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Das Schild nach dem Brand 2015 Foto: Heimat- und Museumsverein Kraichtal

Gochsheim | Rätsel um barockes Hausschild löst sich in Luft auf

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Meldung | Bürgermeister Hintermayer: „Schild war sicher gelagert“

13.08.2019 | 30 Interessierte sind im Schlosshof von Gochsheim, als Kraichtals Bürgermeister Ulrich Hintermayer das Schild von 1715 an Michael Staudte, den Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal übergibt

„Wer sucht, der findet!“ verkündet ein sichtlich zufriedener Bürgermeister Ulrich Hintermayer vor ungefähr 30 interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Schlosshof von Gochsheim in seiner kleinen Ansprache. Der Heimat- und Museumsverein Kraichtal reicht dazu Sekt und filligranes Laugengebäck. Noch harrt das Schild, um das sich etliche Gerüchte ob seines Verbleibs rankten, unter einem weißen Tuch seiner Enthüllung. Enthüllt und entkräftet werden zunächst zahllose Spekulationen, wie etwa jene, nach der sich jemand das Schild als Schmucktresen in der Kellerbar eingebaut und schließlich reuig zurückgegeben habe. Auch wurde das barocke Schnitzwerk im Format 160 mal 70 Zentimeter an den kuriosesten Plätzen verortet, wie beispielsweise im Nebenzimmer eines Kleintierzüchtervereins.

„In einem städtischen Gebäude in Oberöwisheim, wo auch andere Dinge lagern, war es sicher untergebracht“ betont Hintermayer. Nach dem Brand des Hauses auf dem Eckgrundstück Hauptstraße 82 im Dezember 2015 habe die Stadt das unversehrt gebliebene Schild in Verwahrung genommen und wolle es nun „in die guten und treuen Hände des Heimat- und Museumsvereins übergeben.“ Der Verein war es auch, der das Schild vor etwa 17 Jahren durch einen Restaurator fachgerecht restaurieren ließ.

„Weder Mühe noch Zeit gescheut“

Michael Staudte vom Heimat- und Museumsverein dankt dem Bürgermeister für das Auffinden des über 300 Jahre alten Kunstwerks, wo „weder Mühe noch Zeit gescheut“ wurde. Welche weitere Information aus dem Schild über seinen ursprünglichen Besitzer, Friedrich Albrecht Conrad, herauszulesen ist, dass er Glaser war und auch Amtsbürgermeister, vermutlich auch Richter sowie Müller der Talmühle in Pacht, referiert Staudte vor dem Hintergrund der wechselvollen Geschichte, der Gochsheim ausgesetzt war – von der kompletten Zerstörung 1689 durch die Franzosen über den Stadtbrand von 1739 bis in die heutige Zeit.

Bürgermeister Hintermayer freut sich über das gute Ende und dankt „allen, die sich für das Schild eingesetzt haben.“ Überdies habe der jetzige Eigentümer des Schildes, der aus Datenschutzgründen ungenannt bleiben soll, schriftlich das Eigentumsrecht an dem Schild der Stadt Kraichtal übertragen. Schon bald soll das Schild an einem zentralen Ort der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.

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