionalen Hochschulen an, um damit den Schülerinnen und Schülern bereits frühzeitig mit den Möglichkeiten eines Studiums in Berührung zu bringen. Ein weiterer Baustein stellt für sie die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen dar, die unter anderem in gemeinsame AG-Angebote an der Schule münden sollen. Und nicht zuletzt bietet sich die Partnerschaft von Gondelsheim mit der französischen Gemeinde Droué an, die Fremdsprachenkompetenz auch in der praktischen Anwendung zu stärken. Ein Ansatz, den Bürgermeister Rupp begrüßt: „Es ist immer von Vorteil, wenn das ‚wahre‘ Leben sich im Schulalltag wiederfindet.“

Ambitionierte Pläne, bei deren Umsetzung Ridtahler das Kollegium an ihrer Seite weiß: „Es ist einfach toll, mit welchem Engagement die Kolleginnen und Kollegen die Kraichgauschule zu einer der besten Schuladressen in der Region gemacht haben.“ Eine Einschätzung, die auch Rupp teilt: „Als Gemeinde können wir uns glücklich schätzen, solch ein funktionierendes Schulteam zu haben.“

Stellvertretend erwähnte er Konrektor Benjamin Kreis-Polich, der nach dem Weggang von Schulleiterin Nikola Steinbach ein halbes Jahr kommissarisch die Geschicke der Schule lenkte. „Und jetzt dürfen wir zufrieden vermerken, dass die Schulleitung wieder komplett besetzt ist, was nicht allzu viele Schulstandorte von sich sagen können.“

Nicht nur inhaltlich wird das Angebot ausgebaut, sondern auch strukturell. So hat die Gemeinde bereits die notwendigen Schritte in die Wege geleitet, um die Schulsozialarbeit zu intensivieren. Die bisherige 0,75-Stelle wird zu einer Vollzeitstelle. Den ganzen Tag über ist nun auch das Schul-Sekretariat besetzt, auch da wurde die Personalkapazität entsprechend aufgestockt. „Gemeinderat und Verwaltung waren sich einig, dass Handlungsbedarf besteht“, so Rupp. Das gilt ebenso für die Inanspruchnahme des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ von Bund und Ländern. Das ermöglicht die Schaffung eines Platzes für Freiwilligendienstleistende an der Schule, beispielsweise als Unterstützung beim Unterricht für inklusiv beschulte Kinder oder als Begleitung bei Ausflügen.

Ridtahler und Rupp wollen auch ein anderes Thema gemeinsam angehen – die Verkehrslage an der Schule. „Wenn die Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und abholen, kommt es häufig zu gefährlichen Situationen“, berichtet der Bürgermeister. Obwohl für ihn ein Teil des Problems in der nach wie vor unzuverlässigen Beförderungspraxis des ÖPNV-Dienstleisters Abellio liegt, bedürfe es trotzdem einer Lösung. „Vielleicht versuchen wir es mit einem Wettbewerb. Die Klassen bekommen eine Belohnung, in denen die wenigsten Kinder von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden“, regt er an.

Auch für die Schülerinnen und Schüler gibt neue Regeln. Unter anderem ist ab sofort Schluss mit bauchfreier Kleidung sowie weit ausgeschnittenen Oberteilen, so Ridtahler. Ein weiteres Anliegen der neuen Rektorin dürfte eines der Themen sein, die in dem mit der Gemeinde vereinbartem regelmäßigen Austausch zur Sprache kommen – es geht um eine Aufenthaltsmöglichkeit vor allem für die älteren Schülerinnen und Schüler auf dem Schulgelände. Sie denkt dabei an das Aufstellen eines Containers, der in Schüler-Eigenverantwortung betrieben und als Rückzugsraum wie als Café genutzt werden kann.

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