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GOCHSHEIM | Mit 50 durch die Landschaft brausen

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Mit 50 Stundenkilometern, bei 50 Kubikzentimetern und mit mindestens 50 Jahren (die Fahrer!) fährt die “Roller-Gang” der Konkordia Gochsheim gemeinsam mit Motorrollern oder Mopeds durch den Kraichgau, den Stromberg und den Zabergäu.

Seit 2008 macht eine Gruppe von Motorrollerfreunden jährlich einen Ausflug zu interessanten Zielen auf Strecken mit maximal 50 Kilometern Länge. Und weil sich bei ihnen alles um die Zahl 50 dreht heißt ihr Motto auch “50 – fertig – los!”

Im August 2008 unternehmen fünf Männer die erste Tour nach Bönnigheim. Sie kennen sich alle aus dem Gesangverein Konkordia Gochsheim. Die zweite führte nach Besigheim, eine weitere über die Burg Sternenfels nach Eppingen. Die jüngste Tour ging über Obergrombach und den Michaelsberg nach Heidelsheim.

Fahrsicherheitstraining, damit alle heil und gesund ankommen

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Initiator der Gruppe war Rolf Felske, Fahrlehrer aus Gochsheim. “Viele nutzen den Roller nur für Kurzstrecken”, sagt er. “Warum nicht auch kleine Ausflüge wagen?” Rolf, wie ihn alle nennen, organisiert heute noch die Fahrten und sorgt als ausgebildeter Fahrlehrer für die Sicherheit. “Auch die kleinen Zweiräder, die man mit dem ‘normalen’ Führerschein fahren darf, wollen beherrscht sein und manchmal sind 50 Stundenkilometer schon zu schnell”, sagt Rolf. “Deswegen machen wir vor jeder Ausfahrt ein einfaches Fahrsicherheitstraining, damit alle wieder heil und gesund in Gochsheim ankommen.” Rolf tüftelt die Touren aus und bereitet alles vor. Er sucht die “Tankstellen” aus, den Gasthof oder das Café für die Rast – hier gibt’s nur Alkoholfreies – und organisiert Führungen an interessanten Orten; zum Beispiel durch die Fachwerkstadt Eppingen oder auf den Katzenturm in Heidelsheim. In den Jahren 2010 und 11 hatte die Gruppe sogar zwei Elektro-Roller zur Verfügung von Fachhändlern, die diese als Probefahrzeuge bereitstellten.

Rast auf dem Michaelsberg.
Rast auf dem Michaelsberg.

Wechselweise durfte man dann lautlos durch die Landschaft rollen und bei der Rast tankte man an der Steckdose. Die Touren bieten viele landschaftliche Schönheiten, die man bei geringem Tempo auch gut wahrnehmen kann; dazu auch jedes Mal Herausforderungen für die kleinen Motoren mit kräftigen Steigungen, die das Tempo weiter sinken lassen. “Aber geschoben hat noch niemand”, sagt Rolf und lacht. Ihre Erlebnisse hat die Gruppe sogar in einem Lied zusammengefasst, gedichtet von der Projektchorleiterin Ute Antoni, das die “Roller-Gang” beim Familienfest der Konkordia vortrug – natürlich mit einem Roller in der Mitte: “Kurven, Steigung, schmale Sträßchen, Spaß macht nicht vorm Alter halt.”

Text: Martin Stock