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Gewünschte Stadtbahnverlängerung S2:„Ein Push für die Gemeinde!“

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Region Bruchsal | 04.12.2019 | In Spöck ist derzeit Endstation für die Stadtbahnlinie S2, die aus Rheinstetten kommt. Die Weiterführung bis Karlsdorf ist für die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard ein lang gehegter Wunsch. Aber immer noch nicht weit genug für die Gemeinderäte der Jungen Liste aus Hambrücken. Sie sähen die S2 lieber heute als morgen über Karlsdorf, Bruchsal, Forst bis Hambrücken geführt.

Dabei greifen sie die Idee von OB Walter Heiler auf, der die Linie sogar bis hoch nach Waghäusel verlängern würde. Sie forderten nun die Gemeinde auf, sich beim Landkreis für dieses Projekt stark zu machen. Nach 2012 ist das der zweite Anlauf, den nördlichen Landkreis besser an den ÖPNV anzubinden.

 Quotient 1,0 nicht erreicht

Die rot gestrichelte Linie zeigt die gewünschte Verlängerung der S2.

Rückblick: Ein „Großer Arbeitskreis“, gebildet aus Vertretern der beteiligten Kommunen, dem Landkreis sowie dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), plante 2012 schon einmal die Verlängerung der Stadtbahnlinie um rund 31 Kilometer. Im Verfahren der sogenannten Standardisierten Bewertung, bei der sämtliche Kosten und Nutzen unter Berücksichtigung aller Faktoren gegeneinander abgewogen werden, wurde die Qualifikation mit dem Wert 1,0 nicht geschafft, sondern lag weit darunter.

Somit waren die Förderrichtlinien nicht erfüllt, das Projekt wurde als wirtschaftlich nicht rentabel angesehen. Und ohne Zuschüsse waren die errechneten 260 Millionen Euro für die Gemeinden nicht aufzubringen. 

Änderungen beim Bewertungsverfahren

Nun sind die Chanchen gestiegen, die Weichen neu zu stellen, denn gut zehn Jahre später sind neue Aspekte der Bewertung hinzugekommen. Speziell der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags hat sich in seiner Sitzung Ende Oktober der Streckenerweiterungen angenommen, darunter auch die Verlängerung der S2.

Tatsächlich gibt es derzeit Bestrebungen, das Standardisierte Bewertungsverfahren zu überarbeiten und zukünftig weitere Kriterien, wie beispielsweise Umweltaspekte, zu berücksichtigen.

Nicht zuletzt das drängende Thema Klimaschutz fordert zusehends umweltschonende Fortbewegungsmittel. Auch sollte überlegt werden, ob die bestehende Dieselbusverbindung – die zwecks Emissions- und Lärmreduzierung durch die angestrebte Bahnlinie ersetzt werden soll – mit ins Kalkül gezogen wird, denn sie beeinflusst die Bewertung des Bahnprojekts zum Schlechteren. Darauf hat bereits Anfang Oktober Landrat Christoph Schnaudigel in einem Schreiben an das baden-württembergische Umweltministerium hingewiesen. Gleichzeitig hat er signalisiert, dass der Landkreis grundsätzlich bereit ist, erneut eine Standardisierte Bewertung in Auftrag zu geben.

Verlängerung im Blick

Grundsätzlich habe man das Thema einer möglichen Verlängerung der Linie S2 in den nördlichen Landkreis im Rahmen einer perspektivischen Netzkonzeption im Blick, so Michael Krauth, Pressesprecher der AVG. „Von Seiten der Politik ist man aber noch nicht mit konkreten Überlegungen an uns herangetreten.“ Die AVG habe deshalb bei diesem Thema ihrerseits auch noch keine konkreten Schritte oder Planungen eingeleitet.

Karlsdorf ist bereit

Sven Weigt, Bürgermeister Karlsdorf-Neuthard
Bürgermeister Sven Weigt

Bürgermeister Sven Weigt aus Karlsdorf bedauert, dass die erste Runde 2012 negativ beschieden wurde. Schon Anfang des Sommers habe er einen Brief an den Landkreis geschrieben. Die Chance, dass über eine Machbarkeitsstudie das Projekt neu geprüft werde, sollte in jedem Fall ergriffen werden.

