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GESUNDHEIT | Nicht hilflos dem Tinnitus ausgeliefert sein

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28.12.2021 | Rauschen, Klingeln, Klopfen. Mindestens 2,5 Prozent der in Stadt- und Landkreis lebenden Menschen leiden laut AOK-Untersuchung an Tinnitus.

Wenn es im Ohr länger als drei Monate pfeift, klingelt, rauscht, klickt oder klopft, spricht man von chronischem Tinnitus. Die AOK Mittlerer Oberrhein zählt jährlich konstant rund 6.400 Fälle in der Stadt Karlsruhe und im Landkreis, die mit einer entsprechenden Diagnose ambulant oder stationär behandelt werden. Viele Betroffene belasten die permanenten Ohrgeräusche sehr. Sie können jedoch Strategien entwickeln, damit zurechtzukommen.

„Glücklicherweise sind die Ohrgeräusche nur sehr selten Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung“, sagt Petra Spitzmüller, Geschäftsführerin der AOK Mittlerer Oberrhein. Etwa fünf bis 15 Prozent aller Erwachsenen leiden irgendwann unter einer länger andauernden Tinnitus-Episode, schätzt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die Krankheit tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf, mit 70 Jahren erreicht die Prävalenz ein Maximum. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen.

Die Ursachen von Tinnitus sind vielfältig.

„Tinnitus ist kein einheitliches Krankheitsbild“, erläutert Spitzmüller. Sehr selten besteht ein sogenannter objektiver Tinnitus, bei dem man auch von außen die Ohrgeräusche hören kann, zum Beispiel wenn Gefäßprobleme Strömungsgeräusche verursachen. Viel häufiger tritt die subjektive Form auf, bei der nur die Betroffenen selbst die Geräusche wahrnehmen. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen einer akuten und einer chronischen Variante. Einen akuten Tinnitus kennen viele Menschen nach einer hohen Lärmbelastung. Dieser geht häufig auch mit einer vorübergehenden Hörminderung einher. Chronisch ist ein Tinnitus, wenn die Ohrgeräusche mindestens drei Monate lang auftreten.

Gehörschutz ist wichtig.

Häufig entsteht ein Tinnitus infolge von Lärm, der die Sinneszellen der Hörschnecke im Innenohr schädigt. Weitere mögliche Auslöser für Tinnitus können Ohrschmalzpfropfen, chronische Mittelohrentzündung, ein geplatztes Trommelfell, eine Verknöcherung des Mittelohrs (Otosklerose) und selten gutartige Tumore im Hirnstammbereich sein. Auch Stoffwechselerkrankungen, Probleme mit den Kiefermuskeln oder dem Kiefergelenk, hoher Blutdruck und Nebenwirkungen von Medikamenten können Tinnitus verursachen. „Oft lässt sich allerdings keine Ursache für die permanenten Ohrgeräusche erkennen“, so Spitzmüller.

Der Leidensdruck bei Tinnitus ist unterschiedlich.

Das beim Tinnitus wahrgenommene Geräusch ist häufig nicht lauter als das Geräusch eines trockenen Blattes, das auf den Boden fällt, und oft ist es nicht halb so laut wie das Schluckgeräusch. Studien zeigen zudem, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Lautstärke des Tinnitus und der Beeinträchtigung der Betroffenen gibt. Dennoch kann das permanente Geräusch dazu führen, dass Betroffene sich schlecht konzentrieren und schlafen können. Manche leiden unter Angstzuständen und Depressionen; sozialer Rückzug und Arbeitsunfähigkeit können folgen.

Betroffene sind einem Tinnitus nicht hilflos ausgeliefert.

Liegt dem Tinnitus eine Erkrankung zugrunde, verschwindet nach deren erfolgreicher Behandlung meist auch der Tinnitus wieder. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann dem Patienten nach der Abklärung die Angst nehmen, dass eine schwerwiegende Erkrankung dem Tinnitus zugrunde liegen könnte, und ihn dabei unterstützen, sich mit den Geräuschen zu arrangieren.

Bei Schwerhörigkeit oder Hörverlust kann eine begleitende Hörtherapie sinnvoll sein. Zur Behandlung eines Tinnitus ohne klare Ursache werden viele Therapien angeboten. Allerdings ist bei vielen Therapien nicht nachgewiesen, dass sie einen Nutzen haben. Insbesondere Medikamente können auch Nebenwirkungen hervorrufen.

Wirklich nachweislich nützt nur die Verhaltenstherapie Patienten, die durch den Tinnitus stark belastet sind. Dadurch wird zwar der Tinnitus nicht besser, aber die Lebensqualität der Betroffenen steigt, wenn sie lernen, mit den Ohrgeräuschen zu leben und sich durch sie nicht beeinträchtigen zu lassen.

 

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