„Wir lassen alles liegen“ erklärt er seine Entscheidung, die bereits angekauften Grundstücke, über die die geplante Trasse gehen sollte, nicht wieder zu veräußern. Für eine etwaige neue Entwicklung will er Karlsdorf gewappnet wissen.

 

„Unterm Strich“ besser

Bernd Killinger, Bürgermeister Forst/Baden
Bürgermeister Bernd Killinger

Zwar sei es eine „Schnapsidee“ für den Forster Bürgermeister Bernd Killinger – zumindest mit seinem jetzigen Wissensstand. Politisch gesehen sei er jedoch durchaus offen für den Vorschlag seines Amtskollegen Thomas Ackermann aus Hambrücken. Wenn sowieso eine neue Machbarkeitsstudie erstellt würde, wolle er sich sehr gern anschließen.

Allerdings habe er „kein bisschen Hoffnung“ und wüsste auch nicht, wo die Trasse verlaufen sollte: „Forst ist jetzt schon von der A 5, der B 35 und der Schnellbahntrasse eingekesselt!“ Gleichviel findet er „unterm Strich“, dass es für Forst schön wäre, noch viel besser an eine Bahnstrecke und somit an den ÖPNV angebunden zu sein.

 

12.000 Fahrgäste pro Tag

Thomas Ackermann, Bürgermeister Hambrücken
Bürgermeister Thomas Ackermann

Sehr positiv sieht das Vorhaben Bürgermeister Thomas Ackermann in Hambrücken, dessen junge Gemeinderäte den neuerlichen Anstoss gegeben hatten. Gerade angesichts der aktuellen Klimadiskussion und vor dem Hintergrund, dass die Fahrgastzahl der Buslinie 125 extrem gestiegen sei – um die 12.000 Fahrgäste pro Tag werden bewegt, davon viele Schüler der Lußhardt-Gemeinschaftsschule Forst-Hambrücken –, sehe er „hoffnungsfroh“ der neuen Machbarkeitsstudie entgegen. Die Bahnlinie sei ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur und werde „mit Sicherheit der Gemeinde einen Push geben.“

 

58.000 Menschen in der Region

Walter Heiler Oberbürgermeister Waghäusel
Oberbürgermeister Walter Heiler

Waghäusels Oberbürgermeister Walter Heiler argumentiert ähnlich. Die Zahl der Fahrgäste hätte sich seit der ersten Studie verdoppelt. Er gehe davon aus – mit Blick auf Landrat Christoph Schnaudigel –, dass „die Politik es auf dem Schirm hat.“

35.500 Menschen wohnten am Rand der geplanten Strecke, dazu kämen nochmals 22.500 Einwohner „rund um Waghäusel“, sodass die verlängerte Bahnlinie S2 am Ende 58.000 Menschen zugutekäme.

 

 

 

 

Landratsamt ist hoffnungsvoll gestimmt

Das Landratsamt ist insgesamt hoffnungsvoll gestimmt, dass die Bewertung für die S2 künftig positiv ausfallen könnte. Der Optimismus stützt sich auf aktuelle Informationen aus dem Verkehrsministerium, wonach die Förderbedingungen im Nahverkehr deutlich verbessert werden.

Mittel aus dem Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden, kurz: Bundes-GVFG, würden deutlich aufgestockt. Im Gegenzug dazu würde die Grenze zur Erlangung der Förderung – derzeit mindestens 50 Millionen Euro zuwendungsfähige Kosten – herabgesetzt.

Finanzierung im Falle der Umsetzung

Da noch nicht abzuschätzen ist, wie sich eine künftige Förderung darstellt, verweist das Landratsamt auf ein aktuelles und vergleichbares Bauvorhaben des Bundes. Im Fall des Ausbaus der S-Bahn Rhein-Neckar trüge 60 % der zuwendungsfähigen Kosten der Bund und – nach Abzug eines Selbstbehaltes von einer halben Million Euro – 20 % das Land. Die restlichen Kosten entfielen auf die kommunale Seite.

Text und Redaktion: Jürgen Hotz, egghead Medien, Fotos: egghead Medien

